Neues Video zeigt die gefährliche Rhetorik von Donald Trump und seinem Gefolge

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Die US-Satiresendung “The Daily Show” hat einen etwas anderen Blick auf die Wochen und Monate vor dem Sturm auf das Kapitol geworfen. Während viele Politiker und Bürger geschockt von dem Aufstand sind, fasste die Show in einem Video die Rhetorik von Donald Trump und seinem Gefolge in der Zeit nach der Präsidentschaftswahl zusammen und zeigte damit: Wer den Ansturm nicht kommen sah, hat nicht richtig hingehört.

WASHINGTON, DC - JANUARY 06: President Donald Trump greets the crowd at the "Stop The Steal" Rally on January 06, 2021 in Washington, DC. Trump supporters gathered in the nation's capital today to protest the ratification of President-elect Joe Biden's Electoral College victory over President Trump in the 2020 election. (Photo by Tasos Katopodis/Getty Images)
"Kämpfen" und andere Schlagwörter gehören schon lange zum Repertoire von Donald Trump und seinem Gefolge (Symbolbild: Tasos Katopodis/Getty Images)

Das Video zeigt einen kommentarlosen Zusammenschnitt von öffentlichen Reden von republikanischen Amtsträgern, konservativen Moderatoren, Donald Trumps Familienmitgliedern und natürlich dem US-Präsidenten selbst.

Unterlegt ist sie mit der Art von pathetischer Musik, wie sie in hurrapatriotischen Hollywood-Filmen vorkommen würde, vornehmlich an der Stelle, an der der Held eine flammende Rede hält, um die Massen zu motivieren. Passend dazu lautet der Titel des Clips “Wir salutieren den Helden des Ansturms”.

Kämpfen, kämpfen, kämpfen: Eine Rhetorik wie zu Kriegszeiten

Dieser satirische Kniff macht die Rhetorik, die in dem Video aufgezeigt wird, noch unheimlicher. Immer wieder wird die Rechtmäßigkeit der Wahl angezweifelt und betont, dass man sich die Wahl nicht “stehlen lassen” dürfe. Moderatoren des rechtskonservativen Senders Fox reden von einer “Schlacht ums Weiße Haus” und vergleichen den 6. Januar vorab mit den Kämpfen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Der Abgeordnete Madison Cawthorn ermutigte Republikaner, ihre Kongressabgeordneten “ein wenig zu bedrohen”.

Nach Sturm auf Kapitol: Alexandria Ocasio-Cortez zerlegt die Republikaner im Video

Trumps Anwalt Rudy Giuliani verlangte einen “Prozess per Gefecht”. Eric Trump und seine Frau Lara sagten einer jubelnden Menge wenige Stunden vor dem Sturm auf den Kongress, dass man “unser Land zurückerobern” müsse, während Donald Trump Jr. ankündigte: “Wir kommen, um euch zu holen, und wir werden es genießen.”

Und immer wieder fällt das Wort “fight”. Kämpfen “für die Zukunft des Landes”, kämpfen “bis zum bitteren Ende” und sich gefälligst “ein Rückgrat wachsen lassen für den Kampf” - denn, wie der Präsident selbst sagt: “Wir werden das Land nicht mit Schwäche zurückerobern. Wir müssen noch härter kämpfen.”

WASHINGTON, DC - JANUARY 06: A group of pro-Trump protesters climb the walls of the Capitol Building after storming the West lawn on January 6, 2021 in Washington, DC. A pro-Trump mob stormed the Capitol, breaking windows and clashing with police officers. Trump supporters gathered in the nation's capital today to protest the ratification of President-elect Joe Biden's Electoral College victory over President Trump in the 2020 election. (Photo by Jon Cherry/Getty Images)
Die nahezu unweigerliche Konsequenz einer solche Rhetorik (Bild: Jon Cherry/Getty Images)

Die Worte bauen auf Trumps Wahlkampf-Taktik auf

Wie das Video zeigt, schwelte diese gefährliche Rhetorik nicht erst wenige Tage vor dem Sturm auf das Kapitol durch die Medien und Massen, sondern schon seit Trump die Wahl Anfang November verloren hatte. Diese Saat fiel auf fruchtbaren Boden, denn schon während seines gesamten Wahlkampfes hatte der scheidende Präsident mit wiederholten Lügen die Gewissheit bei seinen Anhänger keimen lassen, die Stimmenabgabe würde manipuliert werden.

Zur Stunde wird, wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit, ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet - diesmal wegen "Anstiftung zum Aufruhr".

Mehr zu dem Verfahren im Video: