Nach Musk-Beben: Twitter verzeichnet hohen Nutzerschwund - rechte Accounts profitieren

Seit dem Kauf durch Elon Musk verzeichnen vor allem Prominente starke Verluste ihrer Follower auf Twitter. (Bild: 2022 Getty Images/Scott Olson)
Seit dem Kauf durch Elon Musk verzeichnen vor allem Prominente starke Verluste ihrer Follower auf Twitter. (Bild: 2022 Getty Images/Scott Olson)

Nach Bekanntwerden der Übernahme durch Elon Musk verzeichnet der Kurznachrichtendienst Twitter eine starke Schwankung seiner Nutzerkonten: Prominente Nutzer wie Barack Obama und Katy Perry verloren Tausende Follower. Politisch rechts gerichtete Accounts können sich hingegen über Zugewinne freuen.

Nur wenige Stunden, nachdem bekannt wurde, dass Tesla-Chef Elon Musk Twitter für 44 Milliarden Dollar kaufen wird, verzeichnet der Kurznachrichtendienst offenbar den Verlust Tausender Nutzerkonten. Ablesbar ist dies an den Follerwzahlen zahlreicher Prominente. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama, dem auf Twitter die meisten Menschen folgen, hat schlagartig rund 300.000 Abonnenten weniger. Katy Perry, die hinter Justin Bieber auf Platz drei der Rangliste steht, verlor mehr als 200.000 Follower.

Rechts orientierte Politiker können sich derweil über einen starken Zulauf freuen: Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene hatte am Tag vor der Übernahme durch Musk 539.000 Follower. Inzwischen folgen der 47-Jährigen über 647.000 Menschen. Der umstrittene rechtspopulistische brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gewann fast 90.000 Follower binnen eines Tages. Auch der US-Republikaner Matt Gaetz freut sich: "Es ist wirklich bemerkenswert, wie konservative Konten heute massive Follower-Zuwächse verzeichnen", twitterte er am Dienstag.

Elon Musk ist medial omnipräsent - und wohl schon bald selbst Herr über ein digitales Massenmedium. (Bild: 2020 Getty Images/Maja Hitij)
Elon Musk ist medial omnipräsent - und wohl schon bald selbst Herr über ein digitales Massenmedium. (Bild: 2020 Getty Images/Maja Hitij)

Twitter kündigt Untersuchung an

Am Dienstag veröffentlichte Twitter eine Stellungnahme: Der Kurznachrichtendienst erklärte, dass die "Schwankungen bei den Followerzahlen" von "organischen" Account-Schließungen herrühren: "Während wir weiterhin Maßnahmen gegen Konten ergreifen, die gegen unsere Spam-Richtlinien verstoßen, was sich auf die Anzahl der Follower auswirken kann, scheinen diese Schwankungen größtenteils auf eine Zunahme der Erstellung neuer Konten und der Deaktivierung zurückzuführen zu sein." Man werde die "jüngsten Fluktuationen bei den Followerzahlen" untersuchen, heißt es weiter.

Immer wieder kommt es zu routinemäßigen Säuberungen der Plattform, bei denen Bots und gefälschte Accounts gelöscht werden. Den jüngsten Nutzerschwund erklärt dies jedoch nicht. Elon Musk hatte angekündigt, durch den Twitter-Kauf die "Meinungsfreiheit" auf der Plattform stärken zu wollen: "Mein starkes intuitives Gefühl sagt mir, dass eine öffentliche Plattform, der man maximal vertrauen kann und die alle einschließt, für die Zukunft der Zivilisation extrem wichtig ist; die wirtschaftlichen Aspekte sind mir völlig egal", sagte er auf einer TED-Konferenz in Vancouver am 14. April. Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass es künftig zu noch mehr Hetze und der Verbreitung von Falschinformationen im Netz kommen werde.

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