Missbrauch-Vorwürfe: Petition fordert Schließung von Pornhub

Eine Initiative fordert die Schließung der Pornoseite Pornhub. Der Vorwurf lautet, dass die Website Inhalte nicht ausreichend prüfe und so von sexuellem Missbrauch profitiere.

Die Website Pornhub gehört weltweit zu den größten Pornoanbietern. Jetzt verlangt eine Petition die Schließung der Seite. (Bild: Ethan Miller/Getty Images)

Über 430.000 Unterstützer hat die Initiative schon auf der Plattform Change.org. Gestartet hatte die Online-Petition Laila Mickelwait unter dem Titel “Shut Down Pornhub”. Die Vorwürfe, die Mickelwait gegen die Betreiber der Seite erhebt, sind heftig. In der Petition beschreibt sie mehrere Fälle, in denen Pornhub nicht gegen eindeutige Fälle von Missbrauch vorgegangen sei. Allein in den vergangenen Monaten seien dort dutzende Videos von Minderjährigen zu sehen gewesen, die sexuell missbraucht oder vergewaltigt wurden. Mehr als 50 Videos zeigten die Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens. Das Mädchen war über ein Jahr lang von ihrer Familie vermisst worden, bis die Videos auf der Seite entdeckt wurden. Ihr Entführer wurde mittlerweile angeklagt. Die insgesamt 58 Videos, die er von dem Missbrauch hochgeladen hatte, waren offensichtlich ungeprüft auf der Website gelandet.

Dem britischen Guardian gegenüber sagte Mickelwait: “Dies ist eine Firma, die durch Werbung und Mitgliederbeiträge Millionenbeträge einnimmt. Trotzdem gelingt es ihnen nicht, die von ihnen gehosteten pornografischen Inhalte zu überprüfen." Mickelwait setzt sich mit ihrer Organisation Exodus Cry gegen Menschenhandel ein.

Das sagt Pornhub zu den Vorwürfen

Die Betreiber von Pornhub wehren sich vehement gegen die Vorwürfe. Man unternehme alles mögliche, um gegen illegale Inhalte vorzugehen, hieß es auf Presseanfragen. Dafür werde beispielsweise ein großes Team eingesetzt, welches jedes hochgeladene Video manuell prüfe. Doch die Realität sieht wohl anders aus, wie Recherchen von Vice Deutschland zeigten. Sowohl Pornhub als auch xHamster sind demnach wenig bemüht, tatsächlich gegen illegale Uploads vorzugehen. Der prominenteste Fall war eine Klage gegen die Produktionsfirma Girls do Porn im vergangenen Jahr. Mehr als 20 Frauen hatten das Unternehmen angezeigt, weil sie unter falschen Angaben gedrängt worden seien, an pornografischen Filmen mitzuwirken. In diesem Fall löschte Pornhub die Videos von der Seite - allerdings erst, nachdem der Rechtsstreit zugunsten der Frauen entschieden worden war.

Ähnliche Erfahrungen machen auch Frauen in Deutschland, die heimlich gefilmte Videos von Pornoseiten entfernen lassen wollten. Im November machte ein Fall Schlagzeilen, in dem sich eine Göttinger Frau gegen Videos wehrte, die heimlich von ihr in einem Spa gemacht und dann auf xHamster hochgeladen worden waren. Zwar löschte der Anbieter den entsprechenden Film, weitere im selben Spa aufgenommene Videos allerdings ließen sie auf der Seite, die Begründung lautet dann “sexuelle Redefreiheit”. Die Betreiber reagieren oft langsam und widerwillig auf Hinweise oder Löschaufforderungen. Mit der Online-Petition könnte nun der Druck nicht nur auf die Pornoanbieter, sondern auch auf die Politik steigen, eine Lösung zu finden.

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