“Ohne Frauen kann ich nicht leben”

·Lesedauer: 7 Min.

Wisst ihr noch, als wir alle Girlboss sein wollten, so richtig badass? Es den Männern gleichtun? In die Fußstapfen ihrer wildledernen Business-Schnürer treten. Sämtliche Führungspositionen übernehmen, Rap-Charts anführen, Geld durch Stripclubs werfen, womenspreading, Platz einnehmen. Allen zeigen, dass wir genauso gut auf die Kacke hauen können. Als feministische Karriere-Girls haben wir uns in die Bürostühle und Konferenzräume, die Playlists und die Werkstätten eines gemachten, patriarchalen Systems gesetzt und haben von fortan dort weitergemacht, wo die Herren der Schöpfung von uns gestört wurden.

Aber langsam fiel auf: Gleichberechtigung wird so sicher nicht erreicht. Nicht durch weiterhin nach unten treten, auch wenn es via Stilettos oder Platform-Sneaker geschieht. Denn: Frauen dieser Welt können erst etwas bewegen, wenn sie die Sache auf ihre, auf eine neue Art und Weise angehen.

Und genau dafür sind diese waschechten Queens im Anmarsch: Im Rahmen der She Moves Us Kampagne von PUMA haben LaPili, Alicia Awa und Yendry nämlich gerade gemeinsam an einem Song gefeilt, der auf dem magischen Gefühl basiert, das in uns hochkommt, wenn wir Frauen uns gegenseitig supporten, so richtig aufrichtig. Frei nach PUMA’s Motto “Real Queens don’t compete, they join forces”. Es geht in dem Track dabei um mehr als nur “Yaaas Queen” unter das letzte Selfie zu kommentieren (bitte hört damit aber auch nie auf, ja?). Es geht um Ehrlichkeit und Weichheit, um Empathie und Power und Magie. Aber das erzählen Alicia und LaPili euch am besten selbst:

Alicia Awa, Berlin

Alicia, schön, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns zu sprechen. Wir kennen und lieben dich als glänzende Viertplatzierte bei DSDS (dieses Rihanna-Cover!!), stöbern durch deinen perfekt kuratierten Instafeed und erfreuen uns an deinen sehr starken, selbstbewussten Tracks. Aber wer ist Alicia Awa, wenn niemand hinschaut?

Erst einmal vielen Dank! Alicia, wenn niemand zuschaut, ist etwas ruhiger als die “öffentliche” Alicia, aber nicht komplett anders. Die öffentliche Alicia ist super selbstbewusst. Ihr ist es egal, was andere über sie denken. Die private Alicia ist das auch, aber manchmal ist sie auch ein absoluter Overthinker! Sie wird aber immer mehr “eins” mit der öffentlichen Alicia.

Erzähl uns von den Frauen in deinem Leben und der Rolle, die sie für dich spielen.

Die Frau, die ich am meisten bewundere, ist meine Mutter. Ich kenne niemanden, der so stark ist wie sie. Sie ist als einzige ihrer Familie, auch noch als Frau, von Westafrika nach Deutschland gekommen. Sie sprach damals null deutsch und hat es dann gemeinsam mit uns gelernt, als wir kleine Kinder waren. Uns hat es nie an etwas gefehlt, auch wenn es oft nicht einfach war. Sie war streng, aber gleichzeitig liebevoll. Alles, was wir haben und was wir sind, hat sie aus eigener Kraft geschafft. Dazu ist sie 50 Jahre alt und sieht aus, als wäre sie meine große Schwester und keinen Tag älter als 30! Mein einziges Ziel ist es, dass sie stolz auf mich sein kann. Mein absolutes Vorbild aus künstlerischer Sicht ist Rihanna. Ich liebe ihren Style, ihre Musik, ihre Attitude. Sie ist Künstlerin und Business Frau, super stark und wunderschön. Ich bewundere das!

In der Kollaboration mit Zalando & PUMA hast du mit Yendry und LaPili zusammengearbeitet. Wie war dieser Prozess für dich, wie hat es sich angefühlt und was kam dabei heraus? Welche Botschaft wollt ihr gemeinsam in die Welt tragen?

Mit diesen beiden Powerfrauen zu arbeiten war für mich eine richtig schöne Erfahrung. Der Vibe am Set war anders. Ich habe mir beide vorher natürlich auf Social Media angeschaut, weil man ja wissen will, was einen erwartet. Da habe ich mich bereits vorab extrem gefreut, weil beide super spannend gewirkt haben. In Real Life haben wir sofort “geklickt”, als würden wir uns schon ewig kennen. Queens lieben Queens! Wer weiß, was in der Zukunft passiert. Mehr gemeinsam musizieren wäre nice.

Wie würdest du deine Reise durch die Musikwelt beschreiben?

Ich habe nach DSDS viel Zeit im Studio verbracht, verschiedene Dinge ausprobiert. Ein Team zu finden, das Deine Vision teilt und das umsetzt, was du in Deinem Kopf hast, ist enorm schwer und zeitintensiv. du bekommst viel Input, der dir hilft, dich weiterzuentwickeln und Deinen Stil zu finden. Meine ersten Releases spiegeln genau diese Reise wieder. Am 24.09.21, an meinem 24. Geburtstag release ich einen für mich sehr besonderen Song. Meine Community hat ihn “Fremder” genannt, bei mir war der Arbeitstitel “Nicht mehr Dein”. Der Song und das Video sind für mich ein Seelenstrip. Fremder ist der erste Song meines ersten Albums “24”, das im Frühjahr 2022 erscheinen wird.

