Mutter kämpft gegen Lebensmittelverschwendung und reduziert Kosten für Wocheneinkauf auf nur 21 Euro

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Kelley hat früher über 80 Britische Pfund (etwa 94,20 Euro) pro Woche für Lebensmittel ausgegeben. (Collect/PA Real Life)
Kelley hat früher über 80 Britische Pfund (etwa 94,20 Euro) pro Woche für Lebensmittel ausgegeben. (Collect/PA Real Life)

Der Klimagipfel bestimmt gerade die Nachrichten und wir machen uns alle Gedanken darüber, wie wir die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren und nachhaltiger leben können. Eine Frau hat dies tatsächlich in die Tat umgesetzt.

Die NHS-Krebshilfekoordinatorin und zweifache Mutter Kelley Szostak (36) hat dafür gesorgt, dass ihre Familie keinen Abfall mehr produziert, und sagt, dass sie sich dank der Ersparnisse jetzt unglaubliche Urlaube leisten können.

Kelley schwört darauf, in lokalen Supermärkten einkaufen zu gehen, die Lebensmittel verkaufen, deren Haltbarkeitsdatum fast oder bereits erreicht ist. Diese werden zu einem günstigeren Preis verkauft, wodurch sie ihre wöchentlichen Lebensmittelkosten von 80 Britischen Pfund (umgerechnet ca. 93,90 Euro) auf nur 18 Britische Pfund (umgerechnet ca. 21,13 Euro) reduzieren konnte.

Kelley, die mit ihrem Mann Alex (35) und ihren beiden Söhnen Alistair (4) und Fraser (18 Monate) in Pendle in der englischen Grafschaft Lancashire wohnt, sagte: „Die Lebensmittelmengen, die in diesem Land im Müll landen, sind kriminell. Leute müssen hungern, während Essen, das noch völlig in Ordnung ist, weggeworfen wird. Ich finde es schlimm.“

„Ich leiste meinen Beitrag, um meinen CO2-Fußabdruck zu verringern und meiner Familie eine günstigere und nachhaltigere Lebensweise zu ermöglichen.“

Kelly sagt, dass genießbare, sichere Lebensmittel niemals weggeworfen werden sollten. (Collect/PA Real Life)
Kelly sagt, dass genießbare, sichere Lebensmittel niemals weggeworfen werden sollten. (Collect/PA Real Life)

Kelley war 2011 zum ersten Mal in einem Supermarkt für Überschüsse, als sie in Sheffield lebte. „Ich hatte von dem Laden gehört und wollte ihn mir selbst ansehen“, erklärte sie. „Es war ein winziges Lager, in dem Kühlschränke, Gefrierschränke und Regale standen, die voller Dinge waren, deren Haltbarkeitsdatum fast erreicht war.“

„Ich war überrascht davon, wie viele tolle Sachen ich gefunden habe. Als mir bewusst wurde, dass das alles sonst in den Müll gegangen wäre, war ich entsetzt.“

Seit sie Mutter ist, macht sich Kelley mit jedem Jahr mehr Gedanken über die Ausmaße von Lebensmitteln, die jährlich im Abfall landen.

„Es ist schlimm darüber nachzudenken, dass sich in diesem Land wirklich viele Menschen nichts zu Essen leisten können, besonders weil es wirklich zu verhindern wäre“, sagte sie. „Wenn den Leuten, die es nötig haben, mehr Lebensmittel zur Verfügung gestellt würden, anstatt weggeworfen zu werden, müssten sehr viel weniger Menschen Hunger leiden. Essen ist im Magen besser aufgehoben als in der Mülltonne.“

Jede Woche legt Kelley einen geringen Geldbetrag für ihren Lebensmitteleinkauf beiseite, was weitaus weniger ist als die ohnehin schon recht bescheidenen 80 Britischen Pfund, die sie früher ausgab, um ihre Familie zu ernähren.

Kelley ernährt ihre vierköpfige Familie für nur 18 Britische Pfund (umgerechnet ca. 21,13 Euro) pro Woche. (Collect/PA Real Life)
Kelley ernährt ihre vierköpfige Familie für nur 18 Britische Pfund (umgerechnet ca. 21,13 Euro) pro Woche. (Collect/PA Real Life)
Kelley sagt, dass man Ernährungsarmut in Großbritannien einfach beseitigen könnte. (Collect/PA Real Life)
Kelley sagt, dass man Ernährungsarmut in Großbritannien einfach beseitigen könnte. (Collect/PA Real Life)

„Ich komme wöchentlich mit einem sehr geringen Budget aus und wir sparen so viel Geld, indem wir reduzierte Lebensmittel kaufen. Indem wir die Kosten für Lebensmittel wöchentlich um 62 Pfund (umgerechnet ca. 73 Euro) gesenkt haben, konnten wir zumindest vor der Pandemie zwei tolle Familienurlaube in Australien und Neuseeland machen. Wir waren auch am Südpazifik und haben zwei Wochen auf Samoa Urlaub gemacht“, verrät sie.

