Regenmäntel für Hunde – sind sie wirklich nötig?

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Übertreibt es manch ein Hundebesitzer mit der Tierliebe, oder haben Winter- und Regenmäntel für Hunde wirklich einen Sinn? Eine Pro-und -Contra-Liste.

cute dachshund dog, black and tan, dressed in a yellow rain coat stands in a puddle on a city street
Schaut ja süß aus, aber muss ein Hund wirklich vor Feuchtigkeit geschützt werden? (Bild: Getty Images)

Hundebesitzer sind schon eine spezielle Gattung Mensch; egal ob es draußen aus Eimern gießt, stürmt oder schneit: sie opfern sich trotzdem auf, um mit ihren Lieben in den Wald oder in den Park zu gehen. Dass jedes Herrchen und Frauchen deshalb über eine gute Schlechtwetter-Ausrüstung wie Regenmantel und Gummistiefel verfügt, erklärt sich also von selbst. Aber wie sieht es mit den Vierbeinern aus? Brauchen die eigentlich auch einen Schutz gegen Wind, Kälte und Nässe?

Auf den Hund kommt es an

Nun ja, das kommt ganz auf die Hunderasse an. Zwar haben Kritiker von Hundemänteln nicht Unrecht, dass die domestizierten Cousins des Wolfes von Natur aus mit körperlichen Funktionen ausgestattet sind, die es ihnen ermöglichen sich auf raues Wetter einzustellen; in diese Funktionen hat der Mensch jedoch durch Zucht und internationalen Vertrieb stark eingegriffen: Ein Hund aus Südafrika (wie der Rhodesian Ridgeback) oder gar dem Nahen Osten (wie der Afghanische Windhund), ist nicht auf die Klimabedingungen in Deutschland oder Skandinavien eingestellt und wird in der Regel schneller frieren, als ein Deutscher Schäferhund oder Berner Sennen Hund.

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Hundemäntel empfehlen sich daher vor allem für Hunderassen, die ursprünglich in wärmeren Gefilden beheimatet sind, so wie Windhunde, Chihuahuas (Mexiko), Dalmatiner (Kroatien). Aber auch andere Rassen mit sehr kurzem Fell, also wenig bis gar keiner Unterwolle, können davon profitieren; dazu zählen Pinscher, Weimaraner, Jack Russel Terrier oder Möpse.

Regenmäntel für Hunde: wann sind sie sinnvoll?

Auch das Wohlempfinden alter und kranker Hunde kann an kalten oder nassen Tagen durch das Tragen eines Mantels verbessert werden. Im Alter wird der Stoffwechsel herunter gefahren und der Wärmehaushalt und dessen Regulierung verlangen den Tieren viel Energie ab. Insbesondere die Beschwerden von Erkrankungen der Gelenke – Rheuma, Arthrose oder Spondylose zum Beispiel – können sich bei Kälte und Nässe verschlimmern. Wenn ein Hund bei schlechtem Wetter verspannt wirkt, den Schwanz unter den Bauch zieht, deutlich zittert, oder die eigenen vier Wände am liebsten gar nicht verlassen möchte, lohnt es sich, einen Mantel auszuprobieren.

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Der Einsatz eines Mantels für Hunde macht auch dann Sinn, wenn das Tier im Hundesport aktiv ist. In Trainingspausen sorgt der Stoff dafür, dass die Muskeln nicht sofort wieder auskühlen. Dadurch braucht der Hund sich nur einmal aufzuwärmen und zusätzlich wird das Verletzungsrisiko minimiert.

Worauf sollte man bei Regenmänteln für Hunde achten?

Es gilt dasselbe wie bei der Auswahl von Regenmänteln für Menschen: Auf jeden Fall sollte der Regen- oder Wintermantel atmungsaktiv sein, sonst fängt der Träger womöglich an zu schwitzen. Zudem muss die Regenfestigkeit und die Dauer dieser überprüft werden, denn ein Mantel, der sich mit Wasser vollgesogen hat, ist äußerst unangenehm und hinderlich für die Bewegung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Passform des Kleidungsstückes. Die Körpersprache des Hundes wird durch ein Bedecken des Fells und des Körpers nämlich eingeschränkt, was zu Problemen in der Kommunikation mit Artgenossen führen kann. Rute und Nacken sollten nach Möglichkeit ausgespart sein, damit der Hund in der Begegnung mit anderen Hunden Angst oder Aggression anzeigen kann.

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