Neue Studie sieht Verbindung zwischen zuckerhaltigen Getränken und Brustkrebs

Liebhaber von Säften und Softdrinks sind alarmiert, nachdem eine Studie in der Fachzeitschrift British Medical Journal veröffentlicht wurde. In dieser hieß es, dass der Konsum von gezuckerten Getränken „das Risiko für Brustkrebs und Krebs im Allgemeinen erhöhen kann“.

Die Studie, die über 100.000 Menschen in Frankreich erfasste, bezog sowohl gezuckerte Softdrinks als auch 100%igen Fruchtsaft mit ein. Dr. Mathilde Touvier – die Hauptverfasserin der Studie – und Doktorand Eloi Chazelas, der an der Studie mitarbeitete, schrieben in einer Email an Yahoo Lifestyle, dass die Ergebnisse mehr oder weniger Neuland seien.

Brustkrebs ist häufigste Krebsart bei Frauen

„Es gibt sehr wenige Studien, in denen der Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und individuellen Krebsarten untersucht wurde“, schreiben Touvier und Chazelas.

Laut Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen, unabhängig von deren Herkunft. Um die Bedeutung dieser Ergebnisse besser einschätzen zu können, nahm Yahoo Lifestyle mit Colleen Doyle Kontakt auf. Sie ist ausgebildete Ernährungsberaterin und Geschäftsführerin in den Bereichen Ernährung und Sport der Amerikanischen Krebsstiftung.

Eine aktuelle Studie aus Frankreich hat den regelmäßigen Konsum gezuckerter Getränke und Säfte mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Dazu gehört auch Brustkrebs. Experten schalten sich ein. (Foto: Getty Images)

Beweise für Zusammenhang mit Softdrinks sind begrenzt

Obwohl die BJM-Studie einen wichtigen Punkt zu den Gefahren zuckerhaltiger Getränke hervorhebt, ist die Studie laut Doyle nicht endgültig. „Es gibt zu wenige Belege dafür, dass Getränke, die mit Zucker oder anderen Süßstoffen gesüßt sind, mit dem Brustkrebsrisiko vor oder nach den Wechseljahren in Zusammenhang stehen“, sagt sie. „Und es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass diese Art von Studie nicht beweist, dass die Getränke Krebs erregen – wie die Autoren selbst sagen.

Dennoch sind Warnungen vor Softdrinks gerechtfertigt

Doyle sagt, dass man den Ergebnissen dennoch Beachtung schenken sollte, denn es gebe einen erwiesenen Zusammenhang zwischen Zucker und Übergewicht. „[Es gibt] eine sehr enge Verbindung zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht. Dieses wiederum ist ein großer Risikofaktor für die Entstehung von Krebserkrankungen“, erzählt sie Yahoo Lifestyle. Laut Daten, die vom Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten erhoben wurden, machen durch Übergewicht verursachte Krebsarten bis zu 40 Prozent der in den USA diagnostizierten Krebsarten aus.

Es wird empfohlen, generell weniger Zucker zu sich zu nehmen

Die USA stehen in der Rangliste der Zuckerkonsumenten ganz oben. Amerikaner nehmen (laut der US-amerikanischen Diabetes Vereinigung) im Durchschnitt mehr als 126 Gramm Zucker täglich zu sich. Neben Gewichtszunahme steht Zucker auch im Zusammenhang mit Bluthochdruck und einem erhöhten Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten. Doyle sagt, dass es aus all diesen Gründen schlau sei, den Konsum gezuckerter Getränke einzuschränken. „Diese Studie unterstützt die bereits bekannten wissenschaftlichen Ergebnisse, die besagen, dass man gesüßte Getränke nur in Maßen zu sich nehmen sollte“, erzählt sie Yahoo Lifestyle.

Bewegung und weniger Alkohl können Risiken mindern

„Für Menschen, die nicht rauchen – was auf die Mehrheit der Amerikaner zutrifft – ist es am wichtigsten, dass sie auf ihr Gewicht achten. So können sie das Risiko, an unterschiedlichen Krebsarten zu erkranken, mindern“, sagt Doyle. Sie empfiehlt außerdem körperliche Bewegung und eingeschränkten Alkoholkonsum.

„Es gibt klare Beweise, dass Alkoholkonsum das Risiko erhöht, nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken. Und wahrscheinlich auch das Risiko, schon vor den Wechseljahren zu erkranken“, sagt Doyle Yahoo Lifestyle. „Frauen sollten also auf ihren Alkoholkonsum achten. Dafür sprechen einige Gründe. Einer davon ist das Brustkrebsrisiko.“

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Dennoch merkt Doyle an, dass es nicht nötig sei, vollständig auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten. „Frauen, die gezuckerte Getränke zu sich nehmen, sollten ihren Konsum einschränken und damit hoffentlich ihr Gewicht positiv beeinflussen“, erzählt sie Yahoo Lifestyle. „Aber es gibt keine Beweise, dass zuckerhaltige Getränke direkten Einfluss auf das Brustkrebsrisiko haben.“

Die Autoren der BMJ-Studie stimmen ihr zu. „Natürlich ist kein Lebensmittel oder Getränk absolut „verboten“!“, sagen sie Yahoo Lifestyle. „Wenn man ab und zu ein gezuckertes Getränk konsumiert, hat das keine ernsthaften gesundheitlichen Folgen. Aber der regelmäßige tägliche Konsum sollte verringert werden.“

Abby Haglage

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