Rote Schuhe - ein Zeichen gegen Frauengewalt in Mexiko

Vanessa Peschla
Lifestyle Editor

Im November 2019 wurde der Notstand in Mexiko-Stadt ausgerufen. Der Grund: Die Gewalt an Frauen hat unvorstellbare Ausmaße angenommen. Im Durchschnitt werden zehn Frauen am Tag in Mexiko umgebracht. Deswegen gilt Mexiko als eines der gefährlichsten Länder für das weibliche Geschlecht. Aktivisten haben die Nase voll - rote Schuhe werden das Symbol der Proteste.

Bei einem Protest gegen Femizide platzierte eine Künstlerin rote Schuhe in Mexiko-Stadt, um die Menschen an die Opfer zu erinnern (Bild: Reuters)

Die Künstlerin Elina Chauvet initiierte bereits vor zehn Jahren eine Kunst-Aktion, um auf die Morde an Frauen in Mexiko aufmerksam zu machen. Für jede getötete Frau stellte sie einen rot angemalten Schuh auf den Zócalo-Platz in Mexiko-Stadt. Die Pumps, Stiefel und Sneaker schmücken noch immer den Asphalt. Das Rot ist wohl überlegt: Es steht für das vergossene Blut, soll aber auch ein Aufruf für mehr Liebe in dem Land sein. "Früher haben Frauen auf der Straße nicht über die Gewalt gegen Frauen gesprochen", erklärt die Aktivistin. Das habe sich in den letzten zehn Jahren zum Glück geändert.

Weltfrauentag bringt Menschen zusammen, um gegen Gewalt zu protestieren

Zum Weltfrauentag am 8. März gingen viele Menschen auf die Straßen, um gegen Femizide, also Morde an Frauen, zu protestieren. Sowohl Mexikanerinnen als auch Mexikaner haben den Frauenhass satt und sind empört über die brutalen Morde, die in ihrem Land statt finden. Zehntausende fanden sich am Internationalen Frauentag auf den Straßen zusammen, um für gleiche Rechte zu kämpfen. Der mediale Umgang mit den Morden ist fast nicht vorhanden und auch der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador versucht, die Taten herunter zu spielen. Das wollen sich die weiblichen Bewohner Mexikos nicht mehr gefallen lassen.

"Ihr bringt uns alle um" steht auf einem Schild bei den Demonstrationen am Weltfrauentag in Mexiko-Stadt. (Bild: Jair Cabrera Torres/dpa)

Über 3200 Frauen wurden in Mexiko offiziellen Angaben zufolge im Jahr 2019 ermordet. Die meisten Fälle werden nicht verfolgt und aufgeklärt. Nur zehn Prozent der Täter kommen vor Gericht und auch dann ist noch nicht garantiert, dass der Aspekt des Frauenhasses mit in die Strafe einbezogen wird. Obwohl seit 2012 Femizide, also die Ermordung von Frauen, weil sie Frauen sind, einen eigenen Straftatbestand darstellen. Doch meistens sind die Täter Männer aus dem engen Umfeld der Frauen - so werden die Taten oft als Mord im Affekt verfolgt.

Streik gegen Gewalt an Frauen

Viele Mexikanerinnen und Mexikaner gehen auf die Straße, um für mehr Sicherheit für Frauen kämpfen, um auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und um die Regierung zu einer Änderung der Strafverfolgung aufzufordern. Doch damit nicht genug: Am Montag wollen viele Mexikanerinnen streiken, um auf die alltägliche Gewalt im Land aufmerksam zu machen. So werden Frauen an diesem Tag nicht auf der Arbeit erscheinen. Viele unterstützen diesen Streik, darunter auch Politiker und Unternehmen.