Niacinamid: Der Stoff für bessere Haut

Niacinamid gilt als DIE Beauty-Waffe gegen fast alle Hautprobleme und soll für einen makellosen Teint sorgen. Wir erklären Ihnen, was den Wirkstoff ausmacht und worauf Sie bei der Anwendung achten sollten.

Niacinamid: Frau cremt sich ein.

© Dean Drobot

Was ist Niacinamid?

Bei Niacinamid, das auch unter dem Namen Nicotinamid bekannt ist, handelt es sich um eine Form von Vitamin B3. Diese ist nicht wasserlöslich, kann also vom Körper nicht gespeichert werden. Daher ist es sinnvoll, es immer wieder aufzunehmen, damit es dem Körper zur Verfügung steht.

Hauptsächlich nehmen wir Niacinamid über die Nahrung auf. Das Vitamin kann jedoch auch über die Haut in den Körper gelangen. Hier kommen Hautpflegeprodukte wie Cremes und Lotions mit Niacinamid ins Spiel.

Welche Wirkung hat Niacinamid auf die Haut?

Niacinamid hat viele vorteilhafte Wirkungen auf die Haut. Zu diesen zählen im Einzelnen:

  • entzündungshemmend

  • antioxidativ (fängt freie Radikale ab)

  • hautaufhellend

  • nährend

  • beruhigend (gegen Rötungen)

  • Hautbarriere stärkend

  • feuchtigkeitsspendend

  • lichtschützend

  • Poren verkleinernd

Hinzu kommt, dass Niacinamid der Haut nicht nur Feuchtigkeit zuführt, sondern auch dafür sorgt, dass diese besser in der Haut gespeichert werden kann. Zudem unterstützt es die feuchtigkeitsspendende Wirkung anderer Hautpflegeprodukte und ist daher eine gute Ergänzung in der Hautpflege-Routine.

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Wie sollte Niacinamid angewendet werden?

Da die Haut ein wenig Zeit benötigt, um Niacinamid aufzunehmen, sollten Sie möglichst ein Produkt wählen, das auf der Haut bleibt wie beispielsweise eine Creme, Lotion oder ein Serum. Es gibt auch Niacinamid-haltige Waschlotionen, allerdings werden solche Produkte meist abgewaschen, bevor der Wirkstoff in die Haut eindringen kann. In Seren ist der Wirkstoff in der Regel am höchsten konzentriert.

Je nachdem in welcher Konzentration Niacinamid im Produkt enthalten ist, können sie es ein- bis zweimal täglich, am besten morgens und/oder abends anwenden. Aber halten Sie es bei der Anwendung wie mit Retinol-Serum: Beginnen Sie möglichst mit einer niedrigen Konzentration. Zu viel des Wirkstoffs kann zu Hautirritationen führen, da die kleinen Blutgefäße in der Haut vergrößert werden. Bei der Anwendung sollten Sie sich immer möglichst an die vom Hersteller empfohlenen Mengen halten.

Um einen sichtbaren Effekt zu erzielen, sollten Sie Niacinamid mindestens vier Wochen regelmäßig anwenden. Es ist also ein wenig Geduld gefragt.

Mit welchen Produkten sollte ich Niacinamid kombinieren?

Niacinamid kann die Wirkungsweisen, besonders die feuchtigkeitsspendenden, anderer Wirkstoffe unterstützen und gegebenenfalls sogar verstärken. Insbesondere empfiehlt sich eine Kombination von Niacinamid mit Peptiden, Ceramiden oder Hyaluronsäure. Sie alle helfen dabei, eine widerstandsfähige Hautbarriere zu schaffen Mit welchem dieser Wirkstoffe Sie Niacinamid kombinieren hängt von den speziellen Bedürfnissen ihrer Haut ab:

  • Ceramide: Sie schützen die Lipidschicht der Haut, welche Feuchtigkeit einschließt und vor dem Eindringen von Verschmutzung oder Bakterien schützt. Gerade unreine Haut profitiert von Ceramiden. Aber auch für alle anderen Hauttypen sind Ceramide gut geeignet.

