Prinz Charles: Ist sein Plan für eine moderne Monarchie zum Scheitern verurteilt?

·Lesedauer: 3 Min.

Prinz Charles soll nach dem Ableben seiner Mutter Queen Elizabeth eine neue Ära der Monarchie anstreben. Im Fokus steht vor allem die Verkleinerung der Familienmitglieder, die offiziell im Namen der Krone tätig sind und den Titel Königliche Hoheit tragen. Doch kann das funktionieren?

Prinz Charles
Prinz Charles

Prinz Charles, 72, soll eine klare Vision haben, wenn es um seine Rolle als zukünftiger König geht. Der Sohn von Queen Elizabeth, 95, habe schon seit Jahren eine Reformierung des Königshauses im Sinn, die vor allem die Verschlankung der arbeitenden Senior Royals umfasst. Im Fokus der Monarchie sollen dann neben ihm und seiner Frau Herzogin Camilla, 74, auch sein Sohn Prinz William, 39, und dessen Familie stehen. Doch wie umsetzbar ist das Konzept, das die Schweden und Spanier bereits führen, überhaupt für die Briten?

Prinz Charles setzt auf eine Neuaufstellung der Royals

Die Vorteile einer verkleinerten Monarchie liegen auf der Hand: Die britischen Steuerzahler werden entlastet und müssen nicht mehr für sogenannten "Strap-Hangers" aufkommen – die Mitglieder der Königsfamilie, die mitfinanziert werden, allerdings keine repräsentativen Aufgaben für die Krone einnehmen. "Charles' Vision der Monarchie – und diese wird von Prinz William und zunehmend auch von Queen Elizabeth unterstützt – ist eine, die zum 21. Jahrhundert passt", stimmte der Royal-Autor Nigel Cawthorne bereits 2020 in einem Interview mit "Express" zu. Der Unmut der Bürger würde eingedämmt werden und der Fokus auf dem Kern der Königsfamilie liegen. Immerhin kostete die Königsfamilie die Menschen 92 Millionen für das Haushaltsjahr 2019/2020. Darunter zählen Kosten für die Unterkünfte, Paläste sowie die Gehälter der Mitarbeiter:innen ebenso wie Reisekosten.

Laut Vermutungen soll Prinz Charles nach seinem Amtsantritt auch seine Geschwister, wie Prinz Andrew, 61, und dessen Töchter Prinzessin Eugenie, 31, und Prinzessin Beatrice, 33, von ihren offiziellen Aufgaben befreien. Hinzu kommt noch ein ganz entscheidender Faktor, der die Pläne vereinfacht: das Alter der derzeit tätigen Royals. Wie der einstige Royal-Butler Grant Harrold es gegenüber "Express" auf den Punkt bringt, ist "[...] die traurige Tatsache, dass viele ältere Mitglieder der königlichen Familie leider sterben werden." Prinzessin Alexandra, die Cousine von Queen Elizabeth, wird im Dezember 85 Jahre alt. Auch der Duke of Kent, Prinz Edward, ist mittlerweile Mitte 80. Geht es nach Charles, werden sie nach dem Ableben der Queen nicht mehr zum repräsentativen Kreis der Familie zählen.

Doch es gibt Punkte, die für große Zweifel sorgen und Prinz Charles' Pläne erschweren. Prinz Charles: 7 interessante Aspekte zu seiner Zukunft als König

Durchkreuzt der Terminkalender das Vorhaben des zukünftigen Königs?

Fakt ist, dass sich die Königsfamilie in den vergangenen Jahren bereits selbst dezimiert hat. Prinz Harry, 37, und Herzogin Meghan, 40, haben ihre Tätigkeiten als Senior Royals für ein Leben in den USA niedergelegt. Prinz Andrew ist seit den verhängnisvollen Vorwürfen in Bezug auf den Jeffrey-Epstein-Skandal nicht mehr aktiv. Allein durch ihren Wegfall wurden die Terminkalender der übrigen Royals zu einem Marathon. Sollte Prinz Charles darüber hinaus auf die Cousinen und Cousins von Queen Elizabeth sowie die Kinder seiner Geschwister verzichten, bleiben ihm (sich selbst eingeschlossen) 7 Mitglieder:

7 Mitglieder für 3567 Termine in nur einem Jahr (2019). Das wären für jeden Royal über 500 Termine im Jahr. Zum Vergleich: König Carl Gustaf von Schweden, 75, reduzierte im Jahr 2019 die Königsfamilie von fünfzehn auf zehn Repräsentanten und schloss fünf seiner sieben Enkelkinder aus. Prinz Charles kann sich demnach für die Zukunft nur auf drei Enkelkinder beziehen: Prinz George, 8, Prinzessin Charlotte, 6, und Prinz Louis, 3. Und selbst dann scheint die Rechnung kaum aufzugehen. Laut der Royal-Reporterin Marlene Koenig habe eine verschlankte Monarchie für die Briten nur dann eine mögliche Zukunft, "wenn das Vereinigte Königreich sich trennen würde und nur England und Wales übrig blieben."

Verwendete Quellen: express.co.uk, royal.co.uk, dailymail.co.uk



Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.