Mutter rechnet mit Kritikern ihres Assistenzhundes ab: „Nicht alle Behinderungen sind sichtbar”

Eine Mutter aus Florida hatte sich nach einer unangenehmen Begegnung in Disney World an die Sozialen Medien gewandt, um die Menschen daran zu erinnern, dass nicht jede Behinderung sichtbar ist.

Foto über Facebook

Jenn Bethune, Ehefrau und vierfache Mutter aus Tampa, Florida, ist es gewohnt, ihr Leben mit der Welt über ihren Blog und ihre Facebook-Seite „Red White & Bethune“ zu teilen. Als Besitzerin eines Tierpflegesalons ist Bethune normalerweise von Tieren umgeben. Die Familie hat vier eigene Hunde, einschließlich Bethunes getreuem Assistenzhund – ein Königspudel namens Theodore.

Am 30. August teilte die 32jährige ein Foto bei Facebook, das sie mit Theodore bei einem kürzlichen Besuch in Disney World zeigt. Trotz ihres Lächelns fügte Bethune eine herzzerreißende Botschaft an die Frau und den Mann hinzu, die daran gezweifelt hatten, ob der Assistenzhund „echt“ sei, da sie doch „ganz normal“ aussehe.

Foto über Facebook/RedWhiteandBethune

In einem Beitrag, der bisher mehr als 75.000 mal geteilt wurde, schreibt Bethune, dass sie bereits vielen Leuten begegnet sei, die bezweifelt hätten, dass mit ihr irgendetwas „nicht stimmt“, weil sie keine körperlichen Beeinträchtigungen hat und ziemlich normal wirkt.

„Wisst ihr, nicht alle Behinderungen sind sichtbar“, erklärte sie. „Ich habe PTBS (posttraumatische Belastungsstörung), nachdem ich mit ansehen musste, wie mein sechsjähriger Sohn vor meinen Augen bei einem Verkehrsunfall ums Leben kann. Wir waren auf dem Weg nach Disney World, um seinen siebten Geburtstag zu feiern. Jeden Tag geht mir das Bild durch den Kopf, wie mein Kind stirbt. Jeden Tag meines Lebens, die letzten acht Jahre lang... Ich habe fürchterliche Panikattacken, die völlig wahllos einsetzen. Ich kann sie nicht vorhersagen. Nachts habe ich fürchterliche Albträume und Angstzustände.“

Die Familie Bethune. Foto über Facebook/RedWhite&Bethune

Assistenz bei psychischen Problemen

Obwohl Assistenzhunde oft damit assoziiert werden, dass sie Menschen mit Seh- oder Gehörschäden, mit Mobilitätsproblemen oder anderen körperlichen Beeinträchtigungen zur Seite stehen, sind sie mittlerweile auch eine sehr beliebte Unterstützung bei ernsthaften psychischen Problemen, wie zum Beispiel PTBS.

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Assistenzhunde werden dazu ausgebildet, die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zu erfüllen. Laut der Vereinigung „Service Dog for America“ kann jede Hunderasse dazu ausgebildet werden, jemandem bei einer Panikattacke zu helfen oder die Person abzulenken – indem sie sie anstupsen, mit der Pfote berühren oder sich an sie anlehnen. Sie können Medikamente holen und in einer Menschenmenge Platz für die Person machen, die Symptome einer Panikattacke zeigt. Sie können außerdem medizinische Notfallsysteme aktivieren, um Hilfe zu holen.

Foto über Facebook/RedWhite&Bethune

Bethune sagt, ihr Assistenzhund Teddy würde ihr dabei helfen, ruhig zu bleiben und sich zu erden, so dass sie im Fall einer Panikattacke ihre Emotionen in den Griff bekommen und wieder in den gegenwärtigen Moment zurückkehren kann. Weil sie sich auf einen Assistenzhund verlassen kann, der sie tröstet, wenn er ihre Panik spürt, ist sie nicht auf süchtig machende Medikamente oder Beruhigungsmittel angewiesen.

“Mein bester Freund”

„Dieser Assistenzhund ist mein bester Freund... Wenn er in seiner Weste „arbeitet“, läuft er direkt neben mir her und zieht mich nicht hinter sich her. Er lässt sich nicht durch andere Hunde ablenken, die uns begegnen. Er achtet immer darauf, was ich mache, und ob sich bei mir Angst entwickelt“, schrieb Bethune.

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Teddys Rolle als Assistenzhund ist das Ergebnis harter Arbeit und einer Ausbildung.

„Wenn ich einfach nur „mein Haustier überallhin mitnehmen“ wollte, dann wäre er nicht so gut erzogen und so auf meine Bedürfnisse fixiert“, fügte sie hinzu.

Foto über Facebook/RedWhite&Bethune

Bethune hofft, dass ihre Geschichte die Stigmatisierung von Menschen beendet, die Assistenzhunde zur emotionalen Unterstützung benötigen. Sie möchte andere Menschen auch zu mehr Mitgefühl anregen.

„Man weiß überhaupt nicht, was jemand durchgemacht hat und womit er lebt. Anstatt jemanden zu verurteilen, sollte man vielleicht einfach Mitgefühl für dessen Situation zeigen, anstatt abfällige Bemerkungen im Vorbeigehen zu machen“, schrieb sie. „Nein, ich MUSS mich nicht erklären, aber ich tue es, um vielleicht anderen Menschen mit Assistenzhunden zu helfen, die dieselben Erfahrungen mit gemeinen Menschen gemacht haben wie ich. Und vielleicht, ganz vielleicht, werden auch diese gemeinen Menschen das hier lesen und begreifen, wie sehr sie uns eigentlich kränken.“

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Elizabeth Di Filippo