Neulinge für Joachim Löw: Diese DFB-Profis warten auf einen Einsatz

Joachim Löw hat für die Spiele gegen Argentinien und Estland mehrere Spieler nominiert, die noch keinen Einsatz für das DFB-Team absolviert haben. Wer sind Niklas Stark, Nadiem Amiri, Luca Waldschmidt, Robin Koch und Suat Serdar?

Niklas Stark (r.) trainierte schon mehrfach mit dem DFB, durfte bisher aber nicht spielen. (Bild: Getty Images)

Niklas Stark, 24 Jahre, Hertha BSC, Innenverteidiger

Ein richtiger Neuling ist Stark in diesem Sinne nicht. Schon vermehrt wurde er von Bundestrainer Löw eingeladen, eingesetzt wurde der Berliner aber bislang noch nicht. Die Hoffnung aber stirbt bekanntlich zuletzt und so ist Stark natürlich auch der neuesten Einladung des Bundestrainers gefolgt.

Gegen Argentinien und Estland könnte es tatsächlich endlich so weit sein. Starks Konkurrenz hat sich ausgedünnt, im aktuellen Kader ist er die Nummer drei hinter Niklas Süle und Jonathan Tah. Löw kündigte einen Einsatz an. Über seine Leistungen bei der Hertha hätte sich der geborene Mittelfranke ohnehin schon lange das Vertrauen verdient gehabt, das ihm auch in Berlin entgegengebracht wird.

Dort ist Stark unter Trainer Ante Covic zum Co-Kapitän ernannt worden und verpasste in der laufenden Saison noch keine einzige Minute. Diese Zuverlässigkeit ist bezeichnend für den 24-Jährigen, der im Sommer unter anderem von Ajax Amsterdam umworben wurde, sich aber für einen Verbleib entschied.

Robin Koch (M.) ist neu beim DFB-Team. (Bild: Getty Images)

Robin Koch, 23, SC Freiburg, Innenverteidiger

Als Joachim Löw am vergangenen Wochenende bei der Partie zwischen Freiburg und Dortmund im Stadion gesichtet wurde, hätten wohl die wenigsten daran geglaubt, dass der Bundestrainer Koch beobachten würde. Tatsächlich aber wurde der junge Verteidiger am Montag nachnominiert. Seit 2017 spielt er in Freiburg, zuvor war Koch in Kaiserslautern aktiv.

Dort spielte lange Zeit auch Vater Harry Koch. Von 1995 bis 2003 war Koch Sr. als unangenehmer Gegenspieler und “Wadenbeißer” bekannt. Heute blickt er aus dem Ruhestand gerne auf die Leistungen seines Sohnes auf vertrauter Position. Was Robin aber wohl deutlich besser vermag als Harry, ist die Spieleröffnung. Mit Ball am Fuß ist der Freiburger sehr souverän.

Ob Koch auch langfristig eine Zukunft beim DFB hat, wird sich wohl nicht in den nächsten zwei Partien entscheiden. Vorerst sind andere dran - wie etwa der eingangs erwähnte Stark. Passend ordnete sein Vater gegenüber der dpa bereits ein: “Von der Planung her war es natürlich unsere Hoffnung, dass er irgendwann in der Nationalmannschaft spielt. Dass es jetzt so schnell ging, liegt natürlich auch daran, dass so viele Spieler verletzt oder krank sind."

Suat Serdar soll im Mittelfeld mithelfen. (Bild: Getty Images)

Suat Serdar, 22, FC Schalke 04, Zentrales Mittelfeld

Für große Freude sorgte die Nominierung Serdars durch den Bundestrainer auf Schalke. Weniger erfreut allerdings war man in der Türkei. Dort kämpfte man seit Monaten um die Dienste des jungen Mittelfeldspielers, geht nun aber (sehr wahrscheinlich) leer aus. Serdar ist ab dem ersten Pflichtspiel für den DFB, eventuell gegen Estland, geblockt für einen Wechsel.

Der Ärger aus der Türkei hat aber einen guten Grund: Der Schalker ist ein guter Fußballer. Geboren und aufgewachsen in Bingen und später Mainz sind die Bezugspunkte zur Türkei aber ohnehin gering. Umso besser für Deutschland, hat Serdar doch in der laufenden Saison seine Qualitäten schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Der Fußball von David Wagner schmeichelt dem Spielstil des 22-Jährigen. In fünf Partien gelangen ihm bereits drei Tore. Das lässt bereits darauf schließen, dass Serdar ein anderer Spielertyp ist als Toni Kroos, für den er nachnominiert wurde. Dem DFB-Team dürfte etwas frischer Wind in der Zentrale aber sicherlich nicht schaden.

Nadiem Amiri ist neu beim DFB-Team. (Bild: Getty Images)

Nadiem Amiri, 22, Bayer Leverkusen, Zentrales Mittelfeld

Amiri ist wohl der erste Nationalspieler, der vor seiner Nominierung nicht vom Bundestrainer angerufen wurde, sondern den Trainer selbst anrief. “Co-Trainer Marcus Sorg hat sich bei mir gemeldet und gesagt, ich soll mal den Bundestrainer anrufen, weil der meine Telefonnummer nicht hat”, erklärte der Mittelfeldspieler den kuriosen Ablauf.

Alles andere als kurios ist aber die grundsätzliche Berücksichtigung des Leverkuseners. Amiri machte schon in Hoffenheim auf sich aufmerksam, bei Bayer hat er nochmals einen Schritt gemacht. Er ist flexibel einsetzbar, was Löw bekanntlich sehr gut gefällt. Amiri hat eine schnelle Auffassungsgabe und kann sich entsprechend in viele System einfühlen.

Als ehemaliger Spieler der U21 ist Amiri durchaus schon erfahren im DFB-Dress. Zudem galt er in seinen Teams bislang immer als Spaßvogel, das macht ihn auch in der Kabine oder in den Trainings zu einem wichtigen Faktor. Amiri wird aber sicherlich souverän auftreten - die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß, da will er Löw sicherlich vorrangig sportlich beeindrucken.

Luca Waldschmidt stand bereits zweimal im Kader. (Bild: Getty Images)

Luca Waldschmidt, 23, SC Freiburg, Stürmer

Ebenso wie Stark ist auch Waldschmidt nicht ganz neu im Team von Löw. Schon Anfang September war er gegen die Niederlande und Nordirland im Kader, wurde aber in beiden Partien nicht eingewechselt. Am Mittwochabend aber wird alles anders: Waldschmidt wird laut Bundestrainer beginnen.

Gemessen an seiner Form in der Bundesliga ist das kein großes Wunder. Waldschmidt gelangen in sieben Spielen vier Tore, unter anderem traf er zuletzt gegen Borussia Dortmund. Auch im DFB-Pokal war er einmal erfolgreich. Exakt alle 100 Minuten ist der 23-Jährige damit am Jubeln über einen eigenen Treffer.

Als ehemaliger Hamburger und Frankfurter blickt Waldschmidt bereits auf eine eindrucksvolle Vita zurück. Als Linksfuß ist er zudem eine willkommene Abwechslung für die deutsche Offensive. Die Vielseitigkeit zeichnet ihn aus: Kopfbälle sind ebenso kein Problem wie Sprintduelle, Dribblings in engen Situationen oder eben eiskalte Abschlüsse.

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