Product Placement jetzt auch über Emojis? Ford schmuggelt sich in Katalog

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Tagtäglich werden die verschiedensten Emojis verschickt. Es gibt ein Symbol für fast alle Lebenssituationen. Wer am Strand liegt, kann zwischen Sonne, Palmen und Bikini wählen, Beauty-Fans bedienen sich aus einem Pool von Nagellack-, Lippenstift- oder Friseur-Emojis und zum Geburtstag werden Torten oder knallenden Sektkorken verschickt. Der Autokonzern Ford hat nun allerdings einen ganz besonderen Emoji-Coup gelandet, der für viele Diskussionen sorgt.

Ein neues Symbol, das für Furore sorgt, hat es in den Emoji-Katalog geschafft (Symbolbild: Getty Images)

Bald werden wieder neue Emojis veröffentlicht. Mit dabei ist auch ein blauer Pick-up-Truck, der dem Ford-Modell F-150 ähnelt. Dass das so ist, ist allerdings kein Zufall. Denn der Autokonzern Ford selbst war es, der es geschafft hat, das Pick-up-Emoji durch das für neue Symbole zuständige Gremium zu schleusen.

Wie das US-Magazin "The Atlantic" berichtet, wurde der Vorschlag von einer PR-Firma eingebracht, zu deren Kunden auch Ford gehört. Damit ist dem Automobilunternehmen etwas gelungen, das vorher nur den wenigsten gelungen ist: Product Placement in einem Bereich, der eigentlich markenneutral sein sollte.

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Den Coup feierte der Konzern in einem Youtube-Clip, der zeigt, wie das Emoji nach Monaten geheimer Entwicklung in einer Fabrikhalle gefertigt wird: "hergestellt aus feinsten Pixeln, made in America", sagt der Sprecher im Video. “Wir können nicht glauben, dass es Scooter-Emojis gibt, aber kein Pick-up-Emoji”, erklärte Ford-Marketing-Chef Matt VanDyke gegenüber dem “The Atlantic”.

Welche Symbole haben Chancen auf ein Emoji?

In der Regel kann jeder beim Unicode-Konsortium Vorschläge für ein neues Emoji einreichen. Um als Symbol vom Gremium ausgewählt zu werden, müssen die Motive jedoch einige Aufnahmekriterien bestehen. Nicht zugelassen sind "Bilder von Produkten, die stark mit einer bestimmten Marke assoziiert werden". Dass Produkte über den Display fahren, die wie Markenprodukte aussehen, ist also nicht vorgesehen. Deshalb wurde der Antrag, den Ford mit seinem Pick-up-Emoji bereits vor zwei Jahren stellte, zuerst abgelehnt. Dieses Mal ließ sich die Marketing-Firma, die es schaffte, Ford ins Rennen zu bringen, jedoch bessere Argumente einfallen. Pick-ups seien schließlich überall auf der Welt zu finden. Es könnte also ein Pick-up jeder x-beliebigen Marke sein.

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Mit seinem Emoji-Triumph steht Ford allerdings nicht alleine. Auch vor dem amerikanischen Unternehmen haben es Symbole in die Emoji-Liste geschafft, die große Ähnlichkeit mit Markenprodukten haben. Das Symbol für Pommes Frites zum Beispiel, das die gleichen Farben hat wie die Pommes von McDonald's. Ebenso das rote Rennauto, das genauso aussieht wie die Rennwagen von Ferrari. Nicht zu vergessen die Markenprodukte der jeweiligen Smartphone-Hersteller. So ist etwa als Emoji für Desktop-Computer auf dem iPhone ein iMac-Computer von Apple zu sehen. Auch das ist mit Sicherheit kein Zufall.