Prinzessin Diana: "Die Briefe hatten die Prinzessin vollkommen vernichtet“

·Lesedauer: 4 Min.

Im August 1996 wurde die Scheidung zwischen Prinzessin Diana und Prinz Charles rechtskräftig. Einer, der in den Monaten und Jahren zuvor hautnah dabei war, ist Paul Burrell. In einem Buch beschreibt er, was passierte.

Prinzessin Diana
Prinzessin Diana

Nach dem skandalösen Interview Prinzessin Dianasfür die BBC-Sendung "Panorama", welches am 20. November 1995 ausgestrahlt worden war, hatte Queen Elizabeth genug von dem Rosenkrieg ihrer Schwiegertochter und ihres Sohnes. Fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Bekanntgabe der Trennung des Paares forderte sie "für das Land, die Familie und die Kinder" auch auf dem Papier das Ehe-Aus.

Queen Elizabeth wollte die Scheidung

Paul Burrell, von 1987 bis 1997 Butler von Diana, schreibt in seinem Buch "Im Dienste meiner Königin" über den Moment, der alles veränderte: "Das vernichtende Schreiben traf am 18. Dezember 1995 ein. Es war das erste Mal, dass die Prinzessin das Wort 'Scheidung' aus dem Mund eines Windsors vernommen hatte."

Burrell, der nicht nur ein Angestellter, sondern auch ein enger Vertrauter Dianas war, durfte den Brief lesen. Auf die konkreten Details geht er in seinem Buch nicht ein, offenbart aber: "Der Brief der Queen war im Ton mitfühlend, vorsichtig und überhaupt nicht verärgert formuliert. Aber zwischen den Zeilen nahm man doch eine vom Verhalten beider Seiten enttäuschte Schwiegermutter war, die betonte, dass den beiden Söhnen [Prinz William und Prinz Harry], die in den letzten Jahren ohnehin schon gelitten hatten, durch eine Scheidung kein weiterer Schaden zugefügt werden sollte." Geendet habe das Schreiben mit "In Liebe, Mama."

Prinzessin Diana besucht drei Tage vor den Scheidungsbriefen eine Charity-Gala in New York. Ob sie ahnte, was passieren würde?
Prinzessin Diana besucht drei Tage vor den Scheidungsbriefen eine Charity-Gala in New York. Ob sie ahnte, was passieren würde?

So reagierte Prinzessin Diana

Die Prinzessin von Wales sei "den Tränen nahe", aber auch "wütend" auf die Königin gewesen, beschreibt Burrell die Lage angesichts der Briefe. Dass Premierminister John Major und der Erzbischof von Canterbury schon von der Queen konsultiert worden waren, habe sie als geschäftliche Abwicklung ihrer Ehe empfunden. Prinzessin Diana habe die Queen im Buckingham Palast angerufen und um Bedenkzeit darüber gebeten, ob sie in die Scheidung einwillige oder nicht.

Prinz Charles forderte ebenfalls die Scheidung

"Am nächsten Tag landete die zweite Bombe auf der Fußmatte – ein Brief von Prinz Charles, in dem er die Scheidung verlangte", schreibt Paul Burrell weiter. Nach Meinung des Prinzen sei die "Ehe irreparabel zerrüttet" gewesen, so dass sich eine schnelle Scheidung nicht vermeiden lassen würde. Diana sei "zornig" gewesen und habe ihrem Mann geantwortet: "Deine Forderung hat mich sehr bestürzt. In eine sofortige Scheidung willige ich nicht ein!" Der Butler schreibt: "Ich glaube, ich habe die Prinzessin nie so unglücklich erlebt wie in jener Woche vor Weihnachten." Auf eine der darauffolgenden Seiten erklärt er: "Die Scheidungsbriefe hatten sie vollkommen vernichtet."

Prinzessin Diana und Queen Elizabeth: Krisengespräch im Palast

Am 15. Februar 1995, zwei Monate nach den Briefen, trafen sich Diana und ihre Schwiegermutter im Beisein des Privatsekretärs der Queen im Buckingham Palast. Zu diesem Zeitpunkt habe die Prinzessin von Wales ihren Ehemann noch geliebt und das unmittelbar bevorstehende Ende nicht wahrhaben wollen, kommentiert Paul Burrell die Situation. Sie sei sich – Stichwort "Panorama"-Interview – außerdem keiner Schuld bewusst gewesen.

Die Queen soll mit Verständnis reagiert und betont haben, wie leid ihr und Prinz Philip die Situation tue. Man habe alles in der Macht Stehende getan, um die Scheidung abzuwenden. Sie versicherte Prinzessin Diana angeblich auch, dass sie sich keine Gedanken um das Sorgerecht für Prinz William und Prinz Harry machen müsse. Am Ende des konstruktiven Gesprächs hat Prinzessin Diana in die Scheidung von Prinz Charles eingewilligt.Königin der Herzen - ein Rückb... Prinzessin Diana (4975)

Mit diesen Worten verkündete das Königshaus die geplante Scheidung von Diana und Charles

Am 28. Februar 1995 veröffentlichte der Kensington Palast eine Erklärung: "Die Prinzessin von Wales hat auf Ersuchen von Prinz Charles in die Scheidung eingewilligt. Die Prinzessin wird fortan den Titel 'Diana, die Prinzessin von Wales' führen." Die Höhe der Abfindung betrug angeblich 17 Millionen Pfund.

Paul Burrell notiert in seinem Buch "Im Dienste meiner Königin": "Nachdem sich die Chefin endlich zu einem Entschluss durchgerungen hatte, schien sie sich psychisch wieder gefangen zu haben." Rechtsanwälte arbeiteten in den nächsten Monaten intensiv an den Details der Scheidung – und es gab einen weiteren Schlag für Diana: Es wurde vereinbart, dass sie sich nach der Scheidung nicht mehr "Ihre Königliche Hoheit" nennen durfte. Damit war sie kein Mitglied des Königshauses mehr und arbeitetet offiziell nicht mehr für die Queen.

Amtlich: Das royale Traumpaar ist Geschichte

Am 28. August 1995 wurde die Scheidung rechtskräftig – fünfzehn Jahre und 30 Tage nach dem Jawort in der St. Paul’s Cathedral. "Die Stimmung an diesem Tag war eine Mischung aus Traurigkeit und Vorfreude", erinnert sich Paul Burrell. "Als die Prinzessin erschien, sprühte sie förmlich vor Energie, und sie war offenbar fest entschlossen, das Beste aus ihrer neuen Unabhängigkeit zu machen." Ihren nun Ex-Ehemann Prinz Charles, so gestand es Diana noch am Tag der Scheidung in einem Brief an Burrell, liebte sie immer noch.

Verwendete Quelle: Im Dienste meiner Königin" von Paul Burrell, Vollständige Taschenbuchausgabeerschienen 2004 im Knaur Taschenbuch Verlag