20-Jähriger findet seine leibliche Mutter - die im gleichen Krankenhaus arbeitet wie er

·Freie Journalistin

Nach zwei Jahrzehnten des Suchens hat sich ein Mann aus Utah wieder mit seiner leiblichen Mutter vereint, nachdem sie ihm im vergangenen November eine Facebook-Nachricht schickte. Und dann stellten beide auch noch fest, dass sie im gleichen Krankenhaus arbeiten.

Selbst wenn eine Mutter ihr Kind zur Adoption freigibt, vergisst sie es meist ein Leben lang nicht. (Symbolbild: Getty Images)
Selbst wenn eine Mutter ihr Kind zur Adoption freigibt, vergisst sie es meist ein Leben lang nicht. (Symbolbild: Getty Images)

Nach 20 Jahren sind Mutter und Sohn wieder vereint und stellen fest, dass die Verbindung zwischen ihnen nie wirklich abgebrochen ist. Sowohl psychisch als auch physisch. Denn ohne dass sie es wussten, haben sie schon seit zwei Jahren den gleichen Arbeitsplatz. Getroffen haben sie sich dort allerdings nie.

Benjamin Hulleberg, aus dem US-Bundestaat Utah, wusste schon immer, dass er von seinen Eltern Angela und Brian Hulleberg adoptiert worden war. Von seiner leiblichen Mutter hingegen kannte er die ersten 20 Jahre seines Lebens nur ihren Vornamen: Holly.

Dabei hätten die Adoptiveltern immer sehr positiv über Holly gesprochen, sagte Hulleberg gegenüber der Fernsehshow Good Morning America. "Meine Eltern brachten immer ihre Dankbarkeit für Holly zum Ausdruck."

Mutter und Sohn suchten sich gegenseitig im Internet

Auch Holly Shearer hat ihr Baby nie vergessen, das sie vor 20 Jahren am Erntedankfest zur Adoption freigegeben hatte. "Er war immer in meinen Gedanken. Mehr noch an Feiertagen und seinen Geburtstagen. Es war eine Achterbahn der Gefühle", sagte die 36-jährige Shearer zu GMA. "Ich habe die ganze Zeit an ihn gedacht."

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Als sie ihren Sohn zu Adoption freigab, sei sie ein junger Teenager gewesen. Die ersten drei Jahren hätten die Hullebergs ihr noch Briefe und Fotos von Benjamin geschickt. Nachdem sie dies einstellten und ihre Adoptionsagentur 2014 geschlossen wurden, wuchs Shearers Unruhe.

Shearer suchte Benjamin online und landete auf seiner Social-Media-Seite. "Er war 18, als ich ihn fand, und ich zögerte sehr", erzählte sie. "Er hatte so viel zu tun in seinem Leben. Das Letzte, was ich wollte, war, Unruhe in sein Leben zu bringen. Also habe ich nur aus der Ferne zugesehen."

Auch Benjamin suchte unterdessen nach seiner Mutter. Er schrieb Briefe, meldete sich bei einem Adoptionsregister an und machte sogar einen DNA-Test in der Hoffnung, die Frau zu finden, die er nur als Holly kannte.

"Die vergangenen 20 Jahre meines Lebens habe ich auf diesen Moment gewartet"

Als Shearer ihm vor sechs Monaten nach langem Zögern dann doch eine Facebook-Nachricht schickte, in der sie ihm alles Gute zum Geburtstag wünschte, wurde Hullebergs Welt auf den Kopf gestellt. "Ich habe geweint. Es waren alles sehr positive Emotionen", sagte er. "Die vergangenen 20 Jahre meines Lebens habe ich auf diesen Moment gewartet, und als es endlich passierte, musste ich das erstmal verdauen."

Nachdem er so lange gewartet hatte, verschwendete Hulleberg keine Zeit und bat Shearer, sich mit ihm zu treffen. Und so planten sie schon für den nächsten Tag ein Abendessen, um ihre beiden Familien zusammen zu führen.

Am 21. November 2021 kamen Shearer und Hulleberg dann endlich wieder zusammen. "Ich würde definitiv sagen, dass ein Traum wahr geworden ist", sagte Hulleberg dazu. Ihr Treffen dauerte mehrere Stunden und war sehr emotional. "Es fühlte sich an, als wären keine 20 Jahre vergangen, obwohl Benjamin inzwischen erwachsen geworden war, aber die Verbindung zwischen den beiden ist immer noch da", sagte Benjamins Adoptivmutter, Angela Hulleberg, die ebenfalls bei dem Treffen anwesend war.

So fern und doch so nah beieinander

Und dann stellten Shearer und Benjamin Hulleberg auch noch fest, dass sie in all den Jahren so nah beieinander gewesen waren. Beide arbeiten nämlich im St. Mark's Hospital von HCA Healthcare in Salt Lake City. Shearer ist dort medizinische Assistentin im The Heart Center von St. Mark's, während Hulleberg ehrenamtlich auf der Neugeborenen-Intensivstation des Krankenhauses arbeitet.

An dieser sei Shearer jeden Morgen auf dem Weg zu ihrer Arbeit vorbeigeommen. "Wir haben in derselben Garage geparkt, hätten auf derselben Etage sein können, hatten keine Ahnung, dass wir uns so nahe waren", sagte sie.

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Seit der Wiedervereinigung mit Shearer und ihrer Familie hat sich Hulleberg auch mit seinem jüngeren Halbbruder und seiner Halbschwester getroffen. Shearer, die er jetzt auch "Mama" nennt, versucht er mindestens einmal pro Woche in ihrem Büro zu treffen. "In der Lage zu sein, mich mit meiner leiblichen Mutter hinzusetzen und einfach Kaffee zu trinken und zu reden, bevor ich meine Schicht mache? Das ist unglaublich", sagte er.

Und auch Shearer kann ihr Glück kaum fassen. "Es ist einfach spannend. Ich bin Teil seines Lebens. Nur zu wissen, dass seine Telefonnummer in meinem Telefon ist und ich ihn jederzeit anrufen oder ihm eine SMS schreiben kann … es ist erstaunlich", sagte sie. "Mein Herz ist voll."

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