Menschen helfen der Mutter eines krebskranken Kindes, die wegen „Schandfleck“-Haus kritisiert wurde

Diese Nachricht fand die Mutter in ihrem Briefkasten. (Quelle: Facebook)

Viele örtliche Einwohner standen einer Frau aus Alabama bei, die von einem Nachbarn angemeckert worden war, weil sie ihr Haus nicht in Schuss halten kann. Sie machte dann öffentlich, dass ihr Anwesen unordentlich sei, weil sie sich um ihren krebskranken Sohn kümmern muss.

Randa Ragland, wohnhaft in Pinson, Alabama, postete am Mittwoch das Foto einer erhaltenen Notiz in einer privaten Facebook-Gruppe.

Die fünffache Mutter hatte im Postkasten eine Nachricht erhalten, in der stand, ihr ungepflegtes Anwesen sei ein “Schandfleck“ und sie solle “mehr machen“.

“Ihr Schandfleck beeinträchtigt den Wiederverkaufswert unserer Häuser“, stand in der Mitteilung. “Wer will schon ein Haus in Ihrer Nähe kaufen und sich das täglich ansehen müssen? Es ist nicht so viel Aufwand, man muss sich einfach darum scheren“.

“Man weiß nie, was in den anderen vorgeht”

Ragland sagte, dass sie ursprünglich gar nichts zu der Nachricht posten wollte, sich dann aber doch dafür entschied, sie “allen zu zeigen“, weil “man nie weiß, was in den anderen vorgeht“.

Ragland sagte, ihre Familie würde gerade eine sehr schwere Zeit durchmachen. Bei ihrem autistischen Sohn Jaxen wurde im Oktober vergangenen Jahres – nur wenige Tage vor seinem dritten Geburtstag – ein Neuroblastom in Stadium 4 diagnostiziert.

In ihrem Post schreibt Ragland, dass ihr Alltag seitdem aus Arztbesuchen, Klinikterminen und Krankenhausaufenthalten besteht, da ihr Sohn “wirklich um sein Leben kämpft“.


Der Text aus Raglands ursprünglichem Post, der in „Jaxen’s Army for Justice“ geteilt wurde. (Quelle: Facebook)

“Ich sage das alles, um es zu sagen. Versucht, nett zu eurem Nachbarn oder zu dem Fremden zu sein, den ihr im Stau vorlasst. Grüßt Leute. Einfach nur Freundlichkeit. Es ist verrückt, wie solche Dinge einen Menschen verändern können. Vor nur einem Jahr wäre ich über diesen Zettel so wütend gewesen. Aber jetzt habe ich ganz ehrlich nicht die Kraft für diese Art von Negativität“, schrieb sie. “Vielleicht sieht das ja der Verfasser der Nachricht. Oder auch nicht. Egal, ich hoffe, dies berührt jemanden und das allein reicht mir schon.“

Facebook-Gruppe namens “Jaxen’s Army for Justice“

Ragland war nicht die Einzige, die sich über die Mitteilung ärgerte. Nachdem sie den Post gelesen hatten, taten sich dutzende Leute zusammen und gründeten zur Unterstützung eine Facebook-Gruppe namens “Jaxen’s Army for Justice“. Mitglieder der Gemeinde sammelten Spenden für Jaxens Pflege und mähten sogar den Rasen.

“Sie riefen diese Gruppe für meinen Sohn ins Leben”, erzählt Ragland Yahoo Lifestyle. “Es ist wundervoll, zu wissen, dass die Leute sich sorgen und dass nicht alle egozentrisch sind.“

30 Leute halfen im Haushalt

Laut Ragland kamen am Samstag rund 30 Leute zu ihr nach Hause, um ihr bei dem Haushalt und der Instandhaltung des Hauses zu helfen. Sie fügt hinzu, dass sie davor niemanden aus der Gruppe kannte – und nicht erwartet hatte, dass ihr Beitrag irgendetwas bewirken würde. “Es ist so großartig, dass das passiert ist“, sagt sie. “Niemand sollte so etwas alleine durchmachen.“

Am Samstag kamen viele Leute zusammen, um Randa und Jaxen zu helfen. (Foto von Ragland Randa)

Mahira Dayal

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