Nase dicht? Mit diesen 12 Tipps schläft du trotzdem wie ein Baby

Elizabeth Gulino

Du bist hundemüde. Ausgelaugt. Komplett erschöpft. Trotzdem liegst du nachts im Bett und kannst nicht einschlafen. Warum? Weil deine Nase zu ist. Du versuchst, durch den Mund zu atmen, aber davon bekommst du nur Halsschmerzen und trockene Lippen. Du bist kurz davor, aufzugeben und Netflix wieder anzuwerfen. Aber wirklich erholsam ist das auch nicht. Und dann dauert es wahrscheinlich noch länger, bis du endlich wieder richtig gesund bist… Also ist das auch keine Option.

Zum Glück gibt es da aber noch ein paar Dinge, die dir jetzt helfen könnten. Von der richtigen Raumluft bis hin zu stinkenden Hausmitteln: Im Folgenden liste ich dir alle Tipps und Tricks auf, die ich online so für dich finden konnte.

Bevor es losgeht noch ein kleiner Hinweis: Ich bin weder eine Ärztin noch habe ich irgendeine andere medizinische Ausbildung. Ich kann dir also keine hundertprozentige Garantie dafür geben, dass die folgenden Tipps wirklich helfen. Probiere sie gern vorsichtig aus, beobachte, was bei dir hilft und was eher kontraproduktiv ist und frag im Zweifel bitte immer deinen Arzt oder deine Ärztin! Gute Besserung!

Putzen oder hochziehen?

Da ist sie ja, die Frage aller Fragen. Und ich kann dir sagen: Je länger ich recherchiert habe, desto klarer stellte sich heraus, dass die Meinungen auseinandergehen. Sorry, aber leider habe ich auf diese Frage keine komplett zufriedenstellende Antwort gefunden.

Auf der einen Seite stehen Mediziner*innen, die empfehlen, prinzipiell hochzuziehen. Eine Untersuchung (mit vier Teilnehmer*innen) aus dem Jahr 2000 besagt zum Beispiel, Nase putzen könnte die Flüssigkeit – inklusive Bakterien, Viren und anderen Mikroben, die Entzündungen verursachen – in die Nasennebenhöhlen befördern. Und das kann dann wiederum das Risiko einer Nasennebenhöhlenentzündung erhöhen. Deswegen empfehlen sie, Taschentücher nicht zum Schnäuzen zu verwenden, sondern nur, um alles, was rausläuft, abzutupfen.

Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte meint dagegen, es wäre besser, zu schnäuzen, um das Sekret aus der Nase zu befördern. Damit der Schleim dabei nicht in die Nasennebenhöhlen gedrückt wird, hat er zwei einfache Tricks: „Man sollte nicht mit einem zu hohen Druck schnäuzen. Und immer das linke und rechte Nasenloch im Wechsel.“ 

Professor Jörg Lindemann, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Schnupfenforscher, sieht das ähnlich. Außerdem sagt er, wenn jemand erkältet ist, sind die Nebenhöhlen oft ohnehin mit betroffen. Sollten durch das Nase putzen also Keime in die Nebenhöhlen geraten, sorgt das nicht automatisch für eine Entzündung. Ansonsten gibt er zu bedenken, dass durch den Luftwirbel, der beim Schnäuzen entsteht (genauso wie durch’s Niesen) verhindert werden kann, dass Keime in die Bronchen gelangen. Beim Hochziehen schluckst du dagegen die Keime. Die meisten landen zwar im Magen (was nicht schlimm ist, weil die Magensäure sie zersetzt), aber ein paar können auch in die Atemwege gelangen und im schlimmstenfalls für eine Bronchitis sorgen. Deswegen würde er das Schnäuzen bevorzugen – aber wie gesagt ganz vorsichtig. Und am besten mit Papiertaschentüchern, auch, wenn das natürlich nicht so cool für die Umwelt ist, aber so verhinderst du, dass sich die Keime rasant verbreiten. Noch ein kleiner Fun Fact: Taschentücher mit Menthol bringen nichts! Zwar hat man manchmal das Gefühl, die Nase wäre danach freier, das liegt aber nur daran, dass das ätherische Öl die Kälterezeptoren der Nase reizt und dein Gehirn dadurch denkt, die Nasenschleimhaut hätte sich abgekühlt.

Und noch ein abschließender Tipp zum Thema Schnäuzen: Häufiges Putzen kann die Nasenhaut reizen, wodurch sie irgendwann anfängt weh zu tun. Auch das kann dich nachts wachhalten. In dem Fall kann eine Salbe helfen.

Tu was gegen trockene Schlafzimmerluft.

In einem Zimmer mit relativ niedriger Luftfeuchte zu schlafen, kann deine Nasengänge und deinen Hals austrocknen. Und das wirkt sich negativ auf die Nasenschleimhaut aus, so dass diese ihren Job nicht mehr richtig machen kann – sprich: Viren und Bakterien können sich schneller vermehren. Das Problem ist nur, im Winter ist die Luft allein schon durch die Heizungsluft oft sehr trocken. Die Lösung: regelmäßiges Stoßlüften. Oder einen Luftbefeuchter verwenden. Oder feuchte Handtücher aufhängen. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt übrigens bei 40 bis 60 Prozent.

Lager deinen Kopf hoch.

