"Pinky Gloves": Tampon-Handschuhe sorgen für Kritik und Spott

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Über einen Deal aus der VOX-Show "Die Höhle der Löwen" schütteln nicht nur reihenweise Frauen die Köpfe. Der Investor Ralf Dümmel machte 30.000 Euro für pinke Plastikhandschuhe locker, in denen Frauen diskret ihre Tampons entsorgen sollen. Die überwiegenden Reaktionen nach der Ausstrahlung: Überteuert, unnötig und stigmatisierend.

Offenbar stören sich einige Männer an gebrauchten Tampons in Mülleimern - zwei Gründer wollen nun Abhilfe schaffen. (Bild: Getty Images)
Offenbar stören sich einige Männer an gebrauchten Tampons in Mülleimern - zwei Gründer wollen nun Abhilfe schaffen. (Bild: Getty Images)

Plastikhandschuhe sind zwar eine ökologische Katastrophe, in einigen Situationen aber durchaus unverzichtbar: Im medizinischen Sektor, beim Hantieren mit Chemikalien oder reizenden Putzmitteln oder immer dann, wenn die Hände eben nicht berühren sollen, was aus irgendeinem Grund gefährlich oder aber eklig sein könnte.

Unangenehm und muffelig

In der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" präsentierten nun zwei Gründer ihre Version von Plastikhandschuhen, die "Pinky Gloves". Darauf gekommen sind die beiden Männer André Ritterswürden und Eugen Raimkulow während ihrer Zeit in einer WG, in der auch Frauen lebten, die ihre Tampons, gewickelt in Toilettenpapier, im Badezimmermülleimer entsorgten. Das Problem für die männlichen Mitbewohner: "Nach einiger Zeit riecht das unangenehm und man sieht es einfach, weil das Papier nässt durch." Insgesamt eine "unangenehme" Sache.

So diskret, wie es der Vorgang der Menstruation erfordert

In den umgestülpten Plastikhandschuh, der natürlich Pink ist, (welche Frau steht bitte nicht auf Pink?), sollen Frauen ihre Tampons nach dem Herausziehen sogleich verpacken, das Ganze mit einem Klebestreifen verschließen, und können den Hygieneartikel sowohl blick- als auch geruchsdicht im Mülleimer entsorgen.

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Eine diskrete Lösung also sowohl für die Menstruierende sowie alle anderen, die ansonsten auf öffentlichen oder privaten Toiletten mit dem Vorgang der Menstruation konfrontiert würden. Ein Pack mit 48 Einweghandschuhen kostet im Webshop 11,96 Euro. Ähnliche Produkte, nur nicht in Pink und ohne Klebestreifen, gibt es übrigens in Drogerien zu kaufen, wobei diese dort über die Hälfte billiger sind.

Erfunden von Männern für Frauen ohne Bedarf

Während also Investor Ralf Dümmel überzeugt war von den "Pinky Gloves", wurden die Handschuhe im Netz geradezu verrissen, wie zum Beispiel von dieser Twitter-Nutzerin:

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Eine andere schrieb: "Hört auf, Frauen zu erzählen, dass die Periode eklig ist." Dass die Gründer verheiratet seien, zahle noch lange nicht auf ihr Diversity-Konto ein. Mit Feminismus habe das nichts zu tun.

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In vielen Kommentaren wird den Gründern erstens vorgeworfen, ein völlig nutzloses und überteuertes Produkt entwickelt zu haben, das mit weiblichen Bedürfnissen nichts zu tun hätte. Und zweitens, dass sie damit vermittelten, die Periode sei eklig und ein schambehafteter Vorgang, den es so weit wie möglich zu verstecken gelte.

Die Botschaft nicht optimal rübergebracht

Auf ihrem Instagram-Kanal reagierten die beiden später mit einem Video auf die zahlreichen Reaktionen. Sie hätten auf keinen Fall zum Ausdruck bringen wollen, dass die Menstruation etwas Ekelhaftes sei. 

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Selbstverständlich sei die Periode weder schmutzig noch unhygienisch. Mit den "Pinky Gloves" hätten sie ganz im Gegenteil dazu beitragen wollen, "das Thema" zu enttabuisieren. Offenbar hätten sie ihre Botschaft "nicht optimal rübergebracht", heißt es in dem Video noch.

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Für die Userinnen und User war aber auch diese Erklärung wenig überzeugend. Ein Kommentar lautet zum Beispiel: "Das Produkt ist unnötig, überteuert, nicht nachhaltig, fördert Stereotypen und tabuisiert Periodenblut."

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