Musikspieler für Kinder: Die meisten sind zu laut

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Altersgerechte Musikspieler für die Kleinsten gibt es viele. Stiftung Warentest schickte 13 der bunten Geräte für Kinder ab 3 Jahren auf den Prüfstand. Viele sind schnitten nur mit „Ausreichend“ ab, vier fielen mit „Mangelhaft“ durch, nur ein Musikspieler schaffte die Note „Gut“.

13 Kindermusikspieler mit internem SD- oder USB-Speicher sowie tragbare Kinder-CD-Spieler wurden von den Testern unter anderem auf ihre Verarbeitung, Handhabung, Lautstärke, Sicherheit und Schadstoffe getestet. Zusätzlich durften Spezialtester Hand anlegen. Die 13 Geräte wurden unter den Augen erwachsener Experten von einer Kindergartengruppe ausprobiert.

Schnell stellte sich beim Test heraus, dass die Lautstärke bei den meisten Musikspielern nicht kindgerecht und somit problematisch ist.

Elf der 13 Modelle zu laut
Als viel zu laut befanden die Prüfer die Modelle von Idena und Lenco, sie tönten mit mehr als 85 Dezibel. Zu viel für zarte Kinderohren. Dafür gab es jeweils die Note „Mangelhaft“. Acht weitere Geräte befand Stiftung Warentest als zu laut, wenn sie mit Kopfhörer genutzt werden. „Die müssen zum Glück nicht sein. Es ist ohnehin besser, bei Kindern auf Kopfhörer zu verzichten. Die Knirpse sollten sie nur in Ausnahmefällen verwenden“, rät die Berliner Lärmforscherin Brigitte Schulte-Fortkamp.

Lesen Sie auch: Apple AirPods Pro im Test

Die Kopfhörer lagen den Geräten nicht bei, lassen sich aber bei den meisten anschließen. Je nach Kopfhörer könne auch die Lautstärke variieren. Besondere Vorsicht gelte bei In-Ohr-Kopfhörern, weil sie direkt im Gehörgang stecken.

Der Testsieger: Hörbert

Nur ein einziges Gerät schnitt im aktuellen Test mit dem Qualitätsurteil „Gut“ ab. Das Modell Hörbert vom Hersteller Winzki überzeugte die Prüfer, ist allerdings mit 239 Euro auch das teuerste Modell im Test. Das Gerät ist aus Holz gefertigt, spielt Musik von der Speicherkarte und überzeugte bei Lautstärke, Handhabung, Verarbeitung und Batterielaufzeit.

>>> Hier den Testsieger kaufen: Hörbert von Winzki

Abgesehen vom Testsieger hält Stiftung Warentest nur zwei weitere Geräte für empfehlenswert: Die Boxine Toniebox (79,50 Euro) schnitt im Test „Befriedigend“ ab. Ihr kam positiv zugute, dass sich die Kopfhörer- Lautstärke im Kundenkonto begrenzen lässt.

Der beste CD-Player für Kids ist der Avengers von Lexibook, der für durchschnittlich 50 Euro zu haben ist. Der günstigste CD-Player im Test kommt von AEG. Der Sing Along CDK 4229 kostet 32,50 Euro, konnte aber beim Klang nicht überzeugen und schnitt nur mit „Ausreichend“ ab.

Einer ist schadstoffbelastet

Der CD-Spieler Kids Unicorn Edition von BigBen ebenfalls mit „Mangelhaft“ durch. An ihm bemängelten die Prüfer nicht nur die Lautstärke, sondern fanden überdies auch noch den Schadstoff Naphthalin in den Bedienknöpfen des Geräts. Die Belastung habe oberhalb des Grenzwerts des GS-Zeichens gelegen, heißt es im Prüfbericht. Naphthalin gehört zu den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und steht im Verdacht Krebs zu erzeugen.

Immerhin: Bei allen anderen Geräten inklusive der Mikrofone und Figuren entdeckte das Labor keine heiklen Schadstoffmengen.

Die wichtigsten Testergebnisse im Überblick

Hörbert (Gut, ohne CD Spieler)

X4-Tech Dogbox (Mangelhaft, ohne CD Spieler)

Tiger Media Tigerbox (Ausreichend, ohne CD Spieler)

Boxine Toniebox (Befriedigend, ohne CD Spieler)

AEG Sing Along (Ausreichend, mit CD Spieler)

Lexibook Peppa Pig (Ausreichend, mit CD Spieler)

X4-Tech Bobby Joey (Ausreichend, mit CD Spieler)

BigBen Kids My Mia (Ausreichend, mit CD Spieler)

Lexibook Avengers (Befriedigend, mit CD Spieler)

Ok. ORC511 (Ausreichend, mit CD Spieler)

Tipp von Stiftung Warentest: Auf ohrka.de gibt es kostenlose Hörbücher zum Herunterladen, die von Promis wie Katharina Thalbach oder Anke Engelke vorgelesen werden.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Kindermusikspieler“ finden Sie hier (kostenpflichtig).