Iran droht mit Attacken auf Trump-Gebäude

Könnten Donald Trumps Gebäude wie der "Trump Tower" mitten auf der 5th Avenue in Manhattan Ziel iranischer Vergeltungsschläge werden? (Bild: Reuters/Caitlin Ochs)

Die Welt schaut gebannt auf Donald Trumps Muskelspiele mit Iran. Unter anderem droht das iranische Militär sogar mit Vergeltung gegen Trumps private Immobilien. Aber würde das Regime wirklich so weit gehen?

In dem gegenseitigen Säbelrasseln nach dem tödlichen US-Drohnen-Angriff auf den iranischen Top-General Quasem Soleimani überbieten sich beide Seiten seit Tagen mit martialischen Drohungen, die weit über die iranischen Raketenangriffe in der Nacht zum Mittwoch hinausgehen. 35 Ziele in den USA habe man im Visier, bereit, jederzeit sofort zu attackieren hieß es aus Teheran. Donald Trump reagierte, wie nicht anders zu erwarten per Twitter. Mit Symbolik, die er den 80er Jahren entliehen hatte, wählte Trump die Zahl von 52 möglichen Angriffszielen, “für jede der 52 Amerikanischen Geiseln”, die im November 1979 im Iran für 444 Tage gekidnappt worden waren. Unter den Zielen könnten auch kulturelle Orte sein, drohte der US-Präsident. Er erntete dafür harsche Kritik, denn Angriffe auf kulturelle Stätten ohne militärische Bedeutung könnten den Tatbestand eines Kriegsverbrechens erfüllen.

Nächste Eskalationsstufe?

Das iranische Regime hat angeblich ebenfalls dreizehn mögliche Reaktionsszenarien skizziert. Da die Iraner Trump persönlich für den Tod des verehrten Generals verantwortlich machen, zielen die Drohungen nun auch auf persönliche Ziele des US-Präsidenten ab. Und kaum eines wäre so spektakulär, wie der “Trump Tower” mitten in New York City. Durch die Lage ist das Gebäude, auf das Trump so stolz ist, kaum gegen einen Angriff zu verteidigen. Im Zuge dieser Drohgebärde postete Hesameddin Ashena, Teil des innersten Kreises um Präsident Rohani, einen Link zu einem “Forbes” Artikel, der alle Immobilien Trumps auflistet. Dazu zitierte Ashena den verstorbenen Ayatollah Khomenei: “Ich sage der Welt, sollte sie sich gegen unsere Religion stellen, dann werden wir gegen die ganze Welt kämpfen.”

Wie weit geht Teheran?

Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Drohungen durchaus ernst zu nehmen sind. Ob es eine Geiselnahme, wie in früheren Zeiten, ein Angriff auf ein diplomatisches oder militärisches US-Ziel im Ausland sein wird oder das Regime tatsächlich so weit geht, ein ziviles Ziel in den USA zu attackieren, ist dabei kaum absehbar. Die Wut auf den Straßen Teherans ist so gewaltig, dass mit nahezu jedem Szenario zu rechnen wäre. Der iranische Außenminister Javad Zarif postete Bilder des Begräbniszuges am Montag. Dazu die Warnung an Trump: “Wollen Sie immer noch auf die Clowns hören, die sie in Bezug auf die Region beraten?” Das Ende der “bösartigen Gegenwart” der USA im westlichen Asien habe begonnen, fügte Zarif hinzu.

Doch auch nach den Luftschlägen gegen zwei US-Stützpunkte im Irak ist auch den Verantwortlichen in Teheran klar, dass ein Angriff mit zahlreichen zivilen US-Opfern eine noch extremere Gegenreaktion als Folge hätte. Zudem würde sich auch international die momentan kritische Stimmung gegen Trumps Offensive vermutlich zu Ungunsten des Iran wenden. Noch bleibt also die Hoffnung, dass die iranische Führung keinen offenen Krieg mit den USA provozieren wird. Aber was von Donald Trump ursprünglich möglicherweise als schlichtes Störfeuer zur Ablenkung von seinem drohenden Impeachment gedacht war, hat längst ein gefährliches Eigenleben entwickelt, das nicht nur einen ganze Region in Flammen aufgehen lassen könnte, sondern nun sogar direkt vor seiner eigenen Haustür auflodern könnte.