Nach Swastika-Kette: Schon wieder Ärger für Online-Shop Shein

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Zweimal schon hat sich der Online-Versandhandel Shein in dieser wegen Artikeln in ihrem Sortiment entschuldigen müssen. Nun folgt das nächste Ärgernis - und wieder handelt es sich um eine Kette.

Young woman holding pendant of her necklace
Wieder hat sich der Online-Shop Shein Ärger wegen eines Kettenanhängers eingehandelt (Symbolbild: Getty Images)

Zunächst hatte es Ärger gegeben, weil Shein Gebetsteppiche für Muslime als ”dekorative Matten“ angeboten hatte. Wenige Tage später sorgte eine Goldkette für großen Aufruhr, denn der Anhänger war eine Swastika - im Hinduismus und Buddhismus ist das zwar ein Glückssymbol, seit die Nazis es als Hakenkreuz zu ihrem Kennzeichen machten bringt wird es jedoch unmittelbar mit nationalsozialistischem Gedankengut und Antisemitismus assoziiert.

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Beide Male folgte eine prompte Entschuldigung von dem Unternehmen und das Versprechen, die Produkte aus dem Sortiment zu entfernen. Doch nun fand eine Frau namens Khadija Rizvi, die bereits den Gebetsteppich auf der Seite entdeckt hatte, ein weiteres Schmuckstück im Shop, das bei vielen für Ärger sorgt.

Grund für den Unmut ist die jeweils untere Kette, deren Anhänger das Wort Allah abbildet (Bild: Screenshot Shein)
Grund für den Unmut ist die jeweils untere Kette, deren Anhänger das Wort Allah abbildet (Bild: Screenshot Shein)

Es handelt sich dabei um eine Kette, die zu einem vierteiligen Set gehört. Die verschiedenen Anhänger stellen verschiedene und völlig unzusammenhängende Worte oder Zahlen dar: “Baby Girl”, “Scorpio”, “96” und “Allah”. Vor allem Letzterer ist Rizvi und vielen anderen Social-Media-Nutzern ein Dorn im Auge.

Religiöse Ketten sind ein sensibles Thema

Rizvi kritisierte die ihrer Ansicht nach “unehrliche Entschuldigung” des Unternehmens und schrieb: “Ich habe die Nase voll davon, aber wir werden die Beleidigungen und Aneignungen von Religionen und weiterhin anprangern. Nach der Swastika-Kette von gestern werden wir sicher mehr finden. Wir haben eure Entschuldigung ursprünglich angenommen und positiv in die Zukunft geblickt, aber das Versprechen, sich zu ändern, wurde nicht eingehalten.”

Nicht nur habe Shein es verpasst, auf den religiösen Hintergrund hinzuweisen, es sei auch “respektlos”, eine solche Kette ohne Kontext anzubieten. So müssten Muslime beim Tragen religiöser Ketten “extrem vorsichtig sein” und dürften dabei beispielsweise nicht auf die Toilette gehen. Wenn es nach ihr ginge, müsse der Online-Shop vorübergehend geschlossen werden, bis alle Produkte einem Prüfstand unterzogen werden konnten.

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Nachdem Shein vergangene Woche auf die Swastika-Kette aufmerksam gemacht wurde, hatte das Unternehmen sofort reagiert und den Artikel in kurzer Zeit von der Website genommen. Zudem erklärte der Shop, ein Komitee einrichten zu wollen, das sich mit der Überprüfung des Sortiments befasst, und zukünftig keine religiösen Symbole mehr verkaufen zu wollen. Auf die jüngere Kritik bezüglich der Allah-Kette hat das Unternehmen bislang nicht reagiert.