Nach Aufregung um Kardashian-Baby: Wie bedenklich sind Ohrlöcher bei Kleinkindern?

Hannah Sommer
·Freie Autorin für Yahoo Style
Khloé Kardashians Baby True ist erst zwei Monate alt. Ein Ohrpiercing wie auf dem rechten Symbolbild hat es trotzdem schon. (Bilder: Instagram/Khloé Kardashian; Symbolbild Getty Images/PhotoAlto/Ale Ventura)
Khloé Kardashians Baby True ist erst zwei Monate alt. Ein Ohrpiercing wie auf dem rechten Symbolbild hat es trotzdem schon. (Bilder: Instagram/Khloé Kardashian; Symbolbild Getty Images/PhotoAlto/Ale Ventura)

Für viele ist es ein No-Go: Khloé Kardashian hat ihrem Baby Ohrlöcher stechen lassen. Ist das niedlich oder doch eher Körperverletzung? Was Ärzte diesbezüglich raten.

Khloé Kardashian hat ihrem knapp zwei Monate alten Baby True bereits Ohrringe und die dazu nötigen Ohrlöcher verpasst. Via Instagram-Story ließ sie ihre User daran teilhaben. Damit hat sie heftige Kritik auf sich gezogen. „Barbarisch“, findet das einer. „Natürlich hat Khloe Kardashian Trues Ohren gepiercet, diese ganze Familie kümmert sich einzig und allein darum wie sie aussieht! Ich bin überrascht, dass noch keine von ihnen MakeUp auf ihr Baby geschmiert hat“, postete jemand zur Instagram-Story, in der sie Baby True mit Ohrringen zeigte.

Auch andere Eltern zeigen stolz, wie sich ihre Kinder die Ohren stechen lassen – die meisten sind allerdings etwas älter und haben sich, angeblich, selbst dazu entschieden.

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„Mein Kleiner! Er hat darüber etwa die letzten sechs Monate nachgedacht, ob er es machen soll. Heute hat er sich nun dafür entschieden, nach einer langen Diskussion über den Vorgang und die nötige Pflege danach und nachdem er grünes Licht von seinem Vater bekommen hat! In meinen Augen ist er gerade eine Million Mal süßer geworden!!“

Wie bei allen anderen Eingriffen in den Körper besteht auch beim Stechen von Ohrlöchern die Möglichkeit, dass sich die Wunde infiziert, wenn die Stelle und die benutzten Geräte vorher nicht ordentlich desinfiziert wurden. Das kann in Extremfällen zu wucherndem Narbengewebe führen. Für ein Baby wäre das besonders belastend, weil diese, im Gegensatz zu Erwachsenen, auf Antibiotika gegen die Infektion besonders empfindlich reagieren. Gleichzeitig ist es bei Babys und Kleinkindern schwieriger, sicherzustellen, dass kein Schmutz an die Wunde gelangt, weil sie noch nicht verstehen können, dass sie das Ohr in der Zeit nach dem Stechen nicht anfassen dürfen. Zudem besteht nach dem Stechen ein Allergierisiko auf den Schmuck.

Viele Ärzte raten daher davon ab, Babys und Kindern Ohrlöcher zu stechen. Gegenüber dem Magazin „Eltern“ sagte etwa Kinderarzt Dr. med. Jörn-Michael Klein: „Ich würde es meiner Tochter zumindest vor der Pubertät nicht erlauben.“ In jedem Fall sollte man aber mit Eingriffen in den Körper des Kindes warten, bis das Kind die Folgen verstehen kann.

Klein rät dazu, sich die folgende Frage zu stellen und sie ehrlich zu beantworten: Worin besteht der Nutzen der Ohrringe für das Kind? Und diese kann in der Regel mit keinem echten Grund für den Schmuck beantwortet werden.

Der Gesetzgeber hält sich bislang aus der Angelegenheit heraus: Grundsätzlich ist es Eltern überlassen, diese Entscheidung für ihr Kind zu treffen, ähnlich wie es auch sie sind, die Bilder der Kleinen ins Internet stellen dürfen.