Neue Erziehungsmethode: Ist die Panda-Methode der sanftere Weg?

Würden Sie sich als Panda-Eltern versuchen? [Foto: Getty]

Macht Platz da, Tiger-, Helikopter- und Schneepflug-Eltern – es gibt eine neue Erziehungsmethode, die bei Eltern gerade angesagt ist und sie unterscheidet sich erheblich von den vorangegangenen. Wir präsentieren: die Panda-Eltern.

Die von Esther Wojcicki entwickelte Erziehungsmethode wird bei Müttern und Vätern immer beliebter, aber worum geht es dabei eigentlich?

Einfach ausgedrückt geht es um eine sanfte Anleitung der Kinder im Gegensatz zu strikteren Erziehungs-Konzepten. Schneepflug-Eltern räumen Hindernisse aus dem Weg, die ihr Kind behindern und Helikopter-Eltern weichen ihren Kindern nicht von der Seite, stets bereit, einzugreifen. Panda-Eltern dagegen geben ihren Kleinen genug Raum, um eigenständig Erfahrungen zu sammeln.

“Perfektes Verhältnis zwischen kuschelig und Krallen”

Laut der Autorin Wojcicki kombiniert der Erziehungsstil, bei dem Eltern so wenig wie möglich eingreifen, harte und weiche Techniken, um ein “perfektes Verhältnis zwischen kuschelig und Krallen“ zu bieten.

Fans dieses ungewöhnlichen Erziehungsstils behaupten, dass sie ihre Kinder begleiten würden, statt sie in eine bestimmte Richtung zu drängen. Das soll ihnen helfen, unabhängiger zu werden. Außerdem werden sie dadurch dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen.

Für manche Eltern kann dieser minimalistische Ansatz im Gegensatz zu “aktiven“ Erziehungsstilen eine große Erleichterung sein – besonders für solche, für die es eine Horrorvorstellung ist, ihren Kindern dabei helfen zu müssen, eine Mittelalterburg aus Eisstielen zu bauen.

“Panda-Eltern sind nicht faul“

Das Problem ist die voreingenommene Welt, in der wir leben. Denn diese entspannte Art der Erziehung wird sehr wahrscheinlich als Faulheit abgetan.

“Panda-Eltern sind nicht faul“, sagte Wojcicki der Daily Mail. “Sie bieten Kindern eine Stütze, damit sie sich frei entfalten können. Statt immer einzugreifen, hilft man ihnen nur, wenn es notwendig ist.“

Bedeutet das Leben als Panda-Mama also, dass auch Handy, Computer und Fernsehen legitim sind? “Man muss Kompromisse machen”, erklärt Esther. “Lassen Sie die Kinder zwei Stunden lang spielen – eine Stunde mit Apps, die Sie gut finden und in der anderen können sie spielen, was sie mögen.“

Platz da, Tiger-Mütter! Panda-Eltern leben einen viel freierer Erziehungsstil ohne große Einmischung vor. [Foto: Getty]

Die Erziehungsmethode der Panda-Eltern unterscheidet sich erheblich von den Rasenmäher-Eltern, die mehr darauf bedacht sind, alle Probleme aus dem Weg zu räumen, anstatt die Kinder selbst Probleme lösen zu lassen.

Nachteile von “Rasenmäher-Eltern”

Der Begriff “Rasenmäher-Eltern“ wurde erstmals letztes Jahr von einem anonymen Autor auf dem Blog We Are Teachers verwendet und definiert “Eltern, die alles tun, was nötig ist, um zu verhindern, dass ihr Kind mit Widrigkeiten, Widerständen oder Misserfolg konfrontiert wird.

“Statt Kinder auf Herausforderungen vorzubereiten, beseitigen sie Probleme, so dass die Kinder sie gar nicht erst erleben.“

So wie bei den Schneepflug-Eltern sind die Absichten der Rasenmäher-Eltern mit Sicherheit nur die allerbesten, aber sie können damit mehr Schaden als Nutzen anrichten.

“Ich glaube, die meisten Rasenmäher-Eltern haben gute Absichten. Aber wenn wir Kinder großziehen, die nie Probleme erlebt haben, werden wir keine glücklichere Generation an Kindern schaffen“, schrieb der Autor, der den Begriff prägte.

“Wir erschaffen eine Generation, die keine Ahnung hat, was sie tun soll, wenn sie tatsächlich auf ein Problem trifft. Eine Generation, die nur bei der Vorstellung an Scheitern in Panik gerät oder versteinert.“

Vorteile der “Panda-Methode”

Panda-Mamas und –Väter dagegen verfolgen einen weitaus weniger strukturierten Ansatz. Befürworter der Methode meinen, sie habe mehrere Vorteile: darunter die Stärkung des Selbstwertgefühls durch Eltern, die versuchen, so positiv wie möglich zu sein.

Wer also keine Tiger-Mutter sein will und wem die Rasenmäher-Methode zu heftig erscheint, der könnte sich als Panda-Mama (oder Papa) versuchen.

Video: Paris: Gesetz gegen “Ein Klaps hat noch keinem geschadet”

Marie Claire Dorking