Post von Elon Musk: Tesla mahnt Münchner Ladesäulen-Startup ab

Als ein deutscher Gründer Kunden vorschlug, von Tesla auf seine Ladesäulen umzusteigen, fand die E-Autogigant das nicht lustig und schaltete seine Anwälte ein. - Copyright: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Als ein deutscher Gründer Kunden vorschlug, von Tesla auf seine Ladesäulen umzusteigen, fand die E-Autogigant das nicht lustig und schaltete seine Anwälte ein. - Copyright: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Dass Elon Musk ein streitbarer Typ ist, ist hinlänglich bekannt. Einen seiner aktuellen Kämpfe trägt der Tesla-Gründer nun in München mit dem Ladeinfrastrukur-Startup Wirelane aus. Dessen Gründer Constantin Schwaab erhielt vor Kurzem eine Abmahnung von Musks deutschen Anwälten. Ihm wurde Rufschädigung vorgeworfen. Tesla sei bereit, gegebenenfalls einen Unterlassungsanspruch gegen das Startup gerichtlich zu erstreiten, das stand ebenfalls in dem Brief. Das Handelsblatt berichtete als Erstes über den Fall.

Kurz zusammengefasst geht es darum: Wirelane bietet Ladestationen insbesondere für Hotels und Gewerbeimmobilien an. Tesla mit seiner Wallbox ebenso. Allerdings seien einige der Tesla-Ladestationen mit dem deutschen Eichrecht nicht kompatibel: Ältere Modelle hätten teilweise keinen eichkonformen Zähler. Das wiederum könnte für die Betreiber der Immobilien, wo solche Ladestationen installiert sind, zum Problem werden, sie könnten belangt werden - und darauf wies Schwaab seine Kunden im Sommer in einem Rundschreiben hin. Dazu packte er direkt auch einen Hinweis auf seine eigenen Produkte, gegen die Hoteliers ihre Tesla-Ladesäulen ja einfach austauschen könnten.

Verkürzt und verunglimpft

Tesla wirft Wirelane nun vor, dass der Sachverhalt in Schwaabs Brief verkürzt dargestellt sei und Teslas Ruf damit zu Unrecht beschädigt würde, dass die Produkte "verunglimpft und herabgesetzt" würden.
Auf Nachfrage des Handelsblatts bekennt der Gründer offen, dass er natürlich auch eigene, wirtschaftliche Interessen habe, und dass er seine Ladestationen verkaufen will. Die Unterlassungserklärung werde er nicht unterschreiben. Und Schwaab sagt, er sei enttäuscht, dass Tesla direkt die Anwälte losschickt: Er sei ja durchaus bereit gewesen, erst einmal so miteinander zu reden.

Aber dass Elon Musk keiner ist, mit dem man Streitfälle in Ruhe bespricht – auch das gilt hinlänglich als bekannt.