Rassistisches Foto aus neuem IKEA-Katalog „gerissen”

Style International Redaktion
·Lesedauer: 3 Min.

Das Möbelhaus IKEA hat die Produktion seines US-Kataloges für das Jahr 2021 pausiert. Dieser enthielt nämlich ein Bild, das viele als rassistisch empfinden.

Ikea riss das Bild aus dem Katalog, nachdem ein Angestellter darauf hingewiesen hatte, dass es einen rassistischen Beigeschmack hat. Foto: IKEA
Ikea riss das Bild aus dem Katalog, nachdem ein Angestellter darauf hingewiesen hatte, dass es einen rassistischen Beigeschmack hat. Foto: IKEA

Die schwedische Kette riss die Seite mit dem Foto aus dem Katalog, nachdem sie ein Mitarbeiter auf das potenziell beleidigende Foto aufmerksam gemacht hatte, so ein Bericht der US-Publikation Quartz.

Das kontroverse Foto zeigt einen jungen schwarzen Mann, der einen Tisch der Kette zusammenbaut. Auf dem Foto trägt er ein schwarzes T-Shirt, das auf dem Rücken mit Zahlen bedruckt ist: 45678.

Der Möbelgigant entfernte das Foto links und ersetzte es mit einem anderen Bild desselben Models (rechts). Foto: IKEA
Der Möbelgigant entfernte das Foto links und ersetzte es mit einem anderen Bild desselben Models (rechts). Foto: IKEA

Laut dem Angestellten könne das als Anspielung auf eine Seriennummer verstanden werden, wie Gefängnisse sie vergeben. Im aktuellen Klima der Black-Lives-Matter-Proteste und Forderungen nach einer Reform der Polizei in den USA – besonders im Hinblick auf die hohe Inhaftierungsquote von Afroamerikanern – sei so ein Foto unangemessen.

In einer Stellungnahme gegenüber Quartz räumte das Unternehmen ein, dass das Foto als beleidigend aufgefasst werden könne und dass sie die entsprechenden Seiten aus dem Katalog reißen würden.

„Nachdem wir uns das Foto noch einmal angesehen haben, stimmen wir zu, dass es negativ interpretiert werden und negative Stereotypen verfestigen kann”, so die Stellungnahme. „Als ein zielgerichtetes Unternehmen, in dem Vielfalt und Inklusion Kernwerte sind, versucht IKEA Positives in der Gesellschaft zu bewirken. Ein wichtiger Teil davon, sich für Veränderungen einzusetzen, ist es, es zuzugeben und zu handeln, wenn wir einen Fehler machen. Wir möchten das auf eine offene und transparente Weise tun.”

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Das Unternehmen veröffentlichte über noch weiterreichende Publikationen eine zusätzliche Stellungnahme. Hier bat es für den Flüchtigkeitsfehler um Entschuldigung und versicherte, dass es „keine Absicht” war.

Mittlerweile wurde das Bild vollständig entfernt. Dafür gibt es ein Foto desselben Mannes in einem weniger problematischen weißen Sweatshirt.

Der Katalog sollte eigentlich im August erscheinen. Der aktualisierte Katalog ist momentan online erhältlich und soll Berichten zufolge später in diesem Jahr auch in den US-Filialen erhältlich sein.

Nicht das erste Mal Kritik an Ikea-Katalog

Es ist nicht das erste Mal, dass ein IKEA-Katalog für Stirnrunzeln gesorgt hat. Im Februar 2019 geriet das Unternehmen in die Kritik, nachdem es verschiedene Bilder im Katalog so bearbeitet hatte, dass sie für konservative und traditionelle Märkte keine weiblichen Models zeigten.

Bilder, die in den meisten Ländern einen Vater, zwei Söhne und eine Mutter in verschiedenen Situationen zeigen, wurden für ultra-orthodoxe Teile Israels so retuschiert, dass sie keinerlei Frauen mehr zeigen.

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Das hatte einen Multi-Millionen-Rechtsstreit zur Folge, denn Hannah Katsman – eine moderne orthodoxe Frau - reichte gemeinsam mit dem Israel Religious Action Center Klage ein.

Die Klage, die über das Bezirksgericht von Jerusalem eingereicht wurde, richtete sich gegen IKEAs Entscheidung, Frauen aus ihrem Katalog zu entfernen, da das Geschlechterdiskriminierung sei.

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Penny Burfitt