Coronavirus: Disneyland bleibt in Frankreich eine Ausnahme

In Frankreich wurden wegen der Verbreitung des Coronavirus Großveranstaltungen abgesagt. Ausnahmen gibt es trotzdem, zum Beispiel hält Disneyland Paris weiterhin seine Pforten geöffnet.

Noch dürfen die Besucher weiter nach Disneyland Paris. Der Vergnügungspark bleibt trotz der Ausbreitung von COVID-19 bis auf Weiteres geöffnet. (Bild: REUTERS/Benoit Tessier)

Auf Nachfrage einer Besucherin antwortete der Vergnügungspark in der Nähe der französischen Hauptstadt mit folgendem Statement: ”Disneyland Paris ist geöffnet und begrüßt alle Besucher wie gewohnt.” Man folge aber den Entwicklungen sehr genau und sei mit den Behörden in Kontakt, um sich an deren Anweisungen zu halten. Dazu kämen “beispielhafte sanitäre Prozeduren und hohe Hygiene- und Sauberkeitsstandards”. Ob das ausreicht, um mögliche Besucher zu beruhigen? In den Park kommen pro Jahr knapp zehn Millionen Disney-Fans, in erster Linie Familien mit Kindern. Tatsächlich wurden die Schwester-Parks Shanghai Disneyland, Hong Kong Disneyland und Tokyo Disney Resort bereits geschlossen.

Großveranstaltungen abgesagt

In Frankreich waren die Zahlen neuinfizierter Patienten Ende der vergangenen Woche sprunghaft angestiegen. Innerhalb eines Tages gab es 16 neue Fälle, damit stieg die Zahl bis Samstag auf insgesamt 73, sagte Gesundheitsminister Olivier Veran gegenüber der Presse. Im vorrangig betroffenen Département Oise seien alle öffentlichen Versammlungen vorläufig untersagt, sagte Veran. Dennoch stieg die Zahl der Infektionen auf aktuell 130.

Am Samstag setzte die französische Regierung dann alle räumlich eingegrenzten Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen aus. Auch der berühmte Louvre in Paris bleibt geschlossen. Damit soll verhindert werden, dass sich COVID-19 weiter im Land ausbreitet. So wurde der Paris-Marathon mit über 40.000 Teilnehmern am Sonntag abgesagt, ebenso wie der Abschlusstag der Landwirtschaftsmesse. Nicht davon betroffen waren bisher allerdings Fußballspiele und andere Open-Air-Veranstaltungen.

Fans des SC Neapel entrollten bei der Partie gegen den FC Torino ein Banner mit der Aufschrift: "In Tragödien gibt es keine Rivalität. Gemeinsam gegen COVID-19." (Bild: Franco Romano/NurPhoto via Getty Images)

Rigide Maßnahmen in der Schweiz und Italien

In der italienischen Profifußball-Liga Serie A sieht das anders aus, dort waren zunächst sechs Spiele ohne Publikum angesetzt worden, mittlerweile sind die Partien auf Mitte Mai verschoben worden. Italien ist das bisher am schwersten betroffene europäische Land, bislang wurden dort über 1700 Fälle bestätigt. In elf Gemeinden im Norden des Landes gilt weiter eine Absperrung, etwa 50.000 Menschen dürfen seit über einer Woche ihre Heimatorte in der Lombardei nicht mehr verlassen.

Auch die Schweiz geht als Nachbarland Italiens sehr rigide gegen eine Ausbreitung des Virus vor. In dem Alpenland gibt es bisher mindestens 24 Fälle, am Freitag wurden alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf Weiteres verboten. Davon betroffen sind unter anderem die Basler Fasnacht und der Genfer Autosalon in den ersten zwei März-Wochen.

Im Iran, wo das Virus in heftiger Intensität wütet und laut Behördenangaben schon mindestens 54 Menschen das Leben gekostet hat, wurden landesweit alle Freitagsgebete abgesagt. Saudi-Arabien hat als Präventionsmaßnahme die Grenzen für Pilgerreisende nach Mekka und Medina geschlossen. Seit dem Ausbruch von COVID-19 sind insgesamt 85.000 Fälle weltweit registriert worden, über 3000 Todesopfer hat das Virus schon gefordert.