„Im Laufe der Jahre habe ich viel über die Lagerung von Lebensmitteln gelernt und wie man sie am besten erhalten kann. Zum Beispiel sollte man Frühlingszwiebeln in ein kleines Glas Wasser stellen, bevor sie in den Kühlschrank kommen, damit sie länger frisch bleiben, oder Fleisch vor dem Einfrieren in einzelne Portionen unterteilen.“

Kelley hat zwei Gefrierschränke, „denn weil ich so viel Überschuss kaufe, haben wir Zugriff auf sehr viele verschiedene Lebensmittelarten.“ Alternative Lebensmittelgeschäfte haben dazu verhindert, dass Kelleys Söhne beim Essen zu wählerisch sind.

„Sie ernähren sich sehr abwechslungsreich wegen der ganzen Dinge, die ich koche. Man weiß nie, was man in diesen Läden bekommt, also essen wir sehr viele verschiedene Gerichte.“

Kelley hat mittlerweile zwei Gefrierschränke, um ihr preisreduziertes Essen zu verstauen (Collect/PA Real Life)
Kelley hat mittlerweile zwei Gefrierschränke, um ihr preisreduziertes Essen zu verstauen (Collect/PA Real Life)
Kelley konnte die Kosten für ihren Wocheneinkauf auf nur 18 Britische Pfund (umgerechnet ca. 21,13 Euro) reduzieren. (Collect/PA Real Life)
Kelley konnte die Kosten für ihren Wocheneinkauf auf nur 18 Britische Pfund (umgerechnet ca. 21,13 Euro) reduzieren. (Collect/PA Real Life)

Aber der Zustand der Lebensmittelproduktion und Verschwendung von Lebensmitteln in Großbritannien sind immer noch ein Problem, das Kelley Sorgen bereitet.

„Hunderttausende Tonnen an Lebensmitteln landen im Müll und es gibt so viele Menschen, die sich nichts zu Essen leisten können. Es sollte in diesem Land eigentlich gar kein Problem sein. Wenn es Essen gibt, das völlig sicher von Menschen gegessen werden kann, warum sollten Menschen es nicht erhalten?“

Sie empfiehlt die Too Good to Go-App. „Ich kaufe auch vom The Real Junk Food-Projekt in Leeds. Das ist eine Organisation, die Essen, das Supermärkte, Restaurants und andere unabhängige Lebensmittelanbieter entsorgen würden, zum Kauf anbietet. Man kann selbst entscheiden, wie viel man bezahlen möchte.“

Kelley will ihren Beitrag dazu leisten, über die Verschwendung von Lebensmitteln aufzuklären. Sie hofft, mehr Menschen dazu zu ermutigen, in Supermärkten für Überschüsse einzukaufen. Sie sagte: „Ich habe bereits eine Menge Leute bekehrt. Meine ganze Familie und alle meine Freunde sind dabei und ich nutze die sozialen Medien, um meine Botschaft zu verbreiten.“

Kelley sagt, ihre Kinder haben dank der Supermärkte für Überschüsse eine sehr abwechslungsreiche Ernährung. (Collect/PA Real Life)
Kelley sagt, ihre Kinder haben dank der Supermärkte für Überschüsse eine sehr abwechslungsreiche Ernährung. (Collect/PA Real Life)

„Alles, was ich sehen will, ist wie Leute Erfolg damit haben. Denn je mehr Leute so einkaufen, desto mehr hilft es uns allen.“

Zu den Dingen, die sie einkauft, sagt sie: „Es gibt ein häufiges Missverständnis, dass man, wenn man abgelaufene, reduzierte Lebensmittel kauft, vielleicht mal ab und zu ein Käsesandwich oder eine abgelaufene Tüte Chips oder Kekse bekommt. Aber bei uns ist das nicht der Fall.“

„Wir essen sehr viel mehr Gemüse, denn wir kaufen Kisten mit Gemüse, das nicht hübsch genug aussieht, um in normalen Läden verkauft werden zu können. Alles, was wir kaufen, ist wirklich von hoher Qualität und wir versorgen nicht nur unsere vierköpfige Familie, sondern kochen auch für die Schwiegereltern und den Großvater meines Mannes.“

„Es hängt wirklich von dir selbst ab, was du mit Essen machst und wie sehr du deine Fantasie nutzen willst. Wenn du nicht weißt, wie du etwas zubereiten sollst, sieh dir ein Video bei YouTube an. Du wirst sehen, dass es sehr viel einfacher ist als gedacht.“

Flic Everett

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