Ein Plus-Size-Model mit Hijab ist das Gesicht der neuen Modelinie von Eloquii

Eliza Huber
·Lesedauer: 3 Min.

Das Plus-Size-Modelabel Eloquii kündigte diese Woche den Launch seiner Kollektion „Six Icons, Six Days“ an: Während einer sechstägigen Veranstaltung sollen Looks, die von namhaften Plus-Size-Designerinnen entworfen wurden und nur in limitierter Auflage erhältlich sind, vorgestellt werden. Für die maßgeschneiderten Ensembles der Plus-Size-Marke waren bisher Nabela Noor, Gründerin von Zeba, der Bewegung für mehr Selbstliebe, Tasha Cobbs Leonard, Gründerin von Curve Athletics, einer Athleisure-Modemarke für Frauen mit Kurven, und Retta, die manchen auch als Donna Meagle bekannt ist, verantwortlich. Ihre Kreationen waren so beliebt, dass sie im Nu ausverkauft waren. In diese großen Fußstapfen soll nun Leah Vernon, ein Hijab-tragendes Plus-Size-Model und Autorin des Buchs Unashamed: Musings of a Fat, Black Muslim, treten.

Vernon, die für ihre farbenfrohen Looks bekannt ist, entwarf ein langärmeliges, gelbes Paillettenkleid für diese Linie von Eloquii, das ihr zufolge „die perfekte Kombination aus Farbe, Drama und Selbstvertrauen“ sei. Es hat einen Stehkragen und eine große Schleife rund um die Taille. Außerdem weist es eine ausgeprägte Schulterpartie auf. Für die Modekampagne trägt Vernon es mit einem dazu passenden, gelben Turban. Da das Kleid sonnengelb ist, rundet ein goldener Sonnenschirm den Look ab. „Ich liebe alles, was glamourös, laut, gewagt und majestätisch ist“, sagt Vernon, um zu erklären, woraus sie Inspiration für diese Kreation schöpfte. „Die Theatralik und Pailletten des Kleides haben etwas so Besonderes, dass ich es auch dann tragen will, wenn ich nur mal eben etwas vom Laden nebenan holen will. Wir sollten uns wohlfühlen und gut aussehen – ganz egal, was wir gerade tun.“

Vernon führt ihre Einstellung zur Mode genauer aus: „Für mich ist Fashion ein Mittel zur Rebellion. Als eine übergewichtige, Schwarze Muslimin aus Detroit hatte ich nie das Gefühl, mich vollständig ausdrücken zu können. Das hatte mit dem gesellschaftlichen Druck zu tun, dem Menschen, die wie ich aussehen, ausgesetzt sind. Irgendwann bekam ich aber einen ersten Vorgeschmack davon, wie befreiend es sich anfühlt, mich so zu geben, wie ich einfach bin – und das vollkommen kompromisslos. Damit wurde Mode ein Ausdruck meiner Persönlichkeit für mich.“ Vernon liegt es am Herzen, ihre Denkweise mit der Welt zu teilen, was Eloquii nun mit dieser Partnerschaft für sie möglich macht: „Wir kämpfen darum, unterrepräsentierten Stimmen Gehör zu verschaffen und sie miteinzubeziehen – und das in allen Branchen. Die Zusammenarbeit so einer Kultmarke mit einer übergewichtigen, Schwarzen Muslimin ist ein bahnbrechender Schritt und wird die Spielregeln in der Modewelt verändern.“

Ein gelbes, paillettenbesetztes Kleid mag während einer Pandemie zwar eher weniger praktisch erscheinen, Vernon zufolge ist aber genau das der Grund, warum sie es entworfen hat. „Zu Beginn des Lockdowns trug ich – das muss ich gestehen – Jogginghosen und schäbige Kapuzenpullis“, gibt sie zu. „Ich wusste aber, dass ich mich nicht länger so gehen lassen konnte und das tun musste, was ich sonst auch immer tun würde. Nur so würde mir ein Hauch von Normalität gelingen. Mein jetziger Stil ist eine Gratwanderung zwischen Funktionalität und Glamour. Manchmal wähle ich ein Outfit aus, in dem ich mich wie ein Superstar oder eine Diva fühlen kann.“ Sie hofft, dass ihr Look andere dazu inspiriert, sich bei der Kleiderwahl für etwas Gewagtes und Leuchtendes zu entscheiden, um so ihre Stimmung zu verbessern. „Geh ruhig modische Risiken ein. Tu es einfach“, fügt sie hinzu.

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