Zu guter Letzt: Welchen Rat würdest du anderen Frauen gerne mit auf den Weg geben?

Liebe Frauen dieser Welt, wir sind alle Queens! Wir können alle nebeneinander existieren, wir müssen nicht um die Spitze gegeneinander kämpfen. Liebt Euch selbst, ihr seid großartig, genau so, wie ihr seid. Dann habt ihr auch die Power, Euch gegenseitig zu unterstützen und ganz nach oben zu kommen. Gemeinsam!

LaPili, Madrid

Hi LaPili, danke dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wer dich kennt, der denkt an scharfe Musikvideos, knallharte Lyrics und inspirierenden Social Media Content. Aber wer bist du, wenn niemand zuschaut?

Wenn niemand hinsieht, bin ich eigentlich genau dieselbe. Ich gebe mich der Öffentlichkeit total transparent und bin so, wie ich auch privat bin. Ein Mädchen, das es liebt, zu tanzen, sich zu bewegen. Ich liebe Kunst, Musik und die Natur. Ich bin diese starke Frau, die ich auch der Außenwelt präsentiere, die sich für das einsetzt, was ihr wichtig ist. Für mich ist das Künstlerin zu sein, kreativ und gesund, körperlich und mental. Und einfach alles, was mit Kunst zu tun hat.

Welche Rolle spielen Frauen in deinem Leben?

Ganz einfach: Ohne Frauen kann ich nicht leben, sie bedeuten mir alles. Frauen haben diese besondere Power, gepaart mit Empathie und Weichheit. Es hat etwas Magisches. Und Magie spielt auch eine große Rolle in meinem Leben, ich glaube mit meinen 27 Jahren auch an Feen und Göttinnen. Frauen sind das wichtigste in meinem Leben und ich bin so froh, eine Frau sein zu dürfen. Es gibt für mich nichts Besseres.

Die neue She Moves Us Kampagne trägt den Slogan “This is the new Queendom”. Was macht eine Frau für dich zu einer Queen?

In meinen Augen ist jede Frau eine Queen. Schon alleine, weil sie eine Frau ist. Damit meine ich alle, die sich weiblich identifizieren. Wir haben mit so viel Ungerechtigkeit zu kämpfen, mit gesellschaftlicher Erwartungshaltung und Unterdrückung. Als Queens treten wir diesen Kampf gemeinsam an, wir stehen gemeinsam dagegen auf.

In der Kollaboration mit Zalando & PUMA hast du mit den Ausnahmekünstlerinnen Alicia Awa und Yendry zusammengearbeitet. Wie war dieser Prozess für dich, wie hat es sich angefühlt und was kam dabei heraus? Welche Botschaft wollt ihr gemeinsam in die Welt tragen?

Die Zusammenarbeit mit Alicia und Yendry war fantastisch. Yendry kannte und liebte ich schon von Social Media, Alicia lernte ich vor Ort kennen. Zum Glück. Was für eine großartige Künstlerin. Wir hatten eine richtig gute Zeit. Und dieser Queendom-Gedanke erwachte bei den Dreharbeiten richtig zum Leben. Wir singen in dem Track “I fix your crown, you fix mine”, eigentlich im metaphorischen Sinne. Aber beim Videoshoot trugen wir tatsächlich Kronen, und als wir so tanzten und uns bewegten mussten wir uns wirklich gegenseitig die Krönchen richten. So symbolisch! Ich bin wirklich froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, mit diesen talentierten, starken Frauen gemeinsame Sache zu machen.

Gerade Latin Genres wie Reggaeton wirken noch besonders männerdominiert. Wie ist deine Erfahrung bezüglich Geschlechtsidentität und Machotum in der Musikszene und wie sollten wir dieses Problem angehen?

Leider glaube ich, dass diese Männerdominiertheit sich noch durch alle Genres zieht. Und durch alle Aspekte unseres Lebens, eigentlich. Was wir jetzt tun können? Weiblichen Output pushen. Wir brauchen mehr weibliche, große Namen, überall. Mehr Songs von Frauen, mehr Videos, mehr Kunst und mehr Wege, die Arbeit, die wir Frauen längst leisten, zu visualisieren. Es ist an uns, uns Künstlerinnen und Konsumentinnen, Frauen nach vorne zu bringen. Wir müssen uns aktiv dafür entscheiden, sie zu unterstützen, in dem wir sie bewusst hören und ihren Content konsumieren. Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, nur das zu genießen, dass uns vorgeworfen wird. Es ist ein aktiver Prozess.

Und wenn sich dieser Prozess weiterhin so gut anhört, wie der Track von Alicia Awa, LaPili und Yendry, dann sind wir gerne mit dabei. Wenn ihr mehr über die Künstlerinnen erfahren möchtet, dann klickt hier. Wenn ihr euren Kleiderschrank um das ein oder andere PUMA-Teil erweitern möchtet, dann klickt hier.

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