Mutter entsetzt: Alexa empfiehlt Zehnjähriger gefährliche Penny Challenge

·Freie Autorin
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Sprachassistenten können das Leben leichter machen, bergen allerdings auch Tücken. Ein neuer Fall zeigt nun wieder, dass die Smartgeräte nicht so smart sind, wie es oft scheint.

Alexa holt sich seine Informationen auch nur aus dem Internet - teilweise ungefiltert (Symbolbild: Getty Images)
Alexa holt sich seine Informationen auch nur aus dem Internet - teilweise ungefiltert (Symbolbild: Getty Images)

Denn als ein zehnjähriges Mädchen das Amazon-Sprachassistenzsystem Alexa nach einer sportlichen Herausforderung - auf englisch "challenge" - fragte, durchforstete dieses in typischer Alexa-Manier Google-Suchergebnisse und schlug dem Kind schließlich die sogenannte Penny Challenge vor. Dabei handelt es sich allerdings um einen gefährlichen Social-Media-Trend, der im schlimmsten Fall schwere Verletzungen und Brände zur Folge haben kann.

Kristin Livdahl beschrieb den Vorfall auf Twitter. Ihre Tochter habe sportliche Übungen machen wollen und hierfür das Youtube-Video eines Sportlehrers zum Vorbild genommen. Als dieses zu Ende war, suchte sie nach Inspiration für neue und fragte Alexa: "Tell me a challenge to do." Übersetzt heißt dies: "Schlag mir eine Herausforderung vor."

"Hier ist etwas, das ich im Netz gefunden habe", lautete die Antwort von Alexa, die sich daraufhin von der Website "ourcommunitynow.com" die Penny Challenge zog und diese im Detail beschrieb. Bei der Challenge, die vor einigen Monaten die Runde auf TikTok und Youtube machte, geht es darum, mit einem Handy-Ladegerät und einer Penny-Münze an einer Steckdose zu hantieren.

So gefährlich ist die Penny Challenge

Der von Alexa zitierte Artikel auf "ourcommunitynow.com" hatte vor dieser Challenge allerdings eindringlich gewarnt - und das aus gutem Grund. Experten war der buchstäblich brandgefährliche Trend bereits 2020 ein Dorn im Auge gewesen.

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In diversen Medien warnten Feuerwehrleute vor der Gefahr von Elektroschocks, Stromschäden und sogar Bränden. "Die Folge können ernsthafte Verletzungen sein", sagte ein Feuerwehrmann in der "York Press" zu der Penny Challenge. "Ich weiß, dass man dabei Finger, Hände und Arme verlieren kann", sagte er und fügte hinzu, dass ein Elektroschock im schlimmsten Fall auch zum Tod führen könne.

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Dementsprechend erschrocken war Livdahl gewesen, als Alexa ihre Tochter dazu ermuntern wollte, die Penny Challenge nachzuahmen. "Ich war dabei und habe 'Nein, Alexa, nein' gerufen, als wäre es ein Hund", schreibt sie auf Twitter. Ihre Tochter hätte ihr jedoch versichert, dass sie dieser Aufforderung des Smartgeräts auch ohne Eingreifen ihrer Mutter nicht nachgekommen wäre.

Gefährlich ist diese Sicherheitslücke bei dem Sprachassistenten von Amazon dennoch. Wie die "BBC" berichtet, hat der Konzern diese mittlerweile ausgeräumt. "Das Vertrauen unserer Kunden hat oberste Priorität, und Alexa ist designt, um exakte, relevante und hilfreiche Informationen zu bieten", zitiert der Sender aus einem Statement von Amazon. "Sobald wir von diesem Fehler erfahren haben, haben wir ihn sofort behoben."

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