Nicht nur der Amazonas: NASA-Karte zeigt das Feuerdrama der Welt

Die “grüne Lunge der Erde” brennt. Bis die Weltbevölkerung davon endlich Notiz nahm, dauerte es mehrere Wochen. Zu viel Zeit verstrich, bis die Brände im Regenwald des Amazonas zum Thema in der Presse wurden und der Zyklus von täglichen Updates, Promi-Posts auf Social Media und weltweiten Spendenaktionen seinen Lauf nimmt. Dass wir jedoch andere Brandherden der Welt nach wie vor blind gegenüberstehen, zeigt eine Karte der NASA.

Dieser Teil des Amazonas-Regenwalds nahe Porto Velho in Brasilien bietet derzeit einen traurigen Anblick, doch auch andere Teile der Welt stehen in Flammen (Bild: CARL DE SOUZA/AFP/Getty Images)

Die schockierten Reaktionen über die verheerenden Brände im brasilianischen Amazonas sind keinesfalls übertrieben, und nicht umsonst nehmen die G7-Staaten derzeit Brasilien ins Visier. Doch tatsächlich erstreckt sich der riesige Regenwald über acht südamerikanische Länder – darunter Bolivien, wo ebenfalls fatale Feuer wüten. Das zeigt eine Karte des Fire Information for Resource Management System der NASA, die außerdem auf eine wichtige Tatsache aufmerksam macht: Nicht nur der Amazonas brennt.

Diese Karte zeigt anhand roter Punkte, wo innerhalb von 24 Stunden Feuer wüteten (Bild: NASA'S FIRE INFORMATION FOR RESOURCE MANAGEMENT SYSTEM (FIRMS))

Nord-Afrika brennt lichterloh

Die Satellitenbilder zeigen in Echtzeit, wo auf der Erde derzeit Brände stattfinden und bieten ein verstörendes Bild. Nicht nur Südamerika, sondern vor allem Nord- und Zentralafrika sind derzeit betroffen. Geht man auf die Ansicht, die alle Brände der vergangenen Woche visualisiert, scheint der die nördliche Hälfte des Kontinents lichterloh in Flammen zu stehen.

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Relevant für Umwelt-, Klima- und Artenschutz sind auch diese Feuer. Oft sind es zwar Steppen- und Graslandschaften, die abbrennen und sich schneller von Bränden erholen als Regenwälder. Doch die afrikanische Insel Madagaskar beherbergt beispielsweise eine besondere Vielfalt an Arten, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Und, wie die Karte eindrucksvoll verdeutlicht, die viertgrößte Insel der Welt steht jedes Jahr zu großen Teilen in Flammen.

Jedes Jahr werden auf Madagaskar riesige Flächen an Wald niedergebrannt, um Platz für Weideland und Reisplantagen zu machen (Bild: Christian VAISSE/Gamma-Rapho via Getty Images)

Ein großer Teil der Feuer entsteht durch Menschenhand

Schuld daran, wie an vielen Feuerherden der Erde, sind Landrodung und Weideland-Erzeugung durch manuell gelegte Brände, die nicht selten außer Kontrolle geraten. Einen Teil der Vegetation zu roden und den Rest niederzubrennen, ist eine kostengünstige und schnelle Methode, um Waldflächen in Weideland zu verwandeln. Auch bei den aktuell diskutierten Bränden im Amazonas-Regenwald nehmen Naturschützer Farmer ins Visier, die - nicht selten illegal - Waldgebiete roden.

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Damit Länder wie Brasilien oder Madagaskar uns mit Produkten wie Soja, Kaffee, Kakao oder Reis versorgen können, nehmen wir Arten- und Waldsterben in Kauf – ganz zu Schweigen von den großen Mengen an CO2, die durch die Großflächenbrände in die Atmosphäre entlassen werden.

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