Prinz Andrew: Wie Prinz Andrew vom Lieblingssohn zum Außenseiter wurde

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Lange galt Prinz Andrew als der Lieblingssohn von Queen Elizabeth. Doch eine Reihe folgenschwerer Entscheidungen auf seinem Lebensweg ließen ihn vom Goldjungen zum Außenseiter werden. Eine Chronik seiner Skandale.

Prinz Andrew
Prinz Andrew
© Max Mumby/Indigo

Der zweitgeborene Sohn von Queen Elizabeth, 95, hat den Ruf, der Liebling seiner Mutter zu sein. Als Familienvater pflegte er auch viele Jahre nach der Trennung eine gute Beziehung zu Ex-Frau Sarah Ferguson, 62, um seinen Töchtern, Prinzessin Beatrice, 33, und Prinzessin Eugenie, 31, ein stabiles Zuhause zu bieten. Bis heute hat das Ex-Paar ein freundschaftliches Verhältnis. Es könnte alles so schön sein, hätte der Royal nicht einige unüberlegte Fehltritte begangen, die seinen Ruf über die Jahre ruinierten.

Prinz Andrew + Sarah Ferguson: Ehe, Trennung und ein Fuß-Skandal

1986, nur ein Jahr nachdem, Andrew seine Jugendfreundin Sarah Ferguson wiedergetroffen hatte, ging er vor ihr auf die Knie und machte ihr einen Heiratsantrag. Ohne die Einwilligung der Queen. Nachdem die Monarchin nach ihrer Rückkehr von einer Australienreise die Nachricht erreichte und sie der Eheschließung zustimmte, verkündeten Andrew und Sarah ihre Verlobung. Nur fünf Monate später, am 23. Juli 1986, gaben sie sich in der Westminster Abbey das Jawort.

Am 17. März 1986 geben Sarah Ferguson und Prinz Andrew ihre Verlobung bekannt.
Am 17. März 1986 geben Sarah Ferguson und Prinz Andrew ihre Verlobung bekannt.
© Tim Graham Photo Library

Genau so überstürzt wie die Liebe der beiden begann, so endete sie auch. Nach sechs Jahren Ehe und zwei gemeinsamen Töchtern verkündete Prinz Andrew im März 1992 die Trennung. Fünf Monate später kursierten pikante Fotos seiner Ex-Frau in der Presse: Paparazzi-Aufnahmen zeigten die Herzogin von York oben ohne am Pool ihres Ferienhauses in St. Tropez in einer ziemlich intimen Situation mit ihrem damaligen "Finanzberater". Genüsslich küsste und lutschte der texanische Millionär John Bryan an ihren Zehen, während sie sich auf einer Sonnenliege räkelte.

Zu diesem Zeitpunkt lebte sie auf dem Sitz der Queen in Balmoral. Noch am selben Morgen, so heißt es, packte sie ihre Koffer und wurde für elf Jahre nicht mehr dorthin eingeladen.

Flugmeilen-Andy

Immer wieder geraten Mitglieder der britischen Königsfamilie mit ihren zahlreichen Flugreisen in die Kritik. Im Jahr 2003 erhielt Prinz Andrew sogar den Spitznamen "Air-Miles Andy" (dt. "Flugmeilen-Andy"), nachdem er mehrfach Termine mit dem Hubschrauber oder Privatjet besuchte, die er durchaus mit dem Zug oder Auto hätte erreichen können. Dazu zählten auch ein Helikopterflug in das nur eine Zugstunde von London entfernte Oxford sowie ein Flug mit einem Jet der Royal Air Force zum Golfspielen in Schottland. Rund 325.000 Pfund (umgerechnet rund 390.000 Euro) soll er damals für seine dekadenten Reisen verbraten haben. In den Jahren darauf folgten viele weitere.BS: Die Windsor-Termine 2021

