Raucher erleben Schmerz intensiver als die, die noch nie geraucht haben

Die in Zigaretten enthaltenen Chemikalien können Gewebe schädigen, was zu Schmerzen führt. [Foto: Getty]

Wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben, müssen Raucher und ehemalige Raucher mit größeren Schmerzen leben als diejenigen, die nie in ihrem Leben Zigaretten geraucht haben.

Forscher des University College London haben mehr als 220.000 Menschen gebeten, die Intensivität ihrer täglichen Schmerzen einzustufen. Die Ergebnisse zeigten dabei, dass Raucher oder Ex-Raucher dabei durchschnittlich einen Wert angaben, der zwei Punkte höher lag als der von Menschen, die noch nie geraucht hatten.

Obwohl nicht ganz klar ist, warum das so ist, könnten die in Zigaretten enthaltenen Chemikalien das Gewebe dauerhaft schädigen, was zu den erhöhten Schmerzen führt. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass selbst ehemalige Raucher immer noch von intensiveren Schmerzen betroffen sind“, sagte Dr. Olga Perski, die Autorin der Studie gegenüber der BBC.

„Selbst, wenn man regelmäßig geraucht hat und dann aufhört, kann es dennoch bleibende Auswirkungen auf den Grad der Schmerzen haben. Es kann sich also lohnen, möglichst schnell mit dem Rauchen aufzuhören.“

Anteil der Raucher in England, USA und in Deutschland

Allein in England waren im vergangenen Jahr 14,4 Prozent der Erwachsenden „regelmäßige Raucher“, wie Daten von NHS Digital zeigen. Im Vergleich dazu sind es laut „Center for Disease Control and Prevention“ in den USA 13,7 Prozent. In Deutschland konsumieren laut WHO rund 27 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen Tabak.

Zigaretten sind in den USA für einen von fünf Todesfällen verantwortlich, während 16 Mio. Amerikaner mit einer Krankheit leben, die durch das Rauchen entstanden ist. Um den Zusammenhang mit den Schmerzen zu verstehen, befragten die Forscher die Teilnehmer zur Stärke der Schmerzen.

Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift „Addictive Behaviours“ veröffentlicht wurde, deuten darauf hin, dass Raucher und ehemalige Raucher intensivere Schmerzen empfinden. Die Forscher waren überrascht davon, dass die jüngste Altersgruppe der 16 bis 34-Jährigen am meisten litt.

Eine weitere Theorie besagt, dass der Grund dafür die hormonellen Veränderungen sind, die sich durch die in Zigaretten enthaltenen Chemikalien ergeben. Diese tritt an der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse auf, die die Hormone steuert, die mit Schmerz in Verbindung stehen.

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Es kann allerdings sein, dass rauchende Menschen, ohnehin schon ein höheres Risiko für erhöhte Schmerzen haben. Neurotische Persönlichkeitszüge stehen zum Beispiel sowohl mit Rauchen als auch mit Schmerz in Verbindung.

Die wohltätige Organisation „Ash“, die Menschen hilft, mit dem Rauchen aufzuhören, sagt, dass Zigaretten „fast jedes gesundheitliches Problem“ verursachen oder schlimmer machen. Rauchen ist laut NHS für sieben von zehn (70%) Arten von Lungenkrebs verantwortlich.

Es steht außerdem im Zusammenhang mit elf anderen Tumorarten, zu denen Tumore in Magen, Blase und Bauchspeicheldrüse gehören. Rauchen kann außerdem Herzerkrankungen, Lungenentzündungen, chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen, Impotenz und Unfruchtbarkeit verursachen.

Alexandra Thompson

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