Mehr Spaß mit Dating-Apps: 5 Tipps für Newbies & Wiederkehrende

Maria Del Russo

Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal all meine Dating-Apps gelöscht. Das ganze Herumgedate hatte dafür gesorgt, dass ich mich ausgebrannt und kaputt fühlte. Ich hatte mein Liebesleben wie einen Wettlauf betrachtet und permanent erfolglos versucht, der Ziellinie (aka einer Ehe) ein Stückchen näher zu kommen. Am Anfang fiel es mir schwerer als gedacht, ganz allein Zeit zu verbringen. Aber irgendwann gewöhnte ich mich daran, Freitagabend auf dem Sofa zu verbringen oder ohne Begleitung auf eine Party zu gehen.

Meine erste Auszeit vom Dating dauerte etwa drei Monate an; seitdem führen wir eine On/Off-Beziehung. Was ich gelernt habe ist, dass es schwer ist, eine Weile aufs Dating zu verzichten, aber es ist noch schwerer, es wieder anzufangen. Und ich bin nicht die Einzige, die das so empfindet: In meiner Inbox tummeln sich so einige Emails von Leuten, die sich nach einer Trennung oder einer selbst auferlegten Pause wieder in die Datingszene werfen wollen und mich um Tipps beten. Kein Wunder: Es kann schließlich wirklich beängstigend sein, neue Menschen zu treffen und sich ihnen gegenüber zu öffnen – besonders, wenn dein letztes erstes Date schon etwas länger her ist. Und deswegen habe ich eine kleine Liste mit Dating-Tipps und Tricks zusammengestellt. Ich bin zwar keine Expertin, aber mir persönlich haben diese Dinge wirklich geholfen. Ich hoffe, dass du für dich die eine oder andere Sache mitnehmen kannst, damit du 2020 das Liebesleben bekommst, das du dir wünschst und das du verdienst.

Lass es langsam angehen.

Würdest du einfach so einen Kopfsprung ins Wasser machen, ohne vorher mit den Füßen die Temperatur zu testen oder zu schauen, wie tief es ist? Eben. Beim Dating verhält es sich meiner Meinung nach ähnlich. 
 
Nach meiner ersten Auszeit habe ich alle fünf Apps runtergeladen, die ich vor der Pause verwendet hatte. Das war natürlich nicht so clever. Irgendwie hatte ich komplett vergessen, warum ich sie damals gelöscht hatte: Weil ich viel zu viel Zeit mit dem Handy in der Hand verbrachte. Als mir das wieder bewusst wurde, löschte ich vier Apps und benutzte eine Weile lang erst mal nur eine.
 
Gleichzeitig mehrere Apps zu nutzen gab mir das Gefühl, ein größeres Netz auszuwerfen. Doch ich stellte schnell fest, die Typen, die ich bei Bumble traf, hatten auch bei Tinder, OkCupid und Co. einen Account. Also reduzierte ich meine Chancen auch nicht, als ich vier der fünf Apps löschte. Und meiner mentalen Gesundheit tat das Aussortieren auch gut, denn so fühlte ich mich nicht so schnell überfordert und hatte mehr Zeit für Me-Time. 





Schraub deine Erwartungen runter.

Als ich nach meiner ersten Auszeit zum ersten Mal wieder eine Dating-App verwendete, war es, als ob ich auf einmal wieder 21 war. Anscheinend hatte ich alles, was ich bisher gelernt hatte verdrängt, denn ich war bei jedem einzelnen Match super aufgeregt, neugierig und optimistisch. Ich dachte, jeder Typ mit dem ich ausging könnte der Mann meiner Träume sein. 
 
Die Realität sah dann allerdings ganz anders aus. Überraschung. Ich begriff, dass erste Dates vollkommen überbewertet werden und begann, meine Erwartungen zurückzuschrauben – nicht nur an die Treffen, sondern auch ans Chatten. Das half mir dabei, wieder Spaß am Dating zu haben und nicht so sehr zu verkrampfen. Außerdem freundete ich mich mit der Idee an, selbst den ersten Schritt zu machen, statt auf die Männer zu warten. Ich fing an, auf mein Bauchgefühl zu hören und nicht mehr nach veralteten Rollenbilder zu handeln.



