Mit Privatjet Richtung Bunker: So schützen sich die Reichen vor Corona

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Das Coronavirus stellt eine Gefahr für alle Menschen dar. Auch die Reichen bleiben von der Infektionskrankheit nicht verschont. Die Millionäre und Milliardäre haben aber andere Möglichkeiten, um sich vor dem Virus zu schützen.

Symbolbild: Getty Images

Das Coronavirus ist auch ein großer Gleichmacher. Es trifft verschiedene Kulturen und Ethnien, es wütet über Länder und Kontinente hinweg, verschont weder Arme noch Reiche. Die Infektionskrankheit hat überall aber auch ähnliche Emotionen und Handlungen zur Folge. Die Menschen sind verunsichert, verängstigt, verzweifelt. Sie treffen Vorkehrungen, um sich und ihre Lieben zu schützen. Auch hierin bilden die Reichen und Superreichen keine Ausnahme. Wie du und ich versorgen auch sie sich aus Angst vor einer Infektion mit dem Notwendigsten. Der Unterschied zum Verhalten eines Normalsterblichen: Bei den Millionären und Milliardären, den Berühmten und Prominenten sehen Hamstern und Bunkern eine Nummer größer aus.

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Die Reichen sperren sich nicht zu Hause aus, das möglicherweise mitten in einem Corona-Risikogebiet liegt. Sie verbarrikadieren sich in "Katastrophenbunkern" irgendwo im Ausland, die eigens für Notfälle wie die Coronakrise errichtet wurden, berichtet die britische Zeitung The Guardian. Oder sie setzen sich in ihren Ferienhäusern ab, die sich an den Peripherien der Städte oder in entfernteren, weniger risikobehafteten Regionen befinden. Einen Flughafen müssen sie dabei nicht betreten, sie benutzen für den Flug in die Sicherheit ihre Privatjets. Wenn sie über keinen Luxusflieger verfügen, nehmen sie die Dienste von Privatjet-Anbietern in Anspruch. So oder so, begleitet werden sie schon mal von einem medizinischen Personal, das im Notfall mit entsprechenden Behandlungsmaßnahmen zur Stelle wäre.

Ängste und Möglichkeiten der Superreiche

Manche Vermögenden wissen ihre Möglichkeiten auch mit unredlichen auszunutzen. Der Guardian beruft sich auf Fälle in England, die bezeichnend sein dürften. Wie in Deutschland können auch dort nur Menschen auf das Virus getestet werden, die "mit großer Wahrscheinlichkeit" infiziert sind, erklärt die englische Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS). Um diese Einschränkung zu umgehen, bieten Wohlhabende den Kliniken und Praxen für exklusive Tests viel Geld an. Das Blatt zitiert in dem Zusammenhang Mark Ali, den Geschäftsführer von Private Harley Street Clinic in London. Auch seine Gesundheitseinrichtung ist immer wieder mit Bestechungsversuchen konfrontiert – angeblich vergeblich, denn: "Leider können wir keine Tests anbieten", sagt Ali im Interview, "weil alle Tests laut NHS zentral durchgeführt werden müssen."

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Unüberwindbar ist das Hindernis für manche Vermögenden jedoch nicht. An ihre Testergebnisse kommen sie dennoch – über Umwege. Wenn sie sich schon nicht in ihrer Heimat testen lassen können, tun sie es im Ausland. In die Wege leiten das schon mal die heimischen Arztpraxen. Der Guardian beruft sich auf den anonym bleiben wollenden Mitarbeiter einer Harley-Street-Praxis, der ein entsprechendes Vorgehen seiner Einrichtung bestätigt. Andere Wohlhabende tun das Mindeste, um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden. Dieser Gruppe von Besorgten biete seine Klinik intravenöse Infusionen mit Vitaminen und Mineralien an, um ihr Immunsystem zu stärken, sagt Harley-Street-Chef Ali. "Wir wissen, dass 90 Prozent der Erwachsenen einen Vitamin-Mangel haben", fügt er hinzu. "Was könnte da besser sein als ein IV-Immunschub?"

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