Milk – eine intime Fotoserie übers Stillen (NSFW)

„Ich dachte immer, dass ich mein Baby bis zum sechsten Monat oder sogar länger stillen würde. Ich werde wahrscheinlich mein ganzes Leben lang Schuldgefühle haben, weil mir das nicht gelungen ist.“
– Lizzie

Bevor die Fotografin Sophie Harris-Taylor ihren Sohn zur Welt brachte, hatte sie „idealisierte, aber eher unrealistische Erwartungen ans Stillen“. Das hing teilweise damit zusammen, dass sie zum Großteil nur sehr allgemeine und uninformative visuelle Darstellungen zu diesem Thema finden konnte.

Aus diesem Grund beschloss sie, die Konversation übers Stillen aus der Perspektive von Frauen zu eröffnen, die sich dafür entschieden haben, ihre Babys zu stillen. Indem sie die Bandbreite ihrer Erfahrungen zeigte, wollte Harris-Taylor etwas schaffen, das nicht unbedingt für oder gegen das Stillen plädiert, sondern vielmehr den Prozess ehrlich darstellt. Das Ergebnis ist ihre Fotoserie Milk.

Die entstandenen Porträts und Geschichten der Mütter, die an diesem Projekt teilnahmen, bieten einen intimen Einblick in eine der natürlichsten Funktionen des menschlichen Körpers. Sie dokumentieren die komplizierten Gefühle, die diese Frauen beim Stillen empfinden – von den Höhen der Verbundenheit zwischen Mutter und Kind bis hin zu den Tiefen des Gefühls, eine „schlechte Mutter“ zu sein oder das Stillen nicht genießen zu können.

In einer Zeit, in der die Brust immer noch in erster Linie als Objekt für Sexualisierung und nicht der elterlichen Fürsorge gilt, bieten diese Porträts einen radikalen Einblick in die Art und Weise, wie das Stillen eine Person sowohl körperlich als auch geistig verändern kann. Es ist ein Einblick in etwas, das aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen häufig versteckt stattfindet.

„Nova hatte in den ersten acht Wochen eine Ankyloglossie (ein zu kurzes Zungenbändchen), was das Stillen für mich sehr mühsam machte. Obwohl ich ihn immer sehr lange stillte, schien er danach nie zufrieden zu sein. Ich zweifelte ständig an mir und hatte wunde Brustwarzen, fühlte mich erschöpft und allgemein nicht wohl in meiner Haut. Deshalb habe ich allmählich eine negative Beziehung zum Stillen entwickelt, was schwer zu überwinden ist, auch wenn es seit seiner Operation besser geworden ist.“<br> <br><em>– Thea</em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Nova hatte in den ersten acht Wochen eine Ankyloglossie (ein zu kurzes Zungenbändchen), was das Stillen für mich sehr mühsam machte. Obwohl ich ihn immer sehr lange stillte, schien er danach nie zufrieden zu sein. Ich zweifelte ständig an mir und hatte wunde Brustwarzen, fühlte mich erschöpft und allgemein nicht wohl in meiner Haut. Deshalb habe ich allmählich eine negative Beziehung zum Stillen entwickelt, was schwer zu überwinden ist, auch wenn es seit seiner Operation besser geworden ist.“

– TheaFoto: Sophie Harris-Taylor.
„Die Tatsache, dass ich dieses wunderbare Wesen geschaffen habe! Dieses Gefühl lässt sich nicht in Worte fassen. Manchmal sieht sie mich beim Stillen so an, als würde sie mich zum ersten Mal sehen. Wenn sie dann langsam blinzelt und mich anlächelt, könnte ich die Welt umarmen. Ich liebe es, sie zu stillen; dieser magische Moment, den nur sie und ich miteinander teilen.“<br><br><em>– Misli </em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Die Tatsache, dass ich dieses wunderbare Wesen geschaffen habe! Dieses Gefühl lässt sich nicht in Worte fassen. Manchmal sieht sie mich beim Stillen so an, als würde sie mich zum ersten Mal sehen. Wenn sie dann langsam blinzelt und mich anlächelt, könnte ich die Welt umarmen. Ich liebe es, sie zu stillen; dieser magische Moment, den nur sie und ich miteinander teilen.“

– Misli Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Die Bilder vom Stillen, die ich bisher gesehen habe, zeigen immer ein Baby, das friedlich in den Armen der Mutter liegt und in aller Ruhe nuckelt. Andere Mütter in meiner Geburtsvorbereitungsgruppe sagen, dass ihre Babys 45 Minuten bis eine Stunde an ihrer Brust saugen. Bei Raya ist das nicht der Fall. Da sie sich beim Stillen immer viel bewegt und die Milch so immer in alle Richtungen spritzt oder sie sich zurückzieht, sobald der Milchfluss nachlässt, gibt es viele Unterbrechungen.“<br> <br><em>– Aisha</em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Die Bilder vom Stillen, die ich bisher gesehen habe, zeigen immer ein Baby, das friedlich in den Armen der Mutter liegt und in aller Ruhe nuckelt. Andere Mütter in meiner Geburtsvorbereitungsgruppe sagen, dass ihre Babys 45 Minuten bis eine Stunde an ihrer Brust saugen. Bei Raya ist das nicht der Fall. Da sie sich beim Stillen immer viel bewegt und die Milch so immer in alle Richtungen spritzt oder sie sich zurückzieht, sobald der Milchfluss nachlässt, gibt es viele Unterbrechungen.“

