Model für einen Tag: Leute bestellen Mode, machen ein Foto und schicken sie zurück

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Auf Instagram will jeder super aussehen. Doch das kann ins Geld gehen. (Bild: Getty Images)

Um mit einem ausgefallenen „Outfit des Tages“ auf Instagram herauszustechen, bestellen sich immer mehr User teure Kleidung im Internet – nur für ein Fotoshooting. Die Modestücke gehen am nächsten Tag zurück zum Versandhändler. Einer Studie zufolge neigen Männer dabei eher zur Retour als Frauen.

Die meisten Modehändler bieten ihren Kunden an, ihre Ware zu Hause auszuprobieren, bevor sie entscheiden, ob sie die Outfits behalten wollen. Dieses Angebot wird von immer mehr Menschen in Anspruch genommen. Insbesondere modebewusste Instagram-User profitieren von dieser Politik.


Vorwiegend sind es Männer

Laut einer Studie des britischen Kreditkartenunternehmens Barclaycard hat jeder zehnte Shopper im Vereinigten Königreich schon mal Kleidung im Internet bestellt, um Fotos für soziale Netzwerke zu schießen. Befragt wurden dafür 2002 Erwachsene im Zeitraum von 25. Mai bis 1. Juni 2018. Demnach sind 17 Prozent der 35- bis 44- jährigen Männer und Frauen Retourmodels. Interessanterweise ließ sich dieses Verhalten bei zwölf Prozent der Männer feststellen – bei Frauen waren es nur sieben Prozent. Auch sind es mit zehn Prozent vorwiegend Männer, die angaben, sich nur einmal im selben Outfit sehen lassen zu wollen, weil ihnen alles andere peinlich wäre. Eine Sorge, die nur sieben Prozent der Frauen plagt.

Um die Stücke später problemlos zurückgeben zu können, lassen 15 Prozent der Männer die Preisschilder unberührt und verstecken diese sorgfältig für ihr Fotoshooting – eine Praxis, die elf Prozent der Frauen zugab. Und sollten sich die Hobbymodels doch dafür entscheiden, die Modestücke zu behalten, so neigen Männer im Vereinigten Königreich dazu, mehr Geld für Fashion auszugeben als Frauen: Sie investieren im Jahr knapp 336 Euro mehr in ihre Kleidung.

Hohe Kosten für die Händler

Der Service, von dem die Kunden profitieren, wirkt sich negativ auf die Umsätze der Händler aus, die in den meisten Fällen die Kosten für die Retouren übernehmen. Die entgangenen Umsätze belaufen sich laut der Studie von Barclaycard auf bis zu sieben Milliarden britischen Pfund (mehr als 7,8 Milliarden Euro) im Jahr. Die Händler hätten sich darauf spezialisiert, die Rücksendeprozesse zu vereinfachen, um das Verlangen ihrer Kunden zu befriedigen und Kosten zu sparen.

„Händler sollten darüber nachdenken, mehr Bildmaterial auf ihrer Webseite zu veröffentlichen, das den Kunden vorführt, wie die Modestücke auf unterschiedliche Weise getragen werden können“, schlägt der Leiter für Payment Solutions bei Barclaycard, George Allardice, vor. So könnten Instagram-User mehr aus den bestellten Kleidungsstücken holen, was die Masse der zurückgesendeten Teile womöglich reduzieren könne.