Tagsüber konntest du wenigstens noch einigermaßen Atmen, aber sobald du dich von der Vertikalen in die Horizontale begibst, geht plötzlich gar nichts mehr? Der Grund dafür könnte sein, dass der Schleim in deiner Nase wenn du sitzt oder stehst ganz einfach über deinen Hals ablaufen kann. Sobald du dich dann hinlegst, geht das allerdings nicht mehr so einfach, so MedlinePlus. Der simple, aber effektive Trick ist, den Kopf hochzulagern. Dafür kannst du einfach ein Extrakissen verwenden. Das ist zwar vielleicht nicht mehr so bequem wie vorher (sorry, Rücken, aber Atmen geht gerade vor), aber wenigstens erstickst du dann nicht. Außerdem nimmt dadurch der Druck auf die Nebenhöhlen ab.

Trink den ganzen Tag über viel.

Wenn du viel Wasser trinkst, werden die Nasensekrete flüssiger und können besser ablaufen, sagt die Mayo Clinic. Zwar hilft dir dieser Tipp nichts, wenn du, während du diesen Artikel liest bereits im Bett liegst, aber du kannst ihn ja morgen direkt in die Tat umsetzen.

Ab unter die Dusche.

Besser gesagt Nasendusche. Die reinigt nämlich besonders schonend: „Bakterien und Viren wäscht die Nasenspülung fort, und auch der Schleim wird abtransportiert“, sagt Professor Jörg Lindemann. Sprich, besonders, wenn deine Nase noch nicht komplett zu ist, ist Duschen besser (weil sanfter) oft als Schnäuzen. Manche verwenden Nasenduschen sogar vorbeugend, damit sich gar nicht erst irgendwelche Keime in der Nase festsetzen können.

Tief durchatmen.

Inhalieren empfinden viele Menschen bei Erkältungen sehr angenehm. Dafür kannst du ganz oldschool einen Topf mit heißem Wasser befüllen, den Kopf darüber halten und ein Handtuch über dich legen – pass aber auf, dass du dich nicht verbrennst. Du kannst aber auch in der Apotheke oder in einer Drogerie einen Inhalator kaufen, dann geht der Dampf nicht ins gesamte Gesicht und vor allem nicht in die Augen. Bei beiden Optionen hast du die Wahl zwischen einer Salzwasserlösung (ein halber Teelöffel auf einen halben Liter Wasser müsste ausreichen) und Wasser plus ein paar Tropfen Menthol- oder Eukalyptusöl. Letzteres kann die abschwellende Wirkung zusätzlich unterstützen.Achtung: Bei Kindern und Asthmatiker*innen sollten keine ätherischen Öle verwendet werden, weil diese schlimmstenfalls zu Asthmaanfällen oder Atemnot führen können!

Das gute alte Nasenspray…

Nasenspray kann der Retter in der Not sein – oder die Sache noch verschlimmern. Denn das Problem ist, es kann abhängig machen und dann musst du am Ende immer häufiger zum Spray greifen, weil dein Körper ohne es nicht mehr klar kommt… Also lies dir vorher genau die Packungsbeilage durch und verwende es wirklich nur so lange wie empfohlen.

Erkältungsbad

Ist es bei dir mit dem Schnupfen so schlimm, dass du schon richtig genervt und aufgewühlt bist? Dann versuch erst Mal, runterzukommen. Sonst wird das mit dem erholsamen Schlaf nämlich gar nichts. Am besten zum Entspannen eignet sich ein schönes Erkältungsbad. Durch die Wärme entspannen sich deine Muskeln und die ätherischen Öle können dabei helfen, die Atemwege zu befreien. Aber Achtung: Wenn du Fieber oder hohen Blutdruck hast, solltest du besser auf das heiße Bad verzichten, denn es kann auf den Kreislauf gehen und dich zu sehr belasten.

Akupressur

Wenn du keine Lust auf irgendwelche Medikamente hast, kannst du es mal mit Akupressur probieren – sprich dem aktivieren bestimmter Druckpunkte. Wahrscheinlich wird das deine Erkältung nicht innerhalb weniger Minuten heilen, aber es kann den Druck in den Nebenhöhlen etwas verringern. Es gibt zwei Hauptpunkte (Nasenflügel und Nasenwurzel) und einen Nebenpunkt (Hand), die behandelt werden können. Dauer, Intensität und Häufigkeit hängen unter anderem von deinem persönlichen Empfinden ab.

Abschwellende Medikamente

Statt bei den allerersten Anzeichen direkt Antibiotika einzuwerfen, kannst du es auch erst Mal rezeptfreie abschwellende Medikamente probieren. (Sollten deine Beschwerden sehr stark sein und länger andauern, geh aber bitte zum Arzt oder zur Ärztin!) Das Problem ist, einige dieser Präparate enthalten Stimulanzien wie Koffein. Check also besser den Beipackzettel oder frage deine*n Apotheker*in und nimm das Medikament gegebenenfalls nicht direkt vorm Schlafen gehen.

Scharfes Essen

Wahrscheinlich schmeckst du gerade nicht so viel, aber darum geht es bei diesem Tipp auch gar nicht. Sondern mehr darum, dass mit Meerrettich, Zwiebeln, Knoblauch, Rettich und Ingwer gewürzte Speisen und Getränke deine Nase freimachen könnten. 

Verzichte auf Alkohol.

Wahrscheinlich ist dir gerade eh nicht danach, feiern zu gehen und dich zu betrinken. Aber sich sag’s trotzdem: Alkohol ist keine gute Idee, wenn du krank bist – auch, wenn alle immer sagen, er würde die Bakterien abtöten (ähm Hallo? Wie soll das denn gehen? Du kippst ihn dir ja nicht in die Nase!). Alkohol erweitert nämlich die Blutgefäße, was wiederum bedeutet, dass die Schleimhäute deiner oberen Nasengänge anschwellen. Klingt nicht gerade hilfreich bei einer ohnehin schon verstopften Nase, oder?

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