Werbung

"Polizeiruf 110: Little Boxes": So wird das Debüt von Johanna Wokalek

Johanna Wokalek ist die neue Kommissarin im Münchner Team des "Polizeiruf 110". (Bild: Ariane Krampe Filmproduktion/BR/Hendrik Heiden)
Johanna Wokalek ist die neue Kommissarin im Münchner Team des "Polizeiruf 110". (Bild: Ariane Krampe Filmproduktion/BR/Hendrik Heiden)

Johanna Wokalek (48) feiert im neuen "Polizeiruf 110: Little Boxes" (17.9., 20:15 Uhr, das Erste) aus München ihren Einstand als Hauptkommissarin Cris Blom. Neben dem bereits etablierten "Polizeiruf"-Kollegen Dennis Eden alias Stephan Zinner (49) wird ihr ein weiterer Partner an die Seite gestellt: Otto Ikwuakwu, gespielt von Bless Amada (26). Zu dritt müssen sie den Mord an einem wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Universität aufklären. Gelungenes Debüt für Wokalek und die neue München-Konstellation, oder ist der Film eher ein Fall für den Krimi-Papierkorb?

Darum geht es im "Polizeiruf 110: Little Boxes"

Nach einem längeren Auslandsaufenthalt kehrt Kommissarin Cris Blom (Wokalek) an die Münchner Mordkommission zurück und trifft dort erneut auf ihren langjährigen Kollegen Eden (Zinner) - aber auch auf ihren neuen Partner Ikwuakwu (Amada). Ihr erster Fall lässt Bloom tief ins Uni-Milieu eintauchen. Ein Mitarbeiter des Instituts Postcolonial Studies wird ermordet aufgefunden. Erste Ermittlungen legen den Verdacht nahe, dass das Opfer aus Rache getötet wurde. Angeblich sei er ein Vergewaltiger gewesen und habe - nach Einschätzung einiger Studierenden - seine gerechte Strafe erfahren. Doch stimmt diese Geschichte so überhaupt?

Lohnt sich das Einschalten

Es ist ein nahezu brillanter Einstand für Wokalek. Obwohl im Krimi ausreichend die neue Konstellation unter den Ermittlern thematisiert wird und auch das "Kennenlernen" nicht zu kurz kommt, hat man von Sekunde eins an das Gefühl, dass hier zusammenkommt, was schon lange zusammengehört. Auch wenn die fünf Münchner "Polizeiruf"-Episoden mit Verena Altenberger(35) seit 2019 durchaus Charme versprühten, schafft Wokalek auf Anhieb eine qualitative Verbesserung. Hin zu einem Niveau, das seit dem Abschied von Matthias Brandt (61) im Jahr 2018 vermisst wurde.

Auch das Drehbuch passt für den gelungenen Einstieg wie die Faust aufs Auge. Das Geheimrezept: eine abgewogene Dosierung von allerhand Krimi-Gewürzen. So kommt weder der Humor zu kurz, der allerdings nicht ins Alberne abdriftet, noch wird die nötige Ernsthaftigkeit vernachlässigt. Auch schwierige und in "Little Boxes" allgegenwärtige Themen wie Feminismus oder Rassismus werden intelligent in die Geschichte eingewoben. Obendrein gibt es ein finale furioso, das so nicht zu erwarten war und niemand so schnell vergessen wird. Hauptkommissarin Cris Blum und ihr Team machen Lust auf mehr!