Nächster #MeToo-Skandal: Nötigten diese Fotografen zu Nacktshootings?

Antonia Wallner
Freie Autorin

Wer als Model erfolgreich sein will, braucht den richtigen Fotografen. Die Beziehung zwischen den Frauen vor und dem Mann hinter der Kamera ist deshalb delikat immer wieder werden Vorwürfe sexueller Ausbeutung laut. Der Fashion-Blog DietPrada hat nun Anschuldigungen gegen zwei bekannte Fotografen auf Instagram veröffentlicht – einer davon ein Deutscher.

Die Beziehung zwischen Model und Fotograf führt manchmal, zu Konflikten. (Symbolbild: Getty Images)

Nötigung und Vergewaltigungsvorwürfe gegen deutschen Fashion-Fotografen

Der Blog DietPrada veröffentlichte Vorwürfe gegen einen deutschen Fotografen, der unter anderem für Victorias Secret arbeitet. Timur Emek soll sich an sehr junge Models rangemacht haben und neben der Nötigung zu Nacktshootings wird ihm auch Vergewaltigung vorgeworfen. DietPrada veröffentlichte mutmaßliche Schilderungen von Betroffenen, in denen es um Shootings geht, während derer die Models plötzlich mehr zeigen sollten, als sie wollen, oder Shootings gegen Sex. Viele Frauen waren anscheinend völlig überrumpelt von dem aggressiven Vorgehen des Fotografen.

“Timur Emek, du kannst genauso gut deinen Instagram-Account löschen“, schreibt DietPrada. Der türkischstämmige Berliner hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Instagram-Account ist aber mittlerweile im Privat-Modus.

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Keine seltene Praktik? Weitere Vorwürfe gegen Star-Fotograf

Und es ist nicht der einzige Vorfall dieser Art. Auch Promifotograf Marcus Hyde wird von DietPrada beschuldigt. Der 33-Jährige war oft an der Seite von Reality-TV-Star Kim Kardashian und galt als guter Freund der Familie und fotografierte neben Kardashian auch ihren Ehemann Kanye West und Sängerin Ariana Grande.

Wenn die Vorwürfe stimmen, führte Marcus Hyde anscheinend jedoch ein Doppelleben: DietPrada veröffentlichte in einem Beitrag die dubiosen Arbeitsmethoden des Fotografen.

Auch hier legte DietPrada seinen 1,4 Mio. Followern Beweise vor: angebliche persönliche Chats zwischen Hyde und einem Model, das sich auf einen Instagram-Aufruf hin meldete. Der Fotograf versucht darin offenbar, die Frau dazu zu überreden, sich nackt ablichten zu lassen. Mit der unterschwelligen Botschaft, auch noch mehr zu wollen. Das Nacktshooting wäre natürlich kostenlos. Als sie ablehnt, verlangt er stattdessen 2000 Dollar Gage - die seien nicht nötig, wenn sie ihm Nacktfotos von sich schicken würde: “Ich muss sehen, ob du es wert bist“. Daraufhin zieht sich das Model ganz von dem Angebot zurück: “Du bist doch krank“.

Schock bei Kim Kardashian und Ariana Grande

Kim Kardashian postete nach den Veröffentlichung der Vorwürfe ein Statement, in dem sie sich zu den Vorwürfen äußert. Zwar nennt sie Hyde nicht namentlich, aber es wird klar, dass er gemeint ist. Sie habe den Fotografen stets professionell erlebt, und sei daher “tief geschockt, traurig und enttäuscht“ über die Erlebnisse der betroffenen Models. Dennoch distanziert sie sich klar von Hydes Verhalten.

Sie schreibt in ihrer Instagram-Story: “Ich stehe vollkommen hinter jeder Frau und ihrem Recht, niemals belästigt zu werden, oder unter Druck gesetzt zu werden, Dinge zu tun, die sich nicht möchte. Wir können ein solches Verhalten nicht dulden und ich applaudiere jeder Frau, die den Mut hat, sich zu äußern.“

Auch Sängerin Ariana Grande ließ die Fälle nicht unkommentiert. Sie postete eine eindringliche Warnung an ihre Follower:

Sängerin Ariana Grande postet eine Warnung vor dubiosen Fotografen an ihre Follower. (Bild: arianagrande/Instagram)

“Bitte lasst euch niemals zu Shootings überreden, wo man euch nahelegt, euch komplett auszuziehen. Wenn ihr das machen wollt, ok, aber wenn nicht, dann tut es bitte nicht. Wenn man dann Geld von euch haben will, ist das eine ganz miese Nummer und es tut mir leid, wenn euch das passiert ist. Aber ich verspreche euch, es gibt so viele gute und talentierte Fotografen da draußen!“

Marcus Hyde hat inzwischen seinen Instagram-Account gelöscht. Geäußert hat er sich zu den Vorwürfen bisher nicht.

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