Plus-Size-Lüge: Model enthüllt schmutziges Geheimnis der Modebranche

·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Dass in der Modebranche gemogelt und retuschiert wird, was das Zeug hält, ist an sich kein Geheimnis mehr. Ein Geheimnis, das ein Model nun verriet, sorgt dennoch für reichlich Wirbel auf Social Media: Vermeintliche Curvy-Models sind oft gar keine.

Was nicht passt, wird bei Mode-Fotoshootings passend gemacht - auch, wenn es um Plus Size geht (Symbolbild: Getty Images)
Was nicht passt, wird bei Mode-Fotoshootings passend gemacht - auch, wenn es um Plus Size geht (Symbolbild: Getty Images)

Manchmal hat es den Anschein, als würde ein echtes Umdenken in der Modebranche stattfinden. Nicht mehr alle Designer und Kampagnen buchen ausschließlich schlanke, junge, vermeintlich perfekte Models, sondern zeigen Schönheit in all ihren Facetten. Plus-Size-Models scheinen immer gefragter - und doch bekommen sie offenbar nicht so viel Arbeit, wie ihnen zustehen würde.

Das jedenfalls erklärte nun ein Plus-Size-Model namens Ronja Quinn auf TikTok. Sie trägt dieses Prädikat nach eigener Aussage ohnehin nur, weil in der Branche alles über Größe 36/38 als Plus Size gilt. Sie modelt allerdings auch für Plus-Size-Marken, die Kleidung in Größen über 44 herstellen, was sie selbst nicht trage.

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Dies stellt bei Fotoshootings jedoch kein Problem dar, wie Quinn demonstriert. "Ich muss dann etwas mitbringen, das sich Polsterung nennt und letztlich ein Fat-Suit ist", erklärt sie und zeigt die entsprechenden Kunststoff-Teile, die sie unter ein dünnes Unterhemd stopft, um dicker zu wirken, als sie ist.

"Übrigens gilt es als höflich, das selbst mitzubringen", fügt sie zu dem Video hinzu. Sollte die Polsterung nicht reichen, werde die Kleidung am Rücken einfach mit Wäscheklammern zusammengesteckt.

An Hals und Gesicht ist Plus Size nicht erwünscht

Den Grund für diese seltsame Methode liefert Ronja Quinn gleich mit: "Die Kunden wollen, dass der Hals und das Gesicht richtig schlank und kantig aussieht."

Das Model findet dies selbst bedenklich: "Dies schafft nicht nur unrealistische Schönheitsstandards, sondern unmögliche", sagt sie in ihrem viralen Video, das bereits mehr als 570.000 Mal angesehen wurde. Obwohl es sie selbst Jobs kosten würde, appelliert Quinn an die Branche: "Mein Vorschlag ist, einfach echte Plus-Size-Frauen zu buchen. Es gibt so viele wunderschöne Plus-Size-Frauen da draußen."

Sie selbst musste sich erst von den unrealistischen Schönheitsidealen lösen, die in der Modebranche nach wie vor herrschen. In einem weiteren viralen TikTok-Video zeigt sie Bilder und Clips von sich als High-Fashion-Model - und als Kontrast aktuelle, nachdem sie sich dazu entschlossen hatte, Plus-Size-Model zu werden - mit ein paar Kilos mehr auf den Rippen und weniger Job-Chancen, aber nach wie vor schlank und mit deutlich rosigeren Wangen. "Ich bin heute so viel glücklicher", schreibt sie dazu.

Video: A Life Lived: die Plus-Size-Unternehmerin

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