Sarah Ferguson und der falsche Scheich

2010 war es erneut Sarah Ferguson, die für Schlagzeilen sorgte und ihren Ex-Mann mit sich in den Abgrund riss. Die Britin wurde in eine Geheimoperation von "News of the World" verwickelt, bei der sie in einen Konflikt mit dem Undercover-Reporter der Zeitung, Mazher Mahmood, dem sogenannten "Fake Sheik" (dt. "falscher Scheich"), geriet. Sie soll versprochen haben, für die stolze Summe von 500.000 Pfund (umgerechnet knapp 600.000 Euro) Kontakt zu ihrem Ex-Mann herzustellen, der damals als der britische Sonderbeauftragte für internationalen Handel und Investitionen fungierte. Für Sätze wie "Passen Sie auf mich auf, und er passt auf Sie auf", oder "Ich kann Ihnen jede Tür öffnen, die sie wollen. Und das werde ich für Sie tun", entschuldigte sich "Fergie" nach Öffentlich werden des Skandals. Ihr "schwerwiegendes Fehlurteil" erklärte sie mit ihrer eigenen schwierigen "finanziellen Lage". Der Herzog von York habe von "keiner der Diskussionen gewusst" und sei "nicht beteiligt" gewesen, erklärte sie, nachdem sie die Zahlung zurückgab und anbot, aus dem gemeinsamen Zuhause mit ihrem Ex-Mann auszuziehen.

Happy Birthday, Prinzessin Beatrice?

Wenn es um freundschaftliche Verbindungen geht, steht Prinz Andrew seiner Ex-Frau in Sachen schlechtem Urteilsvermögen in nichts nach. Das musste auch die Erstgeborene der beiden feststellen, als ihr Vater zu ihrem 21. Geburtstag ein Geschenk, eine Halskette im Wert von 20.000 Pfund (umgerechnet rund 24.000 Euro), von einem libyschen Waffenschmuggler annahm. Der Unternehmer Tarek Kaituni war zuvor für Drogenbesitz verurteilt worden sowie für den Versuch, eine Maschinenpistole nach Frankreich einzuschmuggeln. Dennoch war er 2009 unter den Gästen bei Beatrice' Geburtstagsfeier in einer Privatvilla in der Nähe von Marbella. Zwei Jahre später, 2011, kam der Skandal ans Licht. Doch ein weiterer wartete noch darauf, entdeckt zu werden.

Sarah Ferguson, Prinzessin Eugenie, Prinz Andrew und Prinzessin Beatrice im February 2003 in Verbier, in der Schweiz
Sarah Ferguson, Prinzessin Eugenie, Prinz Andrew und Prinzessin Beatrice im February 2003 in Verbier, in der Schweiz
© UK Press

Erst Ende 2019 wurde ein weiterer Fehltritt aufgedeckt, den sich Prinz Andrew am 18. Geburtstag seiner Tochter Beatrice geleistet hatte. Bilder, die "The Sun on Sunday" veröffentlichte, zeigten einige der illustren Gäste ihrer Party, die 2006 auf Schloss Windsor stattfand: Jeffrey Epstein, †66, Ghislaine Maxwell, 60, und Harvey Weinstein, 69. Während Weinsteins Machenschaften damals noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen waren, war gegen Epstein nur zwei Monate vor Beatrice' Geburtstagsparty einen Haftbefehl aufgrund sexueller Nötigung einer Minderjährigen erlassen worden. Andrew bestritt, davon gewusst zu haben. Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist mittlerweile wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden.

Prinz Andrew + Jeffrey Epstein: Eine folgenschwere Freundschaft

Seine langjährige Verbindung zu Investmentbanker und Multimillionär Jeffrey Epstein sollte dem Herzog noch zum Verhängnis werden. Seit Monaten beherrscht der Missbrauchsskandal um Prinz Andrew die Schlagzeilen. Virginia Giuffre, 38, gibt im Rahmen eines in New York stattfinden Prozesses an, der mittlerweile verstorbene Epstein und seine frühere Partnerin Maxwell hätten sie als Teenagerin mit weiteren Minderjährigen zur Sexsklavin gemacht und sie 2001 im Alter von 17 Jahren zu Geschlechtsverkehr mit Prinz Andrew gezwungen.

Paukenschlag im Palast! Was die Entscheidung der Queen im Fall Andrew bedeutet

Bereits 2019 gab der Herzog aufgrund der öffentlichen Anschuldigungen seine royalen Pflichten ab. Queen Elizabeth soll, so wurde im Oktober 2021 bekannt, zunächst für die Gerichtskosten ihres Sohnes aufgekommen sein, ihm mittlerweile jedoch den Geldhahn zugedreht haben. Seine Versuche, die Zivilklage gegen ihn zu stoppen, scheiterten. Am 12. Januar 2022 entschied ein New Yorker Gericht, Giuffre könne den Prinzen verklagen. Einen Tag später, am 13. Januar, verkündete der Buckingham Palast, dass dem Royal alle militärischen Titel aberkannt werden.

Verwendete Quellen: tatler.com, washingtonpost.com, thesun.com

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