Nach blutigem US-Wochenende: Rihanna liest Trump die Leviten

Rihannas wütendes Posting fand nach den Massakern vom Wochenende viel Anklang (Bild: Evan Agostini/Invision/AP)

Nach den blutigen Attacken in El Paso und Dayton mit insgesamt 29 Todesopfern kochen in den USA die Emotionen wie auch die andauernden Debatten über Waffenkontrolle und Rassismus wieder hoch.

Der Zorn vieler Bürger richtet sich dabei auch gegen US-Präsident Donald Trump. Ihm wird zum einen vorgeworfen, sich deutlichen Verschärfungen des Waffenrechts zu verweigern, zum anderen, durch seine populistischen Tiraden gegen Einwanderer den Rassismus zu schüren, der auch den Täter von El Paso motiviert hat.

Kaum beschwichtigen lassen sich die Kritiker durch Trumps Reaktionen auf die Taten, die viele als Allgemeinplätze ansehen, die den zugrundeliegenden Problemen keinesfalls gerecht werden. So vermeidet Trump etwa in diesem Zusammenhang den Begriff “Terrorismus”, obwohl die Ermittlungsbehörden den Anschlag von El Paso bereits als solchen einordnen.

Einen Nerv hat in diesem Klima offenbar R&B-Star Rihanna mit ihrer Antwort auf einen der typischen Tweets des Präsidenten getroffen.

“Die heutige Schießerei in El Paso, Texas, war nicht nur tragisch, sondern ein Akt der Feigheit. Ich weiß dass ich jeden in diesem Land auf meiner Seite habe, wenn ich diese hasserfüllte Tat verurteile. Es gibt keine Begründung oder Ausrede, die jemals das Töten Unschuldiger rechtfertigen könnten. Melania und ich senden von Herzen unsere Gedanken und Gebete an die großartigen Menschen von Texas.”

Rihanna platzte da offenbar der Kragen, sie konterte auf ihren Plattformen mit dieser emotionalen Antwort:

“Ehm, Donald, du hast ‘Terrorismus’ falsch geschrieben! In deinem Land gab es zwei terroristische Anschläge innerhalb von Stunden, mit fast 30 unschuldigen Todesopfern. Das nur Tage nach einer weiteren Terror-Attacke in Kalifornien, für die sich ein Terrorist LEGAL in Las Vegas ein Sturmgewehr (AK-47) kaufen und danach damit stundenlang auf ein Food-Festival in Kalifornien fahren konnte, um dort sechs Menschen zu töten, inklusive eines kleinen Babys!
Stell dir eine Welt vor, in der man leichter an eine AK-47 kommt als an eine Visum!
Stell dir eine Welt vor, in der Mauern gebaut werden, um die Terroristen IN AMERIKA einzusperren!!!
Meine Gebete und mein tiefes Beileid gehen an die Familien und Lieben all der Opfer und die betroffenen und traumatisierten Gemeinschaften in Texas, Kalifornien und Ohio! Mir tut euer Verlust so leid! Niemand verdient es, so zu sterben! NIEMAND!”

Während einige Pedanten damit kontern, dass der Täter von El Paso keine echte AK-47 erworben hatte, erntet “RiRis” wütendes Posting überwiegend begeisterte Zustimmung. So gab es für Rihannas Beitrag auf Twitter über 140.000 Retweets und über 400.000 Likes - und damit deutlich mehr als für Trumps Originalpost (knapp 29.000 Retweets und 165.000 Likes.) Auf Instagram vergaben sogar über 2,8 Millionen Menschen ein “Gefällt mir”-Herzchen.