Nach Bruchlandung im April: Totalschaden an Kanzlerjet festgestellt

Angela Merkel bei einem Besuch in der Schweiz im September 2015. Im Hintergrund die nun schrottreife "Global" (Bild: Reuters/Ruben Sprich)

Ein weiterer Rückschlag für die pannengeplagte Flotte von Regierungsfliegern der Luftwaffe: Nach der dramatischen Notlandung eines Jets vom Typ “Global 5000” im April muss dieser ausgemustert werden. Das berichtet der “Spiegel” unter Berufung auf Bundeswehrkreise.

Demnach habe Flugzeughersteller Bombardier dem Generalinspekteur nach viermonatiger Prüfung mitgeteilt, dass an dem Flieger ein Totalschaden vorliege. Die Reparaturkosten würden aufgrund gravierender Schäden an Tragflächen und Fahrwerk den Marktwert von acht bis elf Millionen Euro deutlich übersteigen.

Die Fachleute des Verteidigungsministeriums empfehlen demnach, den Jet, der die Kennung 14+01 trägt, auszumustern. Gegen eine Reparatur spräche dem Bericht zufolge zudem, dass womöglich nicht mehr alle Ersatzteile für die 2011 in Dienst gestellte Maschine erhältlich seien.

Zudem wären nach einer umfassenden Instandsetzung kürzere Wartungsintervalle notwendig. Aufgrund der starken Auslastung der Regierungsflotte sei der Flieger so kaum noch sinnvoll einsetzbar.

Bombardier übernimmt Verantwortung

Ursache des Unfalls am 16. April war die falsche Installation eines wichtigen Bauteils der Steuerung bei der Instandsetzung. Bei einem anschließenden Probeflug hatten deshalb die Klappen auf den Tragflächen seitenverkehrt reagiert.

Die Piloten verloren die Kontrolle über die Maschine und mussten notlanden. Dabei touchierten beide Tragflächen der Boden, der Jet schlitterte über den Rasen und rammte ein Hinweisschild, bevor er zum stehen kam.

Für den Schaden muss voraussichtlich Hersteller Bombardier aufkommen, der bereits eingestanden hatte, dass seine Techniker für den Fehler verantwortlich waren.

Die bisher drei “Global 5000”-Maschinen sind für das Kabinett häufig im Einsatz, insbesondere Kanzlerin Merkel nutzt die Jets dieses Typs gerne. Immerhin war schon zuvor eine Aufstockung der Flotte in Auftrag gegeben worden, den ersten Jet vom Typ “Global 6000” soll die Flugbereitschaft der Bundeswehr noch diese Woche erhalten.