Neue App “Intimarzt” soll per Online-Diagnose bei Geschlechtskrankheiten helfen

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Für Patienten mit Problemen im Intimbereich bietet die App “Intimarzt” anonyme und fachärztliche Hilfe. (Symbolbild: Getty Images)

Bemerkt man die ersten Symptome einer Geschlechtskrankheit – wie Jucken, Ausfluss oder Hautveränderungen – sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Vielen Menschen ist der Besuch in einer Praxis aber unangenehm, wenn es um den Intimbereich geht. Mithilfe einer neuen App wollen Mediziner nun eine Online-Diagnose ermöglichen.

Das Online-Angebot wurde mit einem großen Team an Fachärzten entwickelt, die es sich zum Ziel gemacht haben, eine professionelle Hilfe per App anzubieten. Zusammen mit Medizinern aus Heidelberg, Dermatologen der Universität Essen, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) wurde das Portal “Intimarzt” ins Leben gerufen.

So funktioniert die “Intimarzt”-App

Patienten übermitteln in bestimmten Abständen drei Fotos ihres Problems und müssen online Fragen zu Symptomen und Beschwerden beantworten. Über eine verschlüsselte Verbindung werden die Bilder dann an einen Facharzt weitergeleitet. Dieser wertet die Informationen aus und stellt eine Diagnose. Innerhalb weniger Stunden erfolgt die Antwort. Laut “Intimarzt” könnten 70 Prozent der Patienten auf diese Weise rezeptfrei behandelt werden und müssen nicht mehr in die Praxis. Denn dank der Handlungsempfehlung wissen die Patienten, was sie dagegen tun sollten, so der Plan.

Die anonyme und fachärztliche Behandlung bei intimen Problemen kostet 24,95 Euro. Die Erfinder der App verpflichten sich selbst zu externer Qualitätssicherung und wissenschaftlicher Evaluation, wie es auf der Website Intimarzt.de heißt.

Die Fachärzte werten die Informationen des Patienten aus und geben eine Handlungsempfehlung ab. (Symbolbild: Getty Images)

Die App ist ein Modellprojekt und der bundesweit einzige Online-Arzt-Dienst zur anonymen Fernbehandlung von Geschlechtskrankheiten. Es dürfen hier ausschließlich in Deutschland tätige Fachärzte für Geschlechtserkrankungen mit mindestens zehn Jahren Praxiserfahrung tätig sein. Da die Fernbehandlung per Telefon oder App sowie in Online-Foren aber noch nicht in jedem Bundesland zugelassen ist, haben sich bisher nur Mediziner aus Baden-Württemberg als Experten registriert.

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