Paris Fashion Week: Für diese Kette erntet Givenchy einen Shitstorm

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Mit der Präsentation der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2022 hat sich Matthew Williams, Creative Director bei Givenchy, nicht mit allen Stücken einen Gefallen getan. An einer Kette, die an einen Galgen erinnert, entzündete sich in den sozialen Medien ein Sturm der Entrüstung.

Ein Accessoire, das ein einen Galgen erinnert, löste bei einigen Betrachtern Empörung aus. (Bild: Getty Images)
Ein Accessoire, das ein einen Galgen erinnert, löste bei einigen Betrachtern Empörung aus. (Bild: Getty Images)

Von seinem ersten Live-Runway auf der Paris Fashion Week hätte sich Givenchys Kreativdirektor Matthew Williams sicher etwas mehr Zuspruch und weniger Gegenwind erhofft. Dabei lag letzterer weniger an den Outfits der Models noch an deren Beauty-Look mit kunstvoll und extravagant aufgetragenem Eyeliner samt XXL-Wimpern, die die französische "Vogue" als "skurril, malerisch, hypnotisch" bezeichnete. Vielmehr war es ein Schmuckstück, das vielen Beobachtern deutlich gegen den Strich ging.

Schlingen um Hälse? Keine gute Idee

Eines der weiblichen Models trug um ihren Hals eine relativ massive silberne Kette, die einem Henkerknoten glich. Der Mode-Watchblog "Diet Prada" postete ein Bild vom Laufsteg und schrieb dazu: "Man könnte meinen, die Modeindustrie hätte nach dem ganzen Burberry-Galgen-Debakel 2019 gelernt, dass man keine Teile, die an Galgen erinnern, um die Hälse von Models hängt."

Damals entschuldigte sich der Burberry-Creative Director Riccardo Tisci öffentlich, der Hoodie wurde aus der Kollektion genommen.

Die Kette kommt zur schlechtesten Zeit

Abgesehen vom ausgebliebenen Lerneffekt bei Givenchy bemängelten viele Userinnen und User gerade den Zeitpunkt, an dem die Kette präsentiert wird. Während manche auf die deutliche Steigerung von psychischen Problemen hinwiesen, die in Corona-Zeiten gerade auch Jugendliche und junge Erwachsene betreffen, sahen sich andere an die Lynchjustiz der in Afghanistan an die Macht gekommenen Taliban erinnert.

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Diese Userin schrieb zum Beispiel, es sei "wahrscheinlich nicht die beste Zeit" für ein solches Motiv:

Stylish oder gefährlicher Trigger?

Andere äußerten ihre Verwunderung darüber, dass ein solches Design ja sicher von mehreren Verantwortlichen für gut befunden worden sei, bevor es dann tatsächlich auf dem Laufsteg landet. Der große Vorwurf dahinter: Das Thema Suizid werde durch Designs wie dieses romantisiert und dafür anfällige Menschen getriggert.

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Genau das hatte 2019 auch das Model Liz Kennedy von sich behauptet, die in der fraglichen Burberry-Show ebenfalls zu sehen war. Auf Nachfrage der "Dailymail Online" gab es bisher kein Statement aus dem Hause Givenchy, das in den sozialen Medien aber auch Unterstützer hatte. Das umstrittene Schmuckstück könne die öffentliche Diskussion über ein Tabu-Thema anstoßen, meinten andere. Andere verwiesen darauf, dass Mode schließlich Kunst sei und keinesfalls zensiert werden dürfe.

Anmerkung der Redaktion: Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym und kostenlos.

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