Rezo enttäuscht nach Laschet-Absage: YouTube-Kanzler-Triell ist geplatzt

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Rezo hätte die drei Kanzlerkandidaten gern zum Online-Triell eingeladen. Doch aus dieser Idee wird nun nichts. (Bild: Rezo / YouTube)
Rezo hätte die drei Kanzlerkandidaten gern zum Online-Triell eingeladen. Doch aus dieser Idee wird nun nichts. (Bild: Rezo / YouTube)

Ein Kanzler-Triell für die junge Generation, übertragen von YouTube und Twitch, moderiert vom Influencer Rezo und dem Web-Journalisten Tilo Jung: eine für manche reizvolle Idee, die nicht realisiert wird. Armin Laschet sagte Rezo offenbar ab. Der wertet das als "schlechtes Zeichen".

Er ist der Mann, der einst die CDU "zerstörte". Zumindest hat der zig-millionenfach geklickte YouTube-Clip "Die Zerstörung der CDU" den Influencer Rezo 2019 deutschlandweit bekannt gemacht und die Unionsparteien mutmaßlich weiteren Rückhalt bei der jungen Wählerschaft gekostet.

Dass nun ausgerechnet jener Rezo den CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet zusammen mit den Spitzenkandidaten von SPD und Grünen für ein Internet-Wahlkampfformat begeistern wollte, entbehrt nicht einer gewissen Brisanz. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und Grünen-Chefin Annalena Baerbock hatten sich zu einer Teilnahme offenbar bereiterklärt. Nur Laschet habe nach mehrwöchiger Bedenkzeit auf Nachfrage abgesagt. "Damit war die Sache tot", schildert Rezo den Vorgang in einem aktuellen YouTube-Video.

Dass Armin Laschet für ein YouTube-Duell nicht bereit steht, bestätigte die Bundes-CDU inzwischen dem WDR: "Die CDU hat der Produktionsfirma für das Triell abgesagt." (Bild: © 2021 Bloomberg Finance LP/Bloomberg)
Dass Armin Laschet für ein YouTube-Duell nicht bereit steht, bestätigte die Bundes-CDU inzwischen dem WDR: "Die CDU hat der Produktionsfirma für das Triell abgesagt." (Bild: © 2021 Bloomberg Finance LP/Bloomberg)

Rezo wettert nach "verpasster Chance"

Laut den Ausführungen des Webvideo-Produzenten und Influencers seien die Pläne für das 90-minütige Format schon sehr konkret gewesen. So hätten sowohl YouTube als auch die Streaming-Plattform Twitch das Live-Aufeinandertreffen vor der Bundestagswahl zeigen wollen. Als Medienpartner hatte sich "Zeit Online" verpflichtet. Die Idee hatte zuvor der Journalist und Podcaster Tilo Jung ("Jung & Naiv") aufgebracht. Er hätte gemeinsam mit Rezo Fragen stellen wollen, "die eher in die Tiefe gehen denn in die Breite".

Dass daraus nichts wird, wertet Rezo als "verpasste Chance", da jüngere Wählergruppen über das klassische Fernsehen kaum noch zu erreichen seien. "Wenn man sich für diese Generation nicht mal einen Abend freinimmt, im ganzen Wahlkampf, dann, glaube ich, ist das ein schlechtes Zeichen", kritisierte der 28-Jährige den CDU-Vorsitzenden scharf.

#LaschetKneift trendet bei Twitter

In den sozialen Netzwerken trendete am Freitag der Hashtag #LaschetKneift. So befand der Journalist Rayk Anders: "Laschet will als Kanzler auf der globalen Bühne Deutschlands Interessen gegen Weltmächte & Diktatoren durchsetzen, aber hat offenbar Angst, inhaltlich nicht gegen 2 YouTuber um die 30 anzukommen." Der ehemalige Berliner Abgeordnete Christopher Lauer empfahl, ein Duell zwischen Annalena Baerbock und Olaf Scholz stattfinden zu lassen, man solle "durch einen leeren Stuhl daran erinnern, dass Armin Laschet gekniffen hat".

Rückendeckung gab es bei Twitter durch den früheren CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz: "Es geht vielleicht eher darum, dass man sich für ein Streitgespräch neutrale Moderator:innen wünscht." Auch der TV-Autor und Moderator Micky Beisenherz glaubt offenbar, dass für den NRW-Ministerpräsidenten in dieser Konstellation wenig zu gewinnen gewesen wäre: "Armin Laschet mag stellenweise etwas unglücklich agieren, vollends bescheuert ist er offensichtlich nicht."

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