Putin lästert über Greta Thunberg

Umweltaktivistin Greta Thunberg hat vergangene Woche eine viel beachtete Rede vor dem UN-Klimagipfel gehalten. Nun lästert Russlands Präsident Wladimir Putin über sie.

Greta Thunberg löst bei jungen Leuten Begeisterung aus, bei vielen Politikern sorgen ihre Forderungen für Spott. (Bild Getty Images)

Seit über einem Jahr ist Greta Thunberg mit ihrer Bewegung "Fridays for Future" in aller Munde. Zuletzt schlug ihr emotionaler und feuriger Auftritt beim UN-Klimagipfel in New York hohe Wellen. Bislang war dazu von Russlands Staatschef Wladimir Putin nichts zu hören.

Putin versteht den Hype nicht

Jetzt meldet sich der russische Präsident mit mächtig Kritik zu Wort. Er verstehe den Hype um die Klima-Aktivistin nicht, sagte Putin. Er bezeichnete Thunberg als "freundlichen, aber schlecht informierten Teenager“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die 16-Jährige werde von anderen für unrealistische Forderungen missbraucht. Der Kreml-Chef weiter: Solche Jugendliche “müssen auf jeden Fall unterstützt werden. Aber wenn jemand Kinder und Jugendliche zu seinem Interesse missbraucht, kann das nur verurteilt werden.“ Wer Thunberg manipulieren soll, sagte Putin allerdings nicht.

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Demonstrationen in Russland verboten

Putin sagte weiter, er begrüße es, wenn Jugendliche auf Probleme aufmerksam machten. Doch diese Worte scheinen nicht die ganze Wahrheit zu sein. Alleine in Moskau wurden fünf der sieben angemeldeten Klima-Demonstrationen von den Behörden untersagt. Demonstrationen werden in Russland grundsätzlich nicht gerne gesehen. Auch am vergangenen Freitag war die Demo in Moskau verboten worden. Thunberg hatte wiederholt auf Twitter zu Demos in Russland aufgerufen:

Die Klimaforderungen Thunbergs treffen Russland an einer empfindlichen Stelle: Die russische Wirtschaft ist neben Öl- und Gas-Exporten stark abhängig von der Kohleindustrie. Diese gilt als einer der größten Klima-Killer wird von "Fridays for Future" kritisiert. Vielleicht ist so Putins folgende scharfe Aussage zu erklären: "Geh und erkläre den Entwicklungsländern, warum sie weiterhin in Armut leben und nicht wie Schweden sein sollten." Niemand habe der 16-Jährigen erklärt, dass die moderne Welt "komplex und vielfältig" sei.

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Es sieht ganz danach aus, dass Thunberg neben US-Präsident Donald Trump einen weiteren mächtigen Gegner hinzugewonnen hat.

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