Preisvergleich: Buchungen bei Flugportalen sind ein Drittel teurer als bei Airlines

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Vergleichsportale bieten einen guten Überblick und helfen zu sparen. Für Flugreisen gilt das allerdings nicht, so Stiftung Warentest. Stichproben ergaben, dass Buchungen auf Portalen oft deutlich mehr kosten, als direkt bei der Airline. In einem Fall war sogar fast das Doppelte des Preises fällig.

Ob Kurztrip oder die große Urlaubsreise: Wenn das Fernweh stärker wird, ist es an der Zeit, sich nach passenden Angeboten umzusehen. Erste Anlaufstelle sind dann für viele Verbraucher Vergleichsportale. Denn dort lassen sich mögliche Verbindungen von hunderten Fluglinien gut sortiert überschauen. Reisende hoffen, auf diese Art zu sparen.

Doch über die Portale zu buchen, ist nicht immer eine gute Idee, wie Stichproben von Stiftung Warentest bei Bravofly, Opodo, Fluege.de, Flug24.de, Airline-direct.de und Billigfluege.de ergaben. Wer über die Portale bucht, zahlt viel mehr, als bei den Airlines direkt.

Die Verbraucherschützer verglichen 22 Flüge mit vier Airlines von Berlin nach München und Palma de Mallorca, von Hamburg nach Oslo und von Düsseldorf nach Paris. Fast immer sei der Preis inklusive aller Leistungen beim Vergleichsportal höher als direkt bei der Airline gewesen. Im Schnitt sei gut ein Drittel mehr fällig gewesen, in einem Fall bei Opodo fast das Doppelte.

Versteckte Zusatzkosten

Grund für die Preisunterschiede sind laut der Verbraucherschützer versteckte Zusatzkosten, die bei den Portalen erst am Ende der Buchung auftauchen. Da die Portale von den Fluggesellschaften keine Provisionen bekommen, müssen sie ihr Geld anders verdienen. „Die Lösung: Sie bieten Serviceleistungen der Airlines mit Aufschlag an. Kostet das Aufgabegepäck von Düsseldorf nach Paris bei Air France 25 Euro, nimmt fluege.de 35,10 Euro ein Plus von stolzen 40 Prozent. Wir fanden zudem Aufschläge bei Steuern, Gebühren und der Sitzplatzbuchung“, erklärt Stiftung Warentest.

Auch die Wahl der Zahlungsart könne eine Buchung über Portale teurer machen. Nach europäischem Recht müssen Anbieter Kunden eine kostenlose, zumutbare und gängige Zahlungsart anbieten. Die Portale Billigfluege.de, Airline-direct.de, Fluege.de und Flug24.de würden dies aber schlicht ignorieren. Dort koste ein Flug von Berlin nach München rund ein Viertel mehr, wenn nicht mit der firmeneigenen Mastercard gezahlt werde, stellten die Verbraucherschützer fest.

Auch Abo-Modelle bieten keine Garantie für günstige Preise, so wie etwa das Prime-Abo von Opodo für 74,99 Euro im Jahr. Auch mit dem würden Kunden für einen Flug von Hamburg nach Oslo rund ein Drittel mehr zahlen, als bei Ryanair direkt. Noch teurer werde es ohne Spar-Abo. Denn dann steige der eingangs beworbene Ausgangspreis von 12,49 Euro inklusive Gepäck und Sitzplatz auf über 100 Euro – fast doppelt so viel wie bei der Airline direkt.

Stiftung Warentest rät: Vergleichen Sie die Preise bei Flugportalen. Buchen Sie Flüge aber direkt bei der Fluggesellschaft“.

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