Mukbangs: 22-Jährige kündigt Job, um als Profi-Esser Geld zu verdienen

Weil es ihr in ihrem Job zu doof wurde, entschied sich Charna Rowley aus Großbritannien, sich stattdessen beim Essen zu filmen und damit Geld zu verdienen. Doch das Ergebnis ist enttäuschend.

Unmengen Essen zu verschlingen und sich dabei zu filmen, das ist erstaunlicherweise immer noch im Trend. (Bild: Getty Images)

Wer heutzutage reich und berühmt werden will, sollte am besten gut mit einem Kochlöffel umgehen können. Denn kaum ein Themenbereich trifft derzeit auf so viel Interesse, wie Essen. Shows wie "Grill den Henssler" oder "The Great British Bake Off" begeistern ein Millionen-Publikum; Rezepte-Blogs und Instagram-Accounts machen Influencer aus Leuten, die ein Talent für schöne und leckere Gerichte haben; und dann wären da natürlich noch die "Mukbangs": Menschen, die sich beim Verspeisen großer Mengen von Essen filmen und die Videos ins Internet stellen.

Leben wie ein Influencer? Das wird teuer!

Seinen Ursprung fand der Trend in Südkorea, der Name setzt sich aus den Wörtern für Essen ("mokda") und senden ("bangson") zusammen. Und so verrückt es auch klingen mag: Mit Mukbang kann man reich werden.

Die Koreanerin Inah Cho etwa verdient mit ihren Videos pro Monat um die 10 000 Euro. Bis zu sechs Stunden verbringt sie am Tag vor der Kamera, filmt sich zuhause oder im Restaurant beim Verdrücken riesiger Mengen von Essen. Zu ihren beliebtesten Uploads auf YouTube zählen ein Steak-Gelage, bei dem die zierliche junge Frau 3 kg Rindfleisch verdrückt, eine überdimensionale Portion gebratener Reis, sowie eine Sushi-Party. Letzteres Video wurde von mehr als 1 Million Menschen gesehen.

Was ist das Erfolgsrezept von Mukbang?

Doch auch Mukbang ist eine Kunst. Nicht jeder, der sich daran versucht, wird automatisch Erfolg damit haben. Das zeigt nicht zuletzt das Beispiel der Britin Charna Rowley: die 22-Jährige kündigte ihren Job, um Mukbang-Star zu werden.

Selfies schießen mit Diplom: Influencer ist jetzt ein Studiengang

Allerdings finden die Unmengen von Fastfood, die das Mädchen vor laufender Kamera herunterschlingt, keine Anerkennung im Netz. Um die 50 000 Klicks hat das meistgesehene Video auf dem YouTube-Kanal "Charnation".

Möglicherweise liegt an der mangelnden Ästhetik und Hingabe, mit der Rowley die Sache angeht: Sie holt ihr Essen ausschließlich beim Take-Away und packt zu Hause vor der Kamera ihre Einwegplastiktüten aus und klatscht das Essen auf einen großen Teller – das bekommt wohl noch jeder Zuschauer selbst hin.

Momentan kostet das Projekt die 22-Jährige mehr Geld, als sie damit verdient. Rowleys Ausgaben für die Essenslieferungen belaufen sich laut einem Bericht von UniLad auf bis zu 1000 Pfund. Darum arbeitet sie inzwischen wieder halbtags in einem Warenhaus. Ihren Traum von großen YouTube-Fame hat sie jedoch noch nicht aufgegeben. Gegenüber UniLad erklärt Rowley: "Mein ultimatives Ziel ist es, 10 000 Kalorien auf einmal zu verspeisen. Damit werde ich den Leuten zeigen, wie selbstbewusst ich bin."

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