Achtsamkeit beim Dating.

Ein Grund für mein Dating-Burn-out war, dass ich es wirklich übertrieben habe mit dem Swipen. Wie eine Wahnsinnige nutzte ich jede freie Minute, um nach potentiellen Matches zu suchen – in der Schlange im Supermarkt, auf dem Klo und sogar in der Kirche auf der Hochzeit meines Cousins (man weiß ja nie…). Egal wie viele Matches ich bereits hatte, ich wollte trotzdem immer wieder schauen, ob es da draußen nicht vielleicht doch noch jemanden gab, der noch besser zu mir passte. Das führt allerdings dazu, dass ich irgendwann zu viele Chats gleichzeitig am Laufen halten musste. Und so vergaß ich Männern zu antworten, an denen ich eigentlich wirklich Interesse hatte und sortierte Typen aus, die vielleicht perfekt zu mir gepasst hätten.

Also nahm ich mir vor, die App nach meiner Pause achtsamer zu verwenden – sowohl was das Matchen angeht als auch das Schreiben und Treffen. Wenn ich jetzt jemanden matche, schreibe ich ihn direkt an. Wenn ich vier Leute gematcht habe, höre ich erst Mal auf zu swipen und konzentriere mich auf die Leute, die bereits in meiner Liste stehen. Ich gehe maximal auf ein Date pro Woche. So habe ich genügend Zeit, bewusst zu überlegen, mit wem ich ausgehen will – und das Profil und unsere Nachrichten noch mal zu lesen bevor wir uns treffen. Seit ich diese einfachen Regeln befolge, habe ich mehr Spaß beim ersten Date, weil ich die Person vorher schon ein bisschen kennengelernt und mich auf sie eingelassen habe. Dadurch weiß ich zumindest so grob, was mich erwartet und deswegen fühlt sich das Ganze dann auch irgendwie entspannter an.



Wisse, wann du eine Pause brauchst.

Seit der dreimonatigen Auszeit vor einem Jahr habe ich immer mal wieder ein paar Wochen oder auch mal nur ein Wochenende Pause gemacht. Manchmal habe ich die App (aber nicht mein Profil) gelöscht, manchmal in einen Ordner verschoben, wo ich sie nicht direkt sehe. Dadurch habe ich mehr Zeit für mich, aber auch Menschen im echten Leben kennenzulernen – zum Beispiel in der Schlange im Supermarkt. Wenn ich nicht permanent am swipen bin, kann ich genießen, was um mich herum passiert und realisieren, dass “den Richtigen“ zu finden nicht das Wichtigste auf der ganzen Welt ist. Sich selbst zu erlauben, ab und zu mal Pause zu machen, machte die ganze Dating-Sache viel stressfreier.

Hab einfach ein bisschen mehr Spaß.

Mir haben schon öfter Leute gesagt, ich sollte das Thema Dating nicht so ernst nehmen. Während meiner Auszeit habe ich mir über diesen Ratschlag viele Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das Dating immer ernst nehmen werde. Ich wünsche mir schließlich eine Beziehung. Aber das heißt nicht, dass ich nicht etwas mehr Spaß bei der Suche haben kann! 
 
Im Prinzip ist das wie bei meinem Job: Den nehme ich auch ernst, aber das heißt nicht, dass ich nicht auch mal mit meinen Kolleg*innen quatschen und lachen kann. Für mein Liebesleben bedeutet das, dass ich weiterhin versuchen werde, Liebe zu finden. Aber gleichzeitig werde ich versuchen, nicht mehr so verkrampft bei jedem einzelnen Treffen zu sein und zu hohe Erwartungen zu haben. Und im schlimmsten Fall ist selbst das misslungenste Date immer noch eine super Anekdote für kommende Dates.



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