"Ohne Behandlung kaum Aussicht auf Besserung": Hirschhausen auf den Spuren von Long-Covid

Eckart von Hirschhausen trifft Gesundheitsminister Karl Lauterbach (links).
 (Bild: WDR/Bilderfest)
Eckart von Hirschhausen trifft Gesundheitsminister Karl Lauterbach (links). (Bild: WDR/Bilderfest)

Während eine Corona-Infektion für viele langsam ihren Schrecken verliert, leiden zahlreiche Menschen unter den Folgen: Long-Covid. Eckart von Hirschhausen spricht in einer neuen Reportage mit Betroffenen.

Eine Corona-Infektion hat für die meisten Menschen ihren schlimmsten Schrecken verloren: Mildere Verläufe und kaum noch Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie sorgen für einen befreiteren Alltag. Doch viele Menschen können die Krankheit nicht so schnell hinter sich lassen: Sie leiden an Long-Covid. Ein Krankheitsbild, das noch immer nicht vollständig erforscht ist und häufig nicht ausreichend ernst genommen wird.

Das zumindest beklagt Eckart von Hirschhausen. Der studierte Mediziner und ARD-Moderator widmete sich bereits dreimal in einer Reportage dem Thema Corona. Nun ist mit "Hirschhausen und Long-Covid. Die Pandemie der Unbehandelten" eine vierte WDR-Produktion entstanden, in der er sich auf die Langzeitfolgen der Krankheit fokussiert.

"Nach meiner letzten Doku über Long-Covid haben mir unfassbar viele Menschen geschrieben. Menschen, die kaum Gehör finden. Für sie mache ich diesen Film", beschreibt von Hirschhausen seine Motivation. Es sei ein Film über Ärztinnen und Ärzte, die ihren Patientinnen und Patienten gerne helfen würden, doch denen die Unterstützung fehlt. Auch verzweifelte Betroffene, kontrovers diskutierte Therapien und Ärzte, die Long-Covid nicht ernst nehmen, sind Thema der Reportage.

Eckhart von Hirschhausen im Gespräch mit der Hausärztin Anna Brock, die an Long-Covid nach Infektion und nach Impfung erkrankt ist.  (Bild: WDR/Bilderfest)
Eckhart von Hirschhausen im Gespräch mit der Hausärztin Anna Brock, die an Long-Covid nach Infektion und nach Impfung erkrankt ist. (Bild: WDR/Bilderfest)

Karl Lauterbach: Pandemie der unbehandelten Long-Covid-Patienten

"Wir haben längst eine Pandemie der unbehandelten Long-Covid-Patienten", kommt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in dem Film zu Wort. Doch noch immer fehlt eine Task-Force und eine koordinierte Grundlagen-, Therapie- und Versorgungsforschung, wie der Film kritisch herausarbeitet.

Einerseits seien Ärztinnen und Ärzte mit dem komplexen Krankheitsbild überfordert, andererseits werde es abgetan als eingebildete, psychosomatische Erkrankung. Dass Long-Covid aber eine schwere und andauernde Krankheit ist, die bei 20 Prozent der Betroffenen zu starken Einschränkungen im Alltag und teils massiven Behinderungen führt, das will Eckart von Hirschhausen verdeutlichen.

"Das sind Hunderttausende Menschen, die ohne Behandlung kaum Aussicht auf Besserung haben und deren Zustand oft chronisch wird. Es fehlen systematische Studien, aus denen Behandlungsmethoden und Medikamente resultieren, die den Betroffenen helfen. Und es gibt nur wenige Ärztinnen und Ärzte, die bereit sind, in der aktuellen Situation individuelle Heilversuche zu wagen."

"Hirschhausen und Long-Covid. Die Pandemie der Unbehandelten" ist ab sofort in der ARD-Mediathek abrufbar. Dort stehen auch die weiteren Filme von Eckart von Hirschhausen, "Hirschhausen auf Intensiv", "Hirschhausen als Impfproband" und "Hirschhausen - Corona ohne Ende?" zum Abruf bereit.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.