– AishaFoto: Sophie Harris-Taylor.
„Schwierig wird es, wenn Yona-Gray einen Wachstumsschub hat, krank ist oder auf einmal weniger schläft. Dann klebt sie oft an meiner Brust, manchmal die ganze Nacht. In solchen Moment habe ich ein wenig zu viel von all dem Hautkontakt. Das Stillen in diesem Alter kann eine Herausforderung sein. Deshalb musste ich anfangen, <a href="https://www.refinery29.com/de-de/2021/07/10602022/grenzen-setzen-und-wahren" rel="nofollow noopener" target="_blank" data-ylk="slk:Grenzen zu setzen" class="link ">Grenzen zu setzen</a>. Yona kann sehr besitzergreifend auf meinen Körper reagieren, fast schon so, als würde sie vergessen, dass er mir gehört. Aber sie versteht Dinge jetzt viel mehr und wir haben unseren Rhythmus gefunden.“ <br><br><em>–Anna </em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Schwierig wird es, wenn Yona-Gray einen Wachstumsschub hat, krank ist oder auf einmal weniger schläft. Dann klebt sie oft an meiner Brust, manchmal die ganze Nacht. In solchen Moment habe ich ein wenig zu viel von all dem Hautkontakt. Das Stillen in diesem Alter kann eine Herausforderung sein. Deshalb musste ich anfangen, Grenzen zu setzen. Yona kann sehr besitzergreifend auf meinen Körper reagieren, fast schon so, als würde sie vergessen, dass er mir gehört. Aber sie versteht Dinge jetzt viel mehr und wir haben unseren Rhythmus gefunden.“

–Anna Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Du kannst jeden Stillkurs besuchen, jedes Buch lesen, superlange, zitzenförmige, perfekte <a href="https://www.refinery29.com/de-de/brustwarzen-groesse-farbe-gesundheit" rel="nofollow noopener" target="_blank" data-ylk="slk:Brustwarzen" class="link ">Brustwarzen</a> haben und es kann trotzdem verdammt schwierig sein. Ich hatte das Gefühl, zu versagen, weil mir das Stillen nicht gelang und ich fast drei Monate lang ausschließlich abpumpen musste. Mein Körper reagierte darauf mit Blasen- und Brustdrüsenentzündungen und wunden Nippeln. Ich hatte immer gedacht, dass ich mein Baby bis zum sechsten Monat und länger stillen würde. Ich werde wahrscheinlich mein ganzes Leben lang Schuldgefühle haben, weil mir das nicht gelungen ist.“ <br><br><em>– Lizzie</em> <span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Du kannst jeden Stillkurs besuchen, jedes Buch lesen, superlange, zitzenförmige, perfekte Brustwarzen haben und es kann trotzdem verdammt schwierig sein. Ich hatte das Gefühl, zu versagen, weil mir das Stillen nicht gelang und ich fast drei Monate lang ausschließlich abpumpen musste. Mein Körper reagierte darauf mit Blasen- und Brustdrüsenentzündungen und wunden Nippeln. Ich hatte immer gedacht, dass ich mein Baby bis zum sechsten Monat und länger stillen würde. Ich werde wahrscheinlich mein ganzes Leben lang Schuldgefühle haben, weil mir das nicht gelungen ist.“

– Lizzie Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Für uns war es am Anfang wirklich schwierig, weil Cosmo eine Ankyloglossie hatte, die erst spät diagnostiziert wurde. Ein Brustwarzenschutz war das Einzige, was uns half. Ich schämte mich dafür, dass ich einen benutzen musste, und war davon überzeugt, dass er nur vorübergehend und als letzter Ausweg eingesetzt werden sollte. Fünf Monate später und wir verwenden immer noch einen Brustwarzenschutz. Ich bin jetzt aber unendlich dankbar dafür, dass ich so in der Lage bin, zu stillen.“<br><br><em>– Bella </em> <span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Für uns war es am Anfang wirklich schwierig, weil Cosmo eine Ankyloglossie hatte, die erst spät diagnostiziert wurde. Ein Brustwarzenschutz war das Einzige, was uns half. Ich schämte mich dafür, dass ich einen benutzen musste, und war davon überzeugt, dass er nur vorübergehend und als letzter Ausweg eingesetzt werden sollte. Fünf Monate später und wir verwenden immer noch einen Brustwarzenschutz. Ich bin jetzt aber unendlich dankbar dafür, dass ich so in der Lage bin, zu stillen.“

– Bella Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Ich mag es, dass alle Nährstoffe, die ich zu mir nehme, an sie weitergegeben werden.“<br><br><em>– Elodie </em> <span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Ich mag es, dass alle Nährstoffe, die ich zu mir nehme, an sie weitergegeben werden.“