  • Hyaluronsäure: Besonders unterstützend bei trockener Haut und reifer Haut, da Hyaluronsäure Feuchtigkeit gibt und gleichzeitig speichert. Die Haut wirkt praller und gleichmäßiger. Auch für unreine und empfindliche Haut ist Hyaluronsäure bestens geeignet.

  • Peptide: Sie regen die Zellstruktur der Haut an, mehr Kollagen zu bilden. Somit sorgen sie für mehr Festigkeit der Haut, gerade bei reiferer Haut, die meist nicht mehr über so viel Kollagen verfügt.

Wer Niacinamid verwenden möchte, um Pigmentflecken, Sonnenschäden und anderen Hautverfärbungen wie Pickelmale den Kampf anzusagen, kann den Wirkstoff mit Vitamin-C-haltigen Produkten kombinieren – ausgenommen Vitamin-C-Säure (L Ascorbic Acid), da es hier zu Irritationen kommen kann.

Auch ein Zusammenspiel von Niacinamid und der sogenannten Kojisäure kann ungewünschte Pigmentierungen verschwinden lassen. Letztere hemmt die Melaninbildung der Haut, sorgt damit für ein gleichmäßigeres Hautbild und verhindert die Neuentstehung von Pigmentflecken.

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Da Niacinamid auch lichtschützende Eigenschaften hat, können Sie den Wirkstoff auch zusammen mit Ihren Sonnenschutz-Produkten kombinieren.

Auch im Zusammenspiel mit Retinol funktioniert Niacinamid gut. Wer einfach nur einen glatteren, ebenmäßigeren Teint haben möchte, kann diese Wirkstoffe bedenkenlos miteinander kombinieren.

Worauf ist noch zu achten, wenn ich Niacinamid kombiniere?

Auch wenn Sie Niacinamid mit anderen Wirkstoffen und Hautpflegeprodukten kombinieren können, auf eines sollten Sie in jedem Fall achten: Kombinieren Sie Niacinamid nicht mit Cremes, die einen sehr sauren pH-Wert haben, wie beispielsweise Vitamin-C-Säure. In diesem Fall kann es nämlich zu einem sogenannten Niacinamid-Flush kommen: Die Haut reagiert empfindlich und wird rot bzw. juckt leicht. Hier sollten am besten einige Stunden zwischen dem Auftragen der Produkte liegen. Am besten tragen Sie Niacinamid am Morgen und das andere Produkt am Abend auf oder umgekehrt.

Welche Nebenwirkungen können bei der Verwendung von Niacinamid auftreten?

Bei der Verwendung von Niacinamid kann es – wie oben bereits einmal erwähnt – zu einem sogenannten Niacinamid-Flush kommen. Hierbei handelt es sich um eine Art Erstverschlimmerung der Haut, wenn der Wirkstoff in Nikotinsäure umgewandelt wird. Der Flush äußert sich in Hautrötungen, Hautjucken und einem unangenehmen Wärmegefühl auf der Haut. Diese Symptome klingen allerdings schnell wieder vollständig ab und schaden der Haut nicht.

Ein derartiger Flush tritt eher bei empfindlicher Haut auf und/oder wenn die Konzentration von Niacinamid besonders hoch ist oder es mit einem Produkt mit sehr saurem pH-Wert kombiniert wurde.

Niacinamid über die Nahrung

Natürlich gibt es unzählige Seren und Kosmetikprodukte, die Niacinamid enthalten. Wer auf diese verzichten möchte, kann sich an gewisse Lebensmittel halten, die den ähnlich aufgebauten Wirkstoff Niacin enthalten. Besonders tierische Produkte wie Fleisch, Fisch und Eier sind reich an dem Vitamin B3. Pflanzen hingegen sind eher B3-arm und das in ihnen enthaltene Niacin ist nur schwer für den Körper verwertbar. Wer sich vegan, also auf rein pflanzlicher Basis ernährt, wird in diesem Fall auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen müssen. Wer Kaffee trinkt, ist im Vorteil, denn Bohnenkaffee ist einer der wenigen hervorragenden pflanzlichen Vitamin-B3-Lieferanten.

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