Miniatur-Pferd im Flugzeug sorgt für Aufsehen

Ungewöhnliche Bilder machten am letzten August-Wochenende auf den sozialen Netzwerken die Runde: Ein Miniatur-Pferd begleitete eine Frau auf einem Flug nach Chicago.

Ein Mini-Pferd checkt ein (Bild: Twitter)

Mini-Pferd auf Tour: Ende August tauchten in den sozialen Netzwerken ziemlich verrückte Schnappschüsse von einem kleinen Huftier am Flughafenschalter und im Flugzeug auf. Schnell meldete sich seine Begleiterin Abrea Hensley auf Twitter zu Wort und klärte auf: Das Tier heißt "Flirty" und ist nicht nur sehr niedlich, sondern auch berufstätig. Flirty ist ihr trainiertes Assistenzpferd.

Wie Hensley dem “Omaha World Herald”, der sie für einen Bericht auf dem Flug begleitete, erzählt hat, ist das Tier sieben Jahre alt und achtet auf gesundheitliche Warnzeichen und hilft ihr bei der Fortbewegung. Seit 2017 gehen Flirty und Hensley gemeinsam durch die Welt, doch geflogen sind sie jetzt zum ersten Mal. Klar, dass das nicht unbemerkt bleibt! Flirty hat einen eigenen Twitter-Account, auf dem Hensley einige Reaktionen von erstaunten Beobachtern aufgegriffen hat. “Ein Mini-Pferd stand heute am Flughafen Schlange und ich bin so neugierig, was es damit auf sich hat”, hieß es da etwa. Und die Antwort kam prompt:


Flirty und ich haben gestern den Himmel erobert! Es war eine tolle Erfahrung und ich habe viel gelernt. Flirty war FANTASTISCH und ein echter Profi. Trotzdem werde ich weiterhin hauptsächlich mit dem Auto verreisen, es ist einfach schonender für Flirty. Fliegen werden wir nur noch in Notfällen.

Es war wohl etwas eng: Weil die Flugzeuge, die von Hensleys Heimatflughafen Omaha abheben dürfen, etwas kleiner seien, habe Flirty manchmal nicht anders gekonnt, als den Sitz in der letzten Reihe der Ersten Klasse vor sich anzurempeln. Hensley berichtet auf Twitter: "Als wir die Flughöhe erreicht hatten, hat sie ein Nickerchen gehalten und war ganz ruhig. Aber beim Auf- und Abstieg musste sie oft ihr Gewicht verlagern und ist ständig gegen die Rückenlehne gestoßen. Sie hat aber alles so gut gemacht, ich bin so stolz auf sie!"

Hier ein Bild:

Einem Mini-Pferd verzeiht man so etwas schon mal. Hier ein Video von einem der anderen Passagiere:

Weil das Netz, so kommt es einem manchmal vor, von empörungswütigen Besserwissern regiert wird, bekam Hensley neben vielen entzückten Reaktionen leider auch einigen Hass ab. Sie sei nach dem Erscheinen der Fotos beschimpft, bedroht und sexuell belästigt worden, berichtet sie auf Twitter.

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Und beantwortet geduldig misstrauische Fragen: In den USA wird viel über "emotional support animals" geschimpft. Das sind Tiere, die Leute zur "emotionalen Unterstützung" mit in den Passagierraum von Flugzeugen nehmen – oft ein Trick, so wird geargwöhnt, um die Regeln zum Tiertransport zu umgehen. Hensley betont, dass Flirty kein solches Tier ist, sondern eben ein trainiertes und offiziell geprüftes Assistenzpferd, auf das sie wegen ihrer Behinderung angewiesen ist.

Und das übrigens völlig regelkonform: Mini-Pferde sind neben Hunden die einzigen Assistenztiere, die American Airlines zulässt. Die Crew war hin und weg:

Hier ein tolles Bild mit der Crew auf unserem Rückflug. Sie waren total begeistert von Flirty.

Auch ein Instagram-Account, der Posts von American-Airlines-Crews sammelt, textete begeistert:

Frage: Wie besessen bin ich hiervon? Antwort: Unendlich! #miniaturpferd Übrigens!!! Flirty ist ein Assistenztier, KEIN Tier zur emotionalen Unterstützung, auch wenn sie mich ganz sicher emotional unterstützen würde.

Ein Sicherheitsrisiko war Flirty übrigens nicht: Wie Hensley auf Twitter erklärte, trägt sie auf Flügen ein Geschirr, das bei Turbulenzen oder ähnlichem an einem Sitz befestigt wird, damit sie nicht zum Geschoss wird. In einem Notfall würden ihr die Augen verbunden; freiwillig würde sie wohl keine Rettungsrutsche betreten, sagt Hensley, aber sie könnte sie dann körperlich zwingen.

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Das wird hoffentlich nie nötig sein. Jetzt ist Flirty ja wieder auf dem Boden. Und geht mit Abrea Hensley einkaufen:

Und ins Aquarium, die Schildkröten besuchen:

Oder sie modelt ihren neuen Fliegenschutz:

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