– Elodie Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Ich hätte nie gedacht, dass es schwierig sein würde. Während meiner gesamten Schwangerschaft stellte ich mir vor, wie einfach es sein und wie sehr ich es genießen würde, meine Brust sorgenfrei in der Öffentlichkeit zu enthüllen. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Stillen keine Freude bereiten würde. Wann immer ich darüber nachdachte, war ich fest entschlossen, ein Jahr lang zu stillen, mit der Einstellung, dass es das Beste für mein Baby sei. In Wirklichkeit zähle ich aber die Tage, bis wir mit dem Abstillen beginnen können. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt bis zum sechsten Monat schaffen werde. Ich habe gelernt, dass ich das tun muss, was mich glücklich macht und entspannt, denn nur dann kann ich die bestmögliche Mutter für Nova sein.“ <br><br><em>– Thea </em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Ich hätte nie gedacht, dass es schwierig sein würde. Während meiner gesamten Schwangerschaft stellte ich mir vor, wie einfach es sein und wie sehr ich es genießen würde, meine Brust sorgenfrei in der Öffentlichkeit zu enthüllen. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Stillen keine Freude bereiten würde. Wann immer ich darüber nachdachte, war ich fest entschlossen, ein Jahr lang zu stillen, mit der Einstellung, dass es das Beste für mein Baby sei. In Wirklichkeit zähle ich aber die Tage, bis wir mit dem Abstillen beginnen können. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt bis zum sechsten Monat schaffen werde. Ich habe gelernt, dass ich das tun muss, was mich glücklich macht und entspannt, denn nur dann kann ich die bestmögliche Mutter für Nova sein.“

– Thea Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Das Stillen hat mir gezeigt, wie magisch <a href="https://www.refinery29.com/de-de/schwangerschaft-mutterschaft-fotostories" rel="nofollow noopener" target="_blank" data-ylk="slk:Mutterschaft" class="link ">Mutterschaft</a> ist.“ <br><br><em>– Chaneen</em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Das Stillen hat mir gezeigt, wie magisch Mutterschaft ist.“

– ChaneenFoto: Sophie Harris-Taylor.
„Bevor ich selbst zu stillen begann, hatte ich es mir als etwas vorgestellt, dass mir von Natur aus leicht fallen würde und durch das ich mich mit meinem Baby verbunden fühlen könnte. Nach sechs Monaten Stillzeit weiß ich jetzt, dass das nicht so ist!“<br><br><em>– Rosie</em> <span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Bevor ich selbst zu stillen begann, hatte ich es mir als etwas vorgestellt, dass mir von Natur aus leicht fallen würde und durch das ich mich mit meinem Baby verbunden fühlen könnte. Nach sechs Monaten Stillzeit weiß ich jetzt, dass das nicht so ist!“

– Rosie Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Ich glaube, dass Frauen im Westen mehr Schwierigkeiten mit dem Stillen haben, weil wir diese Dinge isoliert und nicht innerhalb einer Gemeinschaft tun. Wenn es nicht meist hinter verschlossenen Türen stattfinden würde, wären wir mehr damit konfrontiert und daher besser vorbereitet. Ich glaube auch nicht, dass die Gesellschaft angemessene öffentliche Räume fürs Stillen zur Verfügung stellt. Ich musste schon oft für einen Tee bezahlen, um in einem Café sitzen und dort stillen zu können, wann immer Oki Hunger hatte und wir unterwegs waren. Manchmal kommt es mir so vor, als ob das Stillen in der Öffentlichkeit eher als eine Unannehmlichkeit als eine natürliche Notwendigkeit angesehen wird.“<br><br><em>– Nicole </em><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Ich glaube, dass Frauen im Westen mehr Schwierigkeiten mit dem Stillen haben, weil wir diese Dinge isoliert und nicht innerhalb einer Gemeinschaft tun. Wenn es nicht meist hinter verschlossenen Türen stattfinden würde, wären wir mehr damit konfrontiert und daher besser vorbereitet. Ich glaube auch nicht, dass die Gesellschaft angemessene öffentliche Räume fürs Stillen zur Verfügung stellt. Ich musste schon oft für einen Tee bezahlen, um in einem Café sitzen und dort stillen zu können, wann immer Oki Hunger hatte und wir unterwegs waren. Manchmal kommt es mir so vor, als ob das Stillen in der Öffentlichkeit eher als eine Unannehmlichkeit als eine natürliche Notwendigkeit angesehen wird.“

– Nicole Foto: Sophie Harris-Taylor.
„Zum ersten Mal in meinem Leben große Pornostar-Brüste und ein <a href="https://www.refinery29.com/de-de/2015/05/113045/bademode-fuer-grosse-dekolletes" rel="nofollow noopener" target="_blank" data-ylk="slk:Dekolleté" class="link ">Dekolleté</a> zu haben, ist ein Bonus!“<br><br><em>– Ludavine</em><br><br><span class="copyright">Foto: Sophie Harris-Taylor.</span>
„Zum ersten Mal in meinem Leben große Pornostar-Brüste und ein Dekolleté zu haben, ist ein Bonus!“

– Ludavine

Foto: Sophie Harris-Taylor.

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