Politische Desinformation in sozialen Netzwerken weltweit auf dem Vormarsch

teleschau

Laut einer neuen Studie sind immer mehr Staaten von politischen Desinformationskampagnen in sozialen Netzwerken betroffen - die meisten finden statt auf Facebook.

Es ist ein sprunghafter Anstieg: Laut einer neuen Studie der renommieren Oxford University ließen sich in immer mehr Ländern politische Desinformationskampagnen in sozialen Netzwerken nachweisen. Demnach habe sich die Anzahl der Länder in zwei Jahren mehr als verdoppelt. Immer mehr staatliche Akteure würden demnach soziale Netzwerke nutzen, um etwa die Opposition zu diskreditieren, das Vertrauen in die liberale internationale Ordnung zu untergraben oder auch Unterdrückung zu "automatisieren", etwa mit Bots. Insgesamt, so die Forscher, würden die meisten Kampagnen auf Facebook durchgeführt. Dort ließen sich in 56 Ländern entsprechende Operationen nachweisen.

2017 fanden die Wissenschaftler nur in 28 Staaten entsprechende Kampagnen, im Jahr darauf bereits in 48. Insbesondere autoritäre Regime hätten gelernt, die sozialen Netzwerke für propagandistische Zwecke zu nutzen. Meist sei die eigene Bevölkerung das Ziel, Staaten wie China, Russland und Saudi-Arabien würden jedoch verstärkt das Ausland ins Visier nehmen.

Besonders aktiv sei laut den Propaganda-Forschern China. Noch vor den Protesten in Hongkong ließ sich die staatliche Online-Propaganda vor allem im Inland etwa auf Weibo, WeChat oder QQ finden. Nun agierten die Chinesen verstärkt auch auf Facebook, YouTube und Twitter, was "Demokratien Anlass zur Sorge geben sollte".