Pilotprojekt: Lidl eröffnet erste deutsche Metropolfiliale

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Lidl ist immer wieder für eine Überraschung gut. Der Discounter eröffnet in Frankfurt die erste Metropolfiliale und startet damit ein Pilotprojekt in Deutschland. Das ist neu daran.

Lidl arbeitet an neuen Discounter-Konzepten. (Bild: Getty Images)

Ein größtenteils gläsernes Gebäude, eine mehr als doppelt so große Verkaufsfläche wie zuvor und eine platzsparende, zweistöckige Bauweise: Der Lidl-Markt, der in dieser Woche in der früheren Bürostadt Niederrad eröffnet worden ist, soll eine neue Ära in Deutschland einleiten.

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Lidl spricht von einer “Metropolfiliale”, die als Pilotprojekt für ganz Deutschland dienen soll. In London, Wien und Madrid wurden bereits ähnliche Konzepte umgesetzt.

Entstehen bald schon Wohnungen oberhalb von Supermärkten?

Neu ist, dass durch die vergrößerte Glasfassade mehr Tageslicht in den Discounter gelangt und im Inneren mehr mit Holz gearbeitet wurde. Zudem werden laut Dirk Brunner, einem Immobilienleiter der für Frankfurt zuständigen Lidl-Regionalgesellschaft Alzenau, die Abwärme der Kühlanlage genutzt und nur natürliche Kältemittel eingesetzt. Auf dem begrünten Dach befindet sich – passend zum Thema Nachhaltigkeit – eine Photovoltaikanlage.

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Der Konzern möchte auch das Wohnraum-Thema weiter anschieben. Es gibt bereits Planungen für einen Neubau in Frankfurt, bei dem 40 Wohnungen über der Verkaufsfläche des Discounters errichtet werden sollen. Diese wolle der Konzern nicht verkaufen.

Dieser Trend ist in Hessen nicht neu. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte Anfang September zu einem “Supermarktgipfel” geladen und dort dieses Thema auf die Agenda gesetzt. Der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main hatte errechnet, dass alleine im Rhein-Main-Gebiet das Potential für bis zu 5.000 Wohnungen über Supermärkten